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Das Voynich-Manuskript: Faksimile verfügbar!

Die rätselhafteste Handschrift des Mittelalters

Das Voynich-Manuskript: Rätsel über Rätsel

Das Voynich-Manuskript stellt das vielleicht größte Rätsel in der Geschichte der Handschriften dar. Bis heute ist ungeklärt, ob es sich um ein botanischen Werk, eine Prophezeiung oder eine aufwendige Fälschung handelt.

2018 erscheint die Faksimile-Ausgabe einer der mysteriösesten Handschriften des gesamten Mittelalters und eines der berühmtesten Bücher in Geheimschrift: das rätselhafte Voynich-Manuskript. Dieses berühmte Manuskript erinnert uns daran, dass die Forschungen zum Mittelalter und zu ihren Handschriften kontinuierlich neue Erkenntnisse hervorbringen, noch bestehende Geheimnisse lüften und so unser Wissen über die Vergangenheit beständig erweitern. Bis heute hält das Voynich-Manuskript seine versteckten Informationen vor den zahlreichen Forschern geheim, die versessen darauf sind, das Rätsel zu lösen. Bis heute bemühen die Forscher sich, den Code dieses raffiniert verschlüsselten Textes zu knacken und seine bizarren Illustrationen zu interpretieren.

Mehr Fragen als Antworten

Das Voynich-Manuskript: Unlesbare Schrift

Auch noch jahrhunderten der Forschung ist es niemanden - nicht einmal den Code-Experten der NSA - gelungen, die rätselhafte Schrift des Voynich-Manuskripts zu entschüsseln.

Die Herkunft und die Ursprünge des Manuskripts sind nicht bekannt, und auch die Provenienz ist nicht geklärt. Erstmals verzeichnet ist ein Besitzer erst im frühen 17. Jahrhundert: in der Sammlung des Prager Alchimisten Georg Baresch. Ein 1665/1666 von Johannes Marcus verfasster Brief spekuliert, dass es sich bei dem ersten Besitzer des Voynich-Manuskripts um Kaiser Rudolph II. gehandelt haben könnte. Nachdem die Handschrift im 17. Jahrhundert durch verschiedene Hände ging, verschwindet ihre Geschichte wiederum für zweihundert Jahre im Dunkeln. Vermutlich befand es sich zu dieser Zeit im Collegio Romano. Nachdem es im späten 19. Jahrhundert wieder aufgetaucht war, wurde das Buch 1912 von dem polnischen Buchhändler Wilfried Voynich erstanden und gelangte schließlich 1969 in die Bibliothek der Yale University.

Verschlüsselter Text und bizarre Bilder

Nicht nur ihre unglaubliche Schönheit und einmalige Geschichte, sondern auch die mysteriösen Erzählungen, die sich oft um illuminierte Handschriften ranken, faszinieren uns. Auch wenn das Voynich-Manuskript aus künstlerischer Sicht „nur“ durchschnittlich erscheint, macht es diese Lücke in der Feinheit der Malerei mehr als wieder wett durch den geheimnisvoll-kryptischen Text und die bizarren Darstellungen in den Miniaturen. Weder der Autor noch der Auftraggeber, weder der Entstehungsort noch das Datum der Fertigstellung oder überhaupt sein Inhalt sind bekannt, und nur sehr wenig kann aus dem Manuskript selbst – verfasst in einer Geheimschrift - herausgelesen werden. Über Jahrhunderte hinweg war das Voynich-Manuskript für Wissenschaftler und Kryptographen Segen und Fluch zugleich. Einige von ihnen haben vergeblich Jahre ihres Lebens damit verbracht, den Text zu dechiffrieren und die Geheimnisse der Handschrift zu entschlüsseln. Und auch mit der Hilfe von Computern gelang es diesen Wissenschaftlern nicht, auch nur etwas mehr als rudimentäre Kenntnisse zum Inhalt und Zweck der Handschrift zu erlangen. Welche Art von esoterischem Wissen könnte der Text verbergen? Wer könnte eine solche Handschrift verfasst haben, und zu welchem Zweck? Bis der Text endlich entschlüsselt ist, bleibt das Voynich-Manuskript eines der größten Rätsel der Geschichte.

Eines der größten Rätsel der Geschichte wird zusammengesetzt

Das Voynich-Manuskript: Geheimnisvolle Pflanzen

Die Pflanzendarstellungen im Voynich-Manuskript sind so vielfältig wie geheimnisvoll. Weder kann man die Pflanzen identifizieren, noch kenn man den Grund ihrer Darstellung in der Handschrift.

Was wir heute über das Manuskript wissen ist, dass einige Seiten fehlen von dem medizinischen oder pharmazeutischen Text. Dieser wurde irgendwann im Verlauf des frühen 15. Jahrhunderts verfasst, vermutlich in Norditalien oder in Deutschland und vermutlich von Roger Bacon. Die Theorien, die sich um die Handschrift ranken, reichen von der Vermutung, dass es sich um eine Fälschung des Spätmittelalters handelt – ein Fall von Zungenrede (Glossolalie) als Bericht göttlicher Visionen - bis zur Überzeugung, Voynich selbst habe die Handschrift komplett gefälscht. Gemäß den Themen der Illustrationen wurde das Buch von den Forschern in sechs Teile unterteilt: einen kräuterkundlichen, einen astronomischen, einen biologischen, einen kosmologischen, einen pharmazeutischen und einen Rezept-Teil. Die Illustrationen, auch wenn sie stilistisch zum Teil nicht sehr detailliert ausgearbeitet sind, sind nichtsdestotrotz äußerst spannend und komplex in ihren geheimnisvollen Darstellungen. Sogar die botanischen Darstellungen sind sehr rätselhaft, da der Maler sie oft aus einzelnen Teilen verschiedener Pflanzen zusammengesetzt hat, also etwa Wurzeln, Stamm und Blüte dreier völlig verschiedener Pflanzen miteinander kombiniert hat. Fast keine der im Buch präsentierten Pflanzen kann eindeutig identifiziert werden, und auch die menschlichen und tierischen Figuren sind ähnlich fantasievoll.

Selbst professionelle Code-Knacker scheitern am Text

Der Text ist in einer pseudo-lateinsichen Schrift verfasst, die mit wundersamen Schnörkeln und teilweise arabisch anmutenden Elementen versetzt ist. Kryptographen haben über Jahrhunderte hinweg versucht, diese Geheimschrift zu dechiffrieren, unter ihnen britische und amerikanische Spezialisten währen beider Weltkriege und Mitglieder der National Security Agency (NSA). Carbon-Untersuchungen des Pergaments deuten darauf hin, dass die Handschrift im frühen 15. Jahrhundert entstanden sein muss. Die verwendeten Farben und Tinten waren während dieser Zeit üblich und wohl verhältnismäßig günstig. Obwohl der Text von Generationen von Sprachforschern und Kryptographen analysiert und erforscht worden ist, haben die besten Versuche zu seiner Entschlüsselung bisher nur Kauderwelsch hervorgebracht.

Der Inbegriff der rätselhaften Faszination

Das Voynich-Manuskript wird auch in Zukunft Liebhaber von alten Büchern und Hobby-Kryptographen ebenso wie Forscher und akademische Wissenschaftler in seinen Bann ziehen. Es ist der Inbegriff der rätselhaften Faszination, die so viele Handschriften ausstrahlen. Was wir nicht wissen über das Mittelalter und die Frühe Neuzeit ist mindestens ebenso interessant und spannend wie das, was wir bereits wissen. Und Handschriften – mit ihrer individuellen mysteriösen Geschichte – verkörpern diese Faszination am besten. Das Voynich-Manuskript gehört zweifellos zu den geheimnisvollsten Handschriften der Geschichte!