Das Schwarze Gebetbuch

Codex Vindobonensis 1856 - Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)

Alternativ-Titel:

Schwarzes Gebetbuch, Gebetbuch des Galeazzo Maria Sforza, Black Prayer Book, Prayer Book of Galeazzo Maria Sforza

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Schwarzes Gebetbuch
Gebetbuch des Galeazzo Maria Sforza
Black Prayer Book
Prayer Book of Galeazzo Maria Sforza

Art
Umfang / Format

308 Seiten / 25.2 x 17.8 cm

Herkunft
Datum
1466-1476
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Karl der Kühne (1433-1477), Herzog von Burgund

Künstler / Schule

Möglicherweise Philippe de Mazerolles (etwa 1420 - nach 1479)

Buchschmuck

15 ganzseitige, 24 kleiner Miniaturen, sowie 71 Bordürenmedaillons

Vorbesitzer

Galeazzo Maria Sforza, Herzog von Mailand (regierte 1455-1476)
Galeazzos Tochter Bianca Maria Sforza und ihr Ehemann Kaiser Maximilian I. (regierte 1486-1519)

Kurzbeschreibung

Der berühmte Codex 1856 der Österreichischen Nationalbibliothek, das sogenannte Wiener Schwarze Gebetbuch, gehört zu einer kleinen Gruppe von außergewöhnlichen Handschriften des 15. Jahrhunderts: den schwarzen Handschriften. Benannt sind diese nach ihren tiefschwarz eingefärbten Pergamentseiten, auf denen die leuchtenden Malereien besonders schön zur Geltung kommen. Von diesen grandiosen Zeugnissen der Buchmalerei sind bis heute nur noch sieben Exemplare erhalten. Das wunderbare Schwarze Gebetbuch aus Wien entstand in Brügge im Auftrag von Karl dem Kühnen, dem letzten burgundischen Herzog. Auf unbekannten Wegen gelangte es dann in den Besitz des Herzogs von Mailand, Galeazzo Maria Sforza.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Schwarzes Gebetbuch

Der berühmte Codex 1856 der Österreichischen Nationalbibliothek, das sogenannte Wiener Schwarze Gebetbuch, gehört zu einer kleinen Gruppe von außergewöhnlichen Handschriften des 15. Jahrhunderts: den schwarzen Handschriften. Benannt sind diese nach ihren tiefschwarz eingefärbten Pergamentseiten, auf denen die leuchtenden Malereien besonders schön zur Geltung kommen. Von diesen grandiosen Zeugnissen der Buchmalerei sind bis heute nur noch sieben Exemplare erhalten. Das wunderbare Schwarze Gebetbuch aus Wien entstand in Brügge im Auftrag von Karl dem Kühnen, dem letzten burgundischen Herzog. Auf unbekannten Wegen gelangte es in den Besitz des Herzogs von Mailand, Galeazzo Maria Sforza. Durch die Heirat von dessen Tochter mit Kaiser Maximilian I. kam das wertvolle Stundenbuch wieder in nördliche Gefilde, in den Besitz der Habsburger und zählt heute zu den größten Schätzen der Österreichischen Nationalbibliothek.

Eine fragile Rarität

Die Fragilität der Pergamentseiten machen das Wiener Schwarze Gebetbuch zu etwas ganz Besonderem. Die Seiten wurden – mit einer chemischen Lösung, die die Blätter im Lauf der Jahrhunderte stark angegriffen hat – tiefschwarz eingefärbt, um so die Farben der Buchmalerei auf diesem dunklen Grund in grandioser Weise zum Leuchten zu bringen. In der Österreichischen Nationalbibliothek wird das Gebetbuch – eines von nur noch sieben erhaltenen seiner Art! - deshalb besonders umsichtig behandelt, die einzelnen Seiten zwischen Glasplatten und unter Vakuum aufbewahrt. Diese Handschrift führt auf einzigartige Weise vor Augen, welche Wunder die Miniaturisten des 15. Jahrhunderts allein mit Pinsel und Farbe hervorzurufen vermochten. Die Malereien im Schwarzen Gebetbuch aus Wien, ein herrlicher Kosmos aus Gold, Silber und bunten Farben, hinterlassen einen unvergesslichen Eindruck, unvergleichbar dem einer Handschrift auf ungefärbtem Pergament!

Beeindruckender Bilderschmuck

Zierliche Rankenornamente, beeindruckend gestaltete Miniaturen, prächtige Initialen, wundervolle Kalenderseiten und zusätzliche Medaillons in den prächtigen Rahmungen: der Bilderschmuck des Schwarzen Gebetbuchs aus Wien beeindruckt mit seiner Fülle an qualitätvoller Malerei. Auf dem dunklen Grund der gefärbten Buchseiten – die der Handschrift ihren Namen verliehen – kommen die leuchtenden Bilder und der Text in Gold und Silber eindrucksvoll zur Geltung. Dieser umgekehrte Kontrast zum sonst üblichen dunklen Text und Bild auf hellen Grund macht den besonderen Reiz dieses Gebetbuchs aus. Auf 206 Seiten versammelt die Handschrift 15 ganzseitige, 24 kleinere Miniaturen und 71 Randmedaillons. Diese illustrieren die Gebete nach der römischen Liturgie mit besonderem Fokus auf marianischen Inhalten. Die Miniaturen stammen von einem unbekannter Künstler, der in der Forschung den Notnamen des Meisters des Antonius von Burgund erhielt.

Die burgundischen Buchschätze des 15. Jahrhunderts

Das Wiener Schwarze Gebetbuch ist auch bekannt als Stundenbuch von Karl dem Kühnen. Dieser war der letzte Herzog von Burgund. Vermutlich war er es, der das Stundenbuch in Auftrag gab oder es selbst als Geschenk erhielt. Das Wiener Schwarze Gebetbuch, entstanden in Brügge in den Jahren 1450-1474, reiht sich damit ein in eine Gruppe prachtvoller Handschriften des gleichen Typus. Diese schwarzen Handschriften waren besonders im Herzogtum Burgund sehr beliebt in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Berühmt sind neben der hier vorgestellten Handschrift etwa das Schwarze Stundenbuch der New Yorker Morgan Library, entstanden ebenfalls um 1475 in Brügge für ein Mitglied des Burgundischen Hofes rund um Karl den Kühnen, oder das Stundenbuch der Maria von Burgund, ebenfalls in der Österreichischen Nationalbibliothek. Das Stundenbuch von Karl dem Kühnen ist jedoch das prächtigste und schönste unter ihnen.

Der Herzog von Mailand und der Kaiser

Ein weiterer bedeutender Name ist mit dem Codex 1856 der Österreichischen Nationalbibliothekeng verknüpft: Galeazzo Maria Sforza (1444-1476). Dieser, Herzog von Mailand, war ein großer Liebhaber und berühmter Förderer der Künste. Auf geheimnisvollen Wegen gelangte das Schwarze Stundenbuch im Jahr 1493 in seinen Besitz. Ein Jahr später, 1494, fand die Heirat von Galeazzos Tochter Bianca Maria mit Kaiser Maximilian I. statt. Bianca Maria war nach dem Tod der Maria von Burgund Maximilians zweite Gemahlin. Das Schwarze Gebetbuch ging als Mitgift an sie über. Auf diese Weise gelangte die prächtige Handschrift in den Besitz der Habsburger und ist seit 1795 in deren Sammlung nachgewiesen. Heute zählt das Schwarze Gebetbuch zu den Highlights der reichen Bestände der Österreichischen Nationalbibliothek!

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