Berliner Alexanderroman

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Alternativ-Titel:

L'Ystoire du bon roi Alexandre, Berlin Alexander Romance

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Kodiologie

Alternativ-Titel

L'Ystoire du bon roi Alexandre
Berlin Alexander Romance

Art
Umfang / Format

168 Seiten / 27.0 x 20.0 cm

Herkunft
Datum
Spätes 13. Jahrhundert
Stil
Genre
Inhalt

Heldentaten und das Leben Alexander des Großen

Sprache
Buchschmuck

100 Miniaturen, teilweise mit Gold verziert

Kurzbeschreibung

Der Berliner Alexanderroman ist ein Ritterroman über das Leben Alexanders des Großen, der sich aus Schilderungen über wahre Begebenheiten und über fantastische Legenden zusammensetzt. Das Werk entstand gegen Ende des 13. Jahrhunderts und enthält über 100 prachtvolle Miniaturen. Der Alexanderroman war das beliebteste Volksbuch des Mittelalters. Die Berliner Ausgabe des Romans besticht besonders durch ihre aufwendige Illustration und ihren üppigen Goldschmuck.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Der Berliner Alexanderroman

Alexander der Große gilt als größter Eroberer der Geschichte. In nur elf Jahren, von 334 bis 323, veränderte er die gesamte Welt der Antike. Kein Mensch hat jemals ein weitläufigeres Reich erobert. Die Frage, wie es Alexander dem Großen gelang, innerhalb seiner kurzen Regierungszeit eine so bleibende Wirkung zu hinterlassen, wird von Historikern seit Jahrhunderten ganz verschieden beantwortet. Unzählige Legenden ranken sich um den Sohn Philipps II. von Makedonien und der Königstochter Olympias, welche eine direkte Nachfahrin des Göttervaters Zeus gewesen sein soll. Auch die mythischen Helden Herakles und Perseus sollen Vorfahren des Alexander gewesen sein und dienten dem ehrgeizigen Herrscher sein Leben lang als Vorbilder. So sind noch heute die Anekdoten über sein Zusammentreffen mit Diogenes oder sein Umgang mit den Gordischen Knoten Allgemeinwissen. Seit seinem 13. Lebensjahr wurde Alexander vom berühmten Philosophen Aristoteles ausgebildet. Durch Aristoteles entwickelte er ein tiefes Interesse für Bildung, Kultur und Literatur, aber auch für Forschung und Wissenschaft. Sein unstillbarer Wissensdurst blieb ihm bis zu seinem Tode erhalten. Alexander dehnte die Grenzen des makedonischen Reiches bis nach Indien aus. Als er in Ägypten einmarschierte, soll er dort als Pharao begrüßt worden sein. Mit seinem Regierungsantritt begann das Zeitalter des Hellenismus, in dem sich die griechische Kultur über weite Teile der damals bekannten Welt ausbreitete. Durch seine unermesslichen politischen, militärischen und kulturhistorischen Erfolge wurde Alexander zu einem beliebten Motiv der Kunst und Literatur. Die bedeutendste literarische Rezeption erfuhr der Herrscher durch den sogenannten „Alexanderroman“.

Der Alexanderroman und seine immense Bedeutung

Mit dem Begriff Alexanderroman wird eine Vielzahl von antiken und mittelalterlichen Biografien Alexanders bezeichnet, in denen die Großtaten des Herrschers auf märchenhaft anmutende Art und Weise geschildert werden. Dem Alexanderroman liegt ein Werk eines anonymen griechischen Verfassers in drei Büchern zugrunde. Dieses Werk basierte auf unzähligen antiken, nicht erhalten gebliebenen, romanhafte Quellen, fiktiven Briefen Alexanders und sagenhaften Legenden und Erzählungen. Der Roman in seinen verschiedenen Versionen war im Mittelalter neben der Bibel das bekannteste und am weitesten verbreitete Buch in Europa und war in der französischen, englischen, slawischen sowie altnordischen Literatur vertreten. Im Orient, besonders in der syrischen Literatur, verbreitete sich der Alexander-Stoff bereits in vormittelalterlichen Zeiten. Auch in der islamischen Literatur wurde der Roman rezipiert, so findet sich der Alexander-Stoff im persischen Roman Iskandarnamah, einem Werk eines anonymen arabischen Autors des 12. Jahrhunderts.

Ein idealer Herrscher?

Auch wenn das im Alexanderroman erschaffene Herrscherbild des Makedonen wohl kaum der Realität entsprochen hat, üben die Schilderungen über sein Leben seit Jahrhunderten eine unvorstellbare Wirkung auf ihre Leser aus. Alexander wird als ein Typus beschrieben, der Typ des idealen Herrschers. Er ist schlau und weiß stets, wie zu handeln ist. Keine noch so unerwartete Wendung kann ihn überraschen, keine noch so verzwickte Situation überfordert ihn. Er erweist sich stets als ehrenhafter und großzügiger König, mildtätig und edelmütig ist er zu allen, die im Elend sind. Seine Siege machen ihn nicht übermütig. Er bleibt bescheiden, ehrt die Götter, opfert ihnen stets und lehnt es ab, als Gott verehrt zu werden. Der historische Quellenwert der großen Legenden ist zwar gering, und doch zählte der Roman das ganze Mittelalter hindurch zu den beliebtesten Büchern weltweit. Dies liegt daran, dass der Roman in ganz besonderem Maß all den Erwartungen entsprach, die an Literatur gestellt werden. Er half, die Welt des Lesers zu erweitern, ihn Dinge erfahren zu lassen, die er nicht selbst erleben konnte, ihn in Länder zu führen, die ihm verschlossen blieben. Hierzu gehört auch die Freude an der Zauberei und am Wunderbaren, denn immer wieder wurden den einzelnen Fassungen Wundergeschichten beigefügt. Die großen menschlichen Leistungen des literarischen Helden dienten den Lesern als Vorbilder. Der Roman enthält auch zahlreiche pikante und romantische Szenen, auf die noch heute kein wirklich populäres Buch verzichten kann.

Der Berliner Alexanderroman

Der Ritterroman über Alexander den Großen ist das vor der Erfindung des Buchdrucks am häufigsten übersetzte, am weitesten verbreitete und am meisten gelesene Buch der Weltliteratur. Es wurde unzählige Male bearbeitet, fast alle Ausgaben des Werkes sind vielfältig bebildert. Der Berliner Alexanderroman ist eine Übersetzung, die auf einer französischen Fassung der Geschichte basiert. Die Berliner „Histoire du bon roi Alexandre“ zählt zu den weltweit berühmtesten und hochwertigsten Bearbeitungen des Romans. Diese Schrift entstand am Ende des 13. Jahrhunderts. Die insgesamt 168 aufwendig gestalteten Seiten sind rundum mit Echtgoldschnitt versehen. Über 100 Miniaturen mit üppiger Goldverzierung schmücken das prachtvolle Werk. Die Bilder berichten von fantastischen Weltreisen, von bedeutsamen Schlachten und von unbekannten Fabelwesen. Alexander trifft auf Drachen, Greife, Zyklopen, Riesenkrebse, Kopffüßer und Pferdeköpfige. An einer Stelle steigt Alexander mithilfe einer waghalsigen, von Greifvögeln getragenen Konstruktion in den Himmel, an einer anderen Stelle sinkt er in einer gläsernen Tauchglocke auf den Grund des Meeres hinab. Die antiken Legenden über den großen Herrscher wurden hier in ein mittelalterliches Gewand verpackt. Zahlreiche Bildunterschriften kommentieren die dargestellten Szenen, häufig mit einem Augenzwinkern. In jedem Fall gehören die Illustrationen des Berliner Alexanderromans zu den schönsten Miniaturen, die im Europa des 13. Jahrhunderts geschaffen wurden.

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