Bestiarium aus Peterborough

MS 53 - Parker Library, Corpus Christi College (Cambridge, Großbritannien)

Alternativ-Titel:

Peterborough Bestiary

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Peterborough Bestiary

Art
Umfang / Format

44 Seiten / 34.8 x 23.6 cm

Herkunft
Datum
Um 1300
Stil
Genre
Sprache
Buchschmuck

104 Miniaturen und 108 Initialen schmücken alle Seiten der Handschrift

Kurzbeschreibung

Im Bestiarium von Peterborough, einer liebevoll bebilderten Tierlehre, werden sowohl heimische als auch exotische Tiere und sogar Fabelwesen wie Einhorn und Phönix eingehend beschrieben, gemalt und christologisch gedeutet. In über 100 Miniaturen über den gesamten Text verteilt zeigt der Buchmaler sein Können bei der möglichst realistischen Darstellung von Tieren, die er oft selbst noch nie gesehen hatte. Dabei wird zudem auf die prachtvolle Ausgestaltung der Handschrift mit Gold und leuchtenden Farben für Miniaturen, Initialen und Rankenwerk Wert gelegt.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Bestiarium aus Peterborough

Das Bestiarium aus Peterborough stellt ein eindrucksvolles Beispiel für die seit dem 12. Jahrhundert sehr beliebten Tierdichtungs-Handschriften dar. Der beschreibende und interpretierende Text wird mit unzähligen kleineren Bildfeldern illustriert und mit wunderschönen Initialen und Blattranken geschmückt. Dabei sind sowohl heimische als auch exotische Tiere und Fabelwesen aufgeführt, die liebevoll und so realitätsnah wie möglich gezeigt werden.

Liebe- und phantasievoll bebilderte Tierlehre

In über 100 Miniaturen auf Goldgrund oder im Goldrahmen finden sich über das ganze Buch verteilt Tiere wie Löwe, Biber, die verschiedensten Vögel, Krokodil, Elefant, aber auch Fabelwesen wie Einhorn, Phönix und Satyr. Sie illustrieren die zugehörigen Textpassagen, in denen jedes einzelne Tier eingehend beschrieben und meist auch christologisch und moralisch gedeutet wird. So wird die Krähe als Beispiel für die Morallehre über die Liebe zu und Sorge um Kinder genannt.
Der Text geht zurück auf den um 200 n. Chr. verfassten sogenannten „Physiologus“, eine Schrift, die sich mit Naturkunde beschäftigt. Diese wurde über die folgenden Jahrhunderte hinweg vielfach erweitert und ergänzt (beispielsweise durch Isidor von Sevillas „Etymologiae“ im 7. Jahrhundert), in viele Sprachen übersetzt und dadurch zwangsläufig auch verändert. Bis ins hohe Mittelalter hinein blieben solche Naturbeschreibungen ein beliebtes Sujet und boten den Buchmalern die Gelegenheit, sich in der möglichst realistischen Darstellung der Tierwelt zu ergehen.

Prachtvolle künstlerische Ausgestaltung

Für die Künstler war das nicht immer ein einfacher Auftrag, hatten sie doch viele der exotischen Tiere noch nie wirklich gesehen. Als Vorlagen konnten ihnen nur Beschreibungen anderer dienen, die selbst oftmals ins Phantastische drifteten. Der Buchmaler des Bestiariums aus Peterborough gestaltete die Handschrift auf sehr abwechslungsreiche Weise. Die Tierdarstellungen sind direkt in den Text integriert und nicht in einer eigenen Bildhälfte zusammengefasst. Die kleinen rechteckigen Felder sind bunt gestaltet und reichlich mit Gold geschmückt. Der künstlerische Stil erscheint sehr gotisch in der natürlicheren Gestaltung der Tiere, die häufig in Bewegung dargestellt sind.
Neben den Tierdarstellungen begeistert aber auch die sonstige künstlerische Gestaltung des Bestiariums. Viele Initialen schmücken den Text neben ausgreifenden floralem Rankwerk. Die Initialen sind zum Teil mit wunderschönen männlichen oder weiblichen Porträts gefüllt, zum Teil ornamental gestaltet.

Exotischer Zauber und lehrreiche Lektüre

In diese prächtigen Bilder konnte sich der Leser versenken und durch das Studium der informativen und gleichzeitig sehr unterhaltsamen Lektüre exotische Gefilde kennenlernen, die er noch nie zu Gesicht bekommen hatte und wohl auch nie sehen würde. Diesem Umstand des Exotischen und Unbekannten ist es wohl auch zu verdanken, dass Fabelwesen wie das Einhorn oder der Satyr neben den bekannten Tieren aufgelistet werden. Dass solche Bestiarien besonders in England und Nordfrankreich sowohl für geistliche als auch weltliche Auftraggeber gefertigt wurden, bezeugt ihren Unterhaltungs- als auch Bildungswert, der noch heute - trotz der fortgeschrittenen wissenschaftlichen Erkenntnisse - seinen Zauber auf den Leser und Betrachter ausstrahlt.

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