Croy-Gebetbuch

Cod. 1858 - Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)

Alternativ-Titel:

Buch der Drôlerien, Book of Drolleries - The Croy Hours

Faksimile-Ausgabe
Unser Preis (wie neu)
€ 2.390
Frage / Bestellen
Kontakt

T: +49 (0)941.586 123 60

F: +49 (0)941.586 123 61

Bitte einloggen!
Auf die Vergleichsliste
Bitte einloggen!
Hinzufügen zur Wunschliste
Bitte einloggen!
Hinzufügen zur Bestandsliste

Kodiologie

Alternativ-Titel

Buch der Drôlerien
Book of Drolleries - The Croy Hours

Art
Umfang / Format

366 Seiten / 19.5 x 13.7 cm

Herkunft
Datum
Zwischen 1510 und 1520
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Guillaume II. de Croy, Seigneur de Chièvres (1458-1521)

Künstler / Schule

Gerard Horenbout (1460/65 - 1540), Simon Bening (1483 - 1561), Gerard David

Buchschmuck

58 bunte Miniaturen, über 200 fantastischen Drolerien sowie eine große Anzahl von dekorativen Elementen

Vorbesitzer

Prinz Eugen von Savoyen (1663 - 1736)
Kaiser Karl VI. (1685 - 1740)

Kurzbeschreibung

Das Croy-Gebetbuch, welches zwischen 1510 und 1520 in Brügge entstand, ist nicht nur ein meisterliches flämisches Gebetbuch mit zahlreichen detailverliebten Miniaturen von Gerard Horenbout, Simon Bening und Gerard David. Es trägt auch den Namen „Buch der Drôlerien“. Diese Bezeichnung wurde dem Werk verliehen, weil es das Paradebeispiel der im Spätmittelalter bekannten Buchillustrationen, der sogenannten Drôlerien darstellt. Drôlerien sind fantastische Randdekorationen, die fabelähnliche Mischwesen aus Mensch, Tier und Pflanze darstellen, mal witzig, mal nachdenklich. Dieses besondere Charakteristikum macht das Croy-Gebetbuch mit seinen über 200 Drôlerien zu einem einzigartigen Buchschatz, der mit seiner prächtigen Illustration jeden Betrachter in seinen Bann zieht.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Das Croy-Gebetbuch

Das im 16. Jahrhundert entstandene Croy-Gebetbuch trug ursprünglich den Namen „Buch der Drôlerien“. Mit Drôlerien wird ein ganz bestimmter, für illuminierte Manuskripte des Spätmittelalters üblicher Bildtypus bezeichnet, welcher im Croy-Gebetbuch zur höchsten Vollendung kam. Drôlerien sind fantasievolle Randverzierungen, in welchen fabelähnliche Mischwesen aus Mensch und Tier oder Pflanze dargestellt sind. Neben den über 200 faszinierenden Drôlerien ist das Croy-Gebetbuch zusätzlich mit 58 farbenprächtige Miniaturen in höchster Qualität, mit 12 Kalenderminiaturen und unzähligen Goldapplikationen geschmückt. Das Gebetbuch entspricht in seiner inhaltlichen Konzeption dem im Mittelalter weit verbreiteten Stundenbuch, welches zum stillen Gebet und zur privaten Andacht genutzt wurde.

Ein Buch für adlige Häuser

Es ist bis heute nicht genau nachgewiesen, wer das Croy-Gebetbuch in Auftrag gab und finanzierte. Vermutlich handelte es sich dabei um eine nicht näher bekannte Dame des Hofes zu Habsburg-Burgund. Der Titel „Croy-Gebetbuch“ geht zurück auf einen Namenseintrag des französischen Adligen Guillaume de Croy auf einer Seite des Manuskripts. Die Familie de Croy pflegte ausgezeichnete Beziehungen zu den Burgunderherzögen Johann Ohnefurcht und dessen Sohn Philipp dem Guten. Die de Croys gehörten zu den wohlhabendsten und mächtigsten Familien von Burgund und das kostbare Gebetbuch stellte den größten Schatz in ihrer privaten Buchsammlung dar. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erwarb Prinz Eugen von Savoyen das wertvolle Werk für seine Bibliothek, welche in jener Zeit zu den umfangreichsten Buchsammlungen der Welt gehörte und im Jahr 1738 in den Besitz Kaiser Karls VI. überging. Das Croy-Gebetbuch war stets einer der absoluten Höhepunkte der kaiserlichen Sammlung.

Miniaturkunst aus Brügge

Die beiden größten Meister der renommierten Gent-Brügger Schule fertigten die Miniaturen des Croy-Gebetbuches an. Gerard Hohenbout und Simon Bening erstellten die ganzseitigen Bilder der Handschrift und dekorierten die Buchränder mit den einzigartigen Drôlerien. Die beiden Meister hielten bei der kunstvollen Ausgestaltung des Werkes Absprache mit dem weltberühmten Tafelmaler Gerard David. Einige Details über die Entstehung des Manuskripts konnten bis heute nicht aufgeklärt werden. Es steht fest, dass das Werk nicht in einer einzigen Werkstatt angefertigt wurde, sondern die prächtige Ausgestaltung des Meisterwerkes in mehreren Arbeitsschritten und an verschiedenen Orten durchgeführt wurde. Die raffinierten Darstellungen zeugen von der unglaublichen Vorstellungskraft und Gestaltungsfreude der beiden Hauptmeister, welche von Künstlern aus anderen Werkstätten unterstützt wurden. Der komplizierte, noch nicht ganz erforschte Herstellungsprozess trägt zum besonderen Reiz des Croy-Gebetbuches bei.

Schnellsuche
Verlag
Alle Kriterien zeigen