Beatus von Liébana - Codex von Silos

Add. Ms 11695 - British Library (London, Großbritannien)

Alternativ-Titel:

Beatus of Liébana - Silos Codex, Beato de Liébana, códice del Monasterio de Santo Domingo de Silos, Burgos, Silos Beatus - Codex of the Monastery of Santo Domingo de Silos, Beatus von Silos - Kodex aus dem Kloster von Santo Domingo von Silos, Beato di Silos - Codice del Monastero di Santo Domingo de Silos, Beato de Silos - Códice do Mosteiro de Santo Domingo de Silos, Béatus de Silos - Codex du Monastère de Santo Domingo de Silos

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Beatus of Liébana - Silos Codex
Beato de Liébana, códice del Monasterio de Santo Domingo de Silos, Burgos
Silos Beatus - Codex of the Monastery of Santo Domingo de Silos
Beatus von Silos - Kodex aus dem Kloster von Santo Domingo von Silos
Beato di Silos - Codice del Monastero di Santo Domingo de Silos
Beato de Silos - Códice do Mosteiro de Santo Domingo de Silos
Béatus de Silos - Codex du Monastère de Santo Domingo de Silos

Art
Umfang / Format

560 Seiten / 38.0 x 25.0 cm

Herkunft
Datum
1091-1109
Stil
Genre
Sprache
Künstler / Schule

Mönche Domingo und Muño Prior Pedro

Buchschmuck

106 goldverzierte Miniaturen

Vorbesitzer

Kardinal Antonio von Aragon
José Bonaparte, König von Spanien

Kurzbeschreibung

Der Codex von Silos ist eine der jüngsten Handschriften nach der Beatus-Tradition. Die Schrift entstand zwischen 1091 und 1109 im Skriptorium des spanischen Klosters Santo Domingo in Silos. Das Werk enthält 106 spannende, goldverzierte Miniaturen. Der älteste Bruder Napoleons, Joseph Napoleon, übereignete die Handschrift im Jahre 1840 an das British Museum.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Beatus von Liébana – Der Codex von Silos

Die Offenbarung des Johannes, welche auch als Apokalypse bekannt ist, ist das letzte Buch des Neuen Testaments. Die Geschichte vom Ende der Welt, vom Tag des Jüngsten Gerichts, von der Höllenfahrt aller Sünder übt seit Jahrhunderten große Faszination auf Christen aller Länder aus. Ein spanischer Mönch namens Beatus verfasste einen Kommentar zu diesem Buch der Bibel, welcher über mehrere Jahrhunderte hinweg rezipiert wurde. Der Codex von Silos ist eine der jüngsten Ausgaben der Beatus-Handschriften. Die wertvolle Originalausgabe des Werkes befindet sich heute im British Museum in London.

Wer war Beatus?

Beatus von Liébana war ein Mönch und Theologe, der dem Kloster San Martin de Turieno im Tal von Liébana im heutigen Spanien angehörte. Bekannt ist der Mönch vor allem durch sein Hauptwerk, einen Kommentar zur biblischen Apokalypse in zwölf Büchern. Diese zwölf Handschriften entstanden etwa um 776 und werden heute als die Beatus-Schriftenreihe bezeichnet. Die zwölf Bücher wurden in unzähligen Handschriften rezipiert, von denen viele bis heute erhalten sind. Die** meisten Beatus-Handschriften entstanden zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert** in Nordspanien. Die Beatus-Handschrift von Silos wurde im Jahre 1109 beendet.

Ein gut dokumentiertes Meisterwerk

Wie aus mehreren Notizen im Beatus-Codex hervorgeht, wurde der Text von den Schreibern Dominicus und Munnius im April 1091 vollendet, während die Miniaturen vom Illuminator Petrus erst am 1. Juli 1109 fertiggestellt wurden. Begonnen wurde das Werk unter Abt Fortunius von Santo Domingo de Silos. Nach dessen Tod wurde es unter den Äbten Nunnus und Johannes weitergeführt. Joseph Bonaparte, der älteste Bruder Napoleons, eignete sich die Handschrift an, als er König von Spanien war. 1840 verkaufte er sie an das British Museum, wo sie sich heute befindet.

Stilistische Besonderheiten

Gegen Ende des 11. Jahrhunderts kam es zu tiefgreifenden Änderungen im kirchlichen und kulturellen Leben der christlichen Königreiche im Norden Spaniens. Kunst und Architektur näherten immer mehr den in Frankreich verbreiteten romanischen Formen an. Diese Einflüsse zeigen sich vereinzelt in Randminiaturen des Codex von Silos. Die erste Miniatur ist eine** außergewöhnliche Darstellung der Hölle, in der ein reicher Mann und ein unzüchtiges Paar von mehreren Dämonen gequält werden**. Weitere Darstellungen zeigen Engel und mehrfach Johannes in unterschiedlicher Gewandung. In modischer weltlicher Kleidung mit einer prachtvollen Kopfbedeckung tänzelt er durch die Bilder. Der wahre Reiz der Miniaturen des Silos-Codex besteht nicht in ihrer künstlerischen Perfektion, sondern in der modernen Erzählweise. Die ungewöhnlichen Illustrationen machen die Silos-Ausgabe zu einer der interessantesten Ausgaben der Beatus-Handschriften.

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