Bibel von Tours

Ms. Nouv. acq. lat. 2334 - Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich)

Alternativ-Titel:

Ashburnham Pentateuch, Biblia de Tours, Tours Pentateuch, Bible de Tours, Bibbia di Tours, Bíblia de Tours

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Ashburnham Pentateuch
Biblia de Tours
Tours Pentateuch
Bible de Tours
Bibbia di Tours
Bíblia de Tours

Art
Umfang / Format

284 Seiten / 37.1 x 32.1 cm

Herkunft
Datum
5. oder 7. Jahrhundert
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Vermutlich Prinzessin Galla Placidia für ihren Sohn Kaiser Valentinian III.

Buchschmuck

19 ganzseitige Miniaturen, 11 prächtigen Kanontafeln, sowie Initialen

Vorbesitzer

Kloster Marmoutier in Tours
Herzog von Ashburnham

Kurzbeschreibung

Die Bedeutung der Handschrift, die heute unter dem Titel Ashburnham-Pentateuch oder Bibel von Tours bekannt ist, als älteste lateinische Bibelübersetzung kann nicht hoch genug eingestuft werden. Ihr Rang als bedeutendster frühmittelalterlicher Kodex des Abendlandes wird jedoch auch durch die wunderbaren Miniaturseiten unterstrichen. Vermutlich wurde der Kodex von Prinzessin Galla Placidia für ihren Sohn, den späteren Kaiser Valentinian III., in Auftrag gegeben und im 5. bis 7. Jahrhundert gefertigt.

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Beschreibung

Ashburnham Pentateuch - die Bibel von Tours

Die Bedeutung der Handschrift, die heute unter dem Titel Ashburnham-Pentateuch oder Bibel von Tours bekannt ist, als älteste lateinische Bibelübersetzung kann nicht hoch genug eingestuft werden. Ihr Rang als bedeutendster frühmittelalterlicher Kodex des Abendlandes wird jedoch auch durch die wunderbaren Miniaturseiten unterstrichen. Vermutlich wurde der Kodex von Prinzessin Galla Placidia für ihren Sohn, den späteren Kaiser Valentinian III., in Auftrag gegeben und im 5. bis 7. Jahrhundert gefertigt.

Ein biblisches Lehrbuch für den späteren Kaiser

Auf 284 Seiten entfaltet die Handschrift die Erzählungen des sogenannten Pentateuchs, der fünf Bücher Mose aus dem Alten Testament. Insgesamt 19 ganzseitige Miniaturen und 11 Kanontafeln zeugen noch heute von der Pracht des Buchschmucks, den der ursprünglich noch umfangreichere Kodex aufweisen konnte. In der Forschung wird vermutet, dass der Ashburnham-Pentateuch in Nordafrika oder Spanien, vielleicht aber auch in einem kaiserlichen Skriptorium in Rom entstanden sein könnte. Auftraggeberin für die bedeutende Handschrift war vermutlich Galla Placidia (um 390-450), die weströmische Prinzessin und Mutter des späteren Kaisers Valentinian III. Diese war in Vertretung ihres zu jungen Sohnes einige Jahre Regentin des weströmischen Reiches. Die Handschrift mit dem biblischen Inhalt sollte zur geistlichen Erziehung des späteren Kaisers dienen und ihm auf unterhaltsame und lehrreiche Weise die religiösen Grundlagen vermitteln.

Herausragende Miniaturen

Eine Besonderheit der Bibel von Tours sind die bestechenden Illustrationen der biblischen Erzählungen. Wunderbare ganzseitige Miniaturen zeigen zum Teil mehrere aufeinanderfolgende Szenen. Auf raffinierte Weise wird so auf einer Seite eine ganze Geschichte erzählt, etwa die Erzählung von Kain und Abel und dem Brudermord. Mehrere Bildfelder – ob in einer architektonischen oder natürlichen Umgebung – sind kunstvoll miteinander verknüpft. In den schönsten Farben – ob blasses Lila, leuchtendes Orange oder tiefes Blau – entstehen vor dem Auge wahre Traumlandschaften mit unzähligen menschlichen und tierischen Figuren. Eindrücklich ist auch die Miniatur zur Sintflut, die in ihrer Einfachheit und Buntfarbigkeit sehr modern anmutet. Ob Wasser und Wüste, Städte und Paläste, Palmen und grüne Hügel, alles ist mit einer so begeisternden Kreativität abgebildet, dass man sich an den Miniaturen gar nicht satt sehen kann. Bevölkert werden die Bildfelder mit Kamelherden, Löwen, vielen weiteren Tieren und Menschen in unzähligen Posen und Gewändern.

Wechselvolle Geschichte und große Namen

Mit der Handschrift ist auch unweigerlich eine spannende Besitzgeschichte verbunden. Sie taucht erstmals im Besitz des Klosters St. Martin in Tours auf, genauer in der Kathedrale St. Gatien. Im 19. Jahrhundert wurde die nach diesem Ort benannte Bibel von Tours von dort gestohlen und schließlich an den Duke of Ashburnham verkauft, nach dem der Kodex heute allgemein benannt wird. 1888 gelangte die Bibel von Tours in die Biliothèque Nationale de France, wo sie noch heute aufbewahrt wird. Seine historische als auch kunsthistorische Bedeutung als erste lateinische Bibelübersetzung und erste illustrierte Bibel der Geschichte der Buchkunst macht den Ashburnham Pentateuch zu einem begehrten Sammlerstück und einem Artefakt von ganz besonderem Werk.

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