Ambraser Heldenbuch

Cod. Vindob. S. N. 2663 - Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)

Alternativ-Titel:

Ambras Book of Heroes

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Ambras Book of Heroes

Art
Umfang / Format

486 Seiten / 46.0 x 36.0 cm

Herkunft
Datum
1504-1517
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Kaiser Maximilian I.

Künstler / Schule

Schreiber: Hans Ried

Buchschmuck

1 ganzseitige Abbildung sowie Miniaturen in den Randbereichen

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Eine prachtvolle Sammlung der berühmtesten deutschen Epen

Das Ambraser Heldenbuch ist für die Überlieferung der hoch- und spätmittelalterlichen deutschen Epik von überragender Bedeutung. Es enthält zahlreiche mittelhochdeutsche Epen – darunter das Nibelungenlied, Hartmanns „Erec“ und „Iwein“ und Ulrich von Lichtensteins „Frauenbuch“ –, die für die Mediävisten eine wertvolle Textgrundlage darstellen. Der Schreiber Hans Ried, Zöllner am Eisack bei Bozen, hatte das Heldenbuch im Auftrag des Königs Maximilian I. abgeschrieben, der es für seinen eigenen Gebrauch wünschte.
Dieses „Riesenbuch“, wie es wegen seines übergroßen Formats (40,6 x 36 cm) auch genannt wurde und für das nicht weniger als 122 Kälber ihr Fell lassen mussten, besticht durch die vollendete Schönheit der Schrift, die von der ersten bis zur letzten Seite gleichmäßig ausgeführt ist. 118 der insgesamt 486 Seiten (243 Folios) umfassenden Handschrift sind mit gemalten Initialen in mannigfaltiger Ausführung und mit phantasievollen Randdekorationen geschmückt, wodurch diese Handschrift auch ein einzigartiges Dokument für die Kunstgeschichte darstellt.

Ein kalligraphisches Kunstwerk
Das Ambraser Heldenbuch ist in der deutschen Kanzleischrift verfasst, die vom erfahrenen Kalligraphen Hans Ried meisterhaft ausgeführt wurde. Die einheitliche Form, die durch alle Seiten durchgehalten wird, verleiht der Schrift einen besonderen Charakter, sodass sie es verdient, in der Schriftgeschichte als „Heldenbuchschrift“ ihren eigenen Namen erhalten zu haben.
Mitbestimmend für das Schriftbild sind die zahlreichen, oft haarfeinen diakritischen Zeichen, die jeden, der die Texte des Ambraser Heldenbuches anhand von Filmen oder verkleinerten Teilkopien transkribierte, erheblich verunsicherten. Das Faksimile im Originalformat schafft hier einen wertvollen Handschriftenersatz.
Die Niederschrift des Ambraser Heldenbuches erstreckte sich auf einen Zeitraum von über zwölf Jahren, was trotz des riesigen Umfangs der Handschrift eine lange Zeit ist. Daher wurde Ried vorgeworfen, ein „raffinierter Faulpelz“ gewesen zu sein, was jedoch unberechtigt erscheint, da er keineswegs ausschließlich mit dem Schreiben des Heldenbuches beschäftigt war. Zudem verwendete der sehr geübte Kalligraph viel Sorgfalt auf die Schrift sowie die kunstvolle Verzierung der obersten und untersten Zeilen, sodass man als Leistung für einen Tag höchstens drei Spalten (= eine Seite) annehmen kann.

Die künstlerische Ausstattung
Die zahlreichen kleinen Initialen wurden nachträglich, vielleicht von einem eigenen Rubrikator eingetragen, während die großen Initialen, ebenfalls in einem eigenen Arbeitsgang, von einem Maler kunstvoll ausgeführt wurden. Sie sind in verschiedenen Farben, meist rot oder blau, auf goldenem, fein gemustertem Grund gemalt. Einige der Initialen sind in glänzendem Gold auf farbigem Hintergrund ausgeführt.
Der phantasievolle Schmuck, der 118 Seiten des Buches ziert, ist locker über die breiten Ränder verstreut. Zahlreiche Pflanzen und Tiere, die durch ihre naturgetreue und detaillierte Ausführung beeindrucken, sowie die Darstellung menschlicher Figuren verraten die Hand eines erfahrenen Meisters, der sicher manche Motive aus niederländischen Stundenbüchern in freien Variationen übernommen hat.
Die Randdekorationen dienen als zierendes Beiwerk und stehen einige Male auch in Verbindung mit dem Inhalt, wie z. B. auf fol. 212v, wo die Darstellung des auf dem Schuppenpanzer eines Drachen zerbrochenen Schwertes die Illustration zum Text dieser Seite bildet.
Das Titelbild des Ambraser Heldenbuches zeigt zwei geharnischte Männer, welche als „Helden“ gedeutet werden können, die den Zugang zum „Heldenbuch“ bewachen. Als unmittelbarer Hinweis auf den Auftraggeber und Empfänger der Handschrift wird die Darstellung der Granatäpfel gesehen. Denn der Granatapfel ist eine der „Impresen“ (= bildlicher Wahlspruch) Maximilians und kann vielleicht als sinnbildliche Metamorphose des Reichsapfels, der Weltherrschaft, die der Kaiser innehatte, gedeutet werden.

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