Ars Magna

Ms. 8c.IV.6 - Real Biblioteca del Monasterio (San Lorenzo de El Escorial, Spanien)

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Kodiologie

Art
Umfang / Format

162 Seiten / 20.5 x 14.5 cm

Herkunft
Datum
16. Jahrhundert
Stil
Genre
Sprache
Künstler / Schule

Autor: Ramon Llull (1232-1315)

Buchschmuck

29 Abbildungen

Kurzbeschreibung

Das umstrittene, lange Zeit sogar verbotene Werk des katalanischen Philosophen Ramon Llull, welches mit dem Kurztitel „Ars magna“ bezeichnet wird, kann als Grundstein für die Wissenschaft der Logik gesehen werden. Der Begriff „Ars magna“, also die „Große Kunst“, bezeichnet eigentlich ein logisches Verfahren, bei dem mithilfe einer „Maschine“ verschiedene philosophische und logische Begriffe und Prozesse miteinander verknüpft wurden. Diese herausragende Erfindung Llulls war für die Geschichte der Wissenschaft von unermesslichem Wert. Seine Handschrift verlor bis in die Neuzeit nicht an Bedeutung.

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Beschreibung

Ars magna

Der mallorquinische Philosoph, Logiker und franziskanische Theologe Ramon Llull begründete mit seinem Werk „Ars magna“, welches den vollen Titel „Ars generalis ultima“ trägt, die Literatur Kataloniens. Llull beschrieb in seinem Werk die große Kunst und die Wissenschaft, mit Hilfe des Verstandes Wahrheit und Lüge zu unterscheiden, Wahrheit zu akzeptieren und Lüge von sich zu weisen. Diese Kunst, die er unter dem Begriff „Logik“ zusammenfasste, lief auf die Idee des mechanischen Kombinierens von Begriffen mit Hilfe einer logischen Maschine hinaus. Er erschuf mithilfe dieser logischen Maschine die algorithmische Traditionslinie der Heuristik und begründete so ein weiteres bedeutendes Feld der Wissenschaft. Seine bedeutende Handschrift, welche er etwa in der Mitte des 13. Jahrhunderts verfasste, wurde in der Renaissance wiederentdeckt und von unbekannten Buchkünstlern mit 29 Abbildungen ausgestattet.

Ein katalanischer Visionär

Ramon Llull war der Sohn eines katalanischen Ritters, der unter Jakob I. von Aragón für die Eroberung der sarazenisch regierten Balearen gekämpft hatte. So wuchs er bei Hofe auf und wurde früh zum Erzieher der Prinzen ernannt. Er führte ein höfisches, weltliches Leben und widmete sich als Troubadour der Dichtkunst. Im Jahre 1263 veranlasste eine Vision, in der er den gekreuzigten Christus neben sich sah, Llull zu einer radikalen Änderung seines Lebens. Er unternahm Pilger- und Bildungsreisen, lernte Arabisch und stellte seine Dichtkunst in den Dienst des katholischen Glaubens. Llull wurde bald ein berühmter Gelehrter und Vertrauter des von ihm erzogenen Jakob II., er unterrichtete an der Pariser Sorbonne und nahm am Konzil von Vienne teil. Dort setzte er sich für die Einrichtung von Lehrstühlen für Hebräisch, Arabisch und Chaldäisch an den Universitäten Paris, Oxford, Bologna und Salamanca ein, was ihn zu einem Begründer der westeuropäischen Orientalistik machte. Auf einer Bildungsreise im Jahr 1314 begab Llull sich im Auftrag Jakobs II. nach Tunis, wo ihn der Legende nach eine aufgebrachte Menge muslimischer Bürger steigen wollte. Auch wenn er dem Tode knapp entgehen konnte, wurde er von Papst Pius IX. als Märtyrer seliggesprochen.

Ein großes Werk

Llull, der als Missionar im gesamten Mittelmeerraum tätig war und an den Hochschulen von Paris und Montpellier lehrte, war beeinflusst durch drei Kulturen: das Christentum, das Judentum und den Islam. Er schrieb einen großen Teil seiner über 280 Werke auf lateinisch und katalanisch, was ihn zum Begründer der Katalanischen Literatur machte. Als sogenannte „Ars magna“ bezeichnete er eine von ihm selbst konstruierte „logische Maschine“, die aus sieben um ein Zentrum drehbaren Scheiben bestand. Auf jeder dieser Scheiben waren Wörter notiert, die verschiedene Begriffe, beispielsweise Mensch, Wissen, Wahrheit, Ruhm, Wohl und Quantität, logische Operationen wie Unterscheidung, Übereinstimmung, Widerspruch und Gleichheit, bezeichneten. Durch das Drehen dieser konzentrischen Scheiben ergaben sich verschiedene Verknüpfungen von Begriffen, die Schlussformen des syllogistischen Prinzips entsprachen. Als Syllogismus wird ein Katalog bestimmter Typen logischer Schlüsse bezeichnet, welcher bereits in der antiken Logik des Aristoteles existierte, von Llull jedoch erweitert und vertieft wurde. Die Bedeutung seines Werkes für die Wissenschaft war bis ins 19. Jahrhundert enorm.

Die Wirkung der „Ars magna“ auf die Weltbevölkerung

Auch wenn die Lehre Llulls eine unentbehrliche Rolle in der Entwicklung der Wissenschaft in Europa spielte, wurden seine Ideen zu seinen Lebzeiten und auch in der folgenden Zeit mit großem Misstrauen aufgenommen. Zwei Jahrhunderte lang galt die Lehre Llulls sogar offiziell als verboten, weil sie dem derzeit gängigen scholastischen Prinzip widersprach. Von seinen Anhängern wurden seine wissenschaftlichen Schriften dennoch heimlich studiert und kopiert. Im 17. Jahrhundert wurde seine „Ars magna“ in eine philosophische, universitäre Sprache übersetzt und gelangte so zu großem Einfluss in verschiedenen Bildungsstätten. Das darin beschriebene Prinzip der Kombination philosophischer Grundbegriffe wurde von vielen bedeutenden Wissenschaftlern bis in die Neuzeit aufgegriffen. Einer von ihnen war Gottfried Wilhelm Leibnitz, der Begründer der mathematischen Logik.

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