Der Bamberger Psalter

Msc.Bibl.48 - Staatsbibliothek Bamberg (Bamberg, Deutschland)

Alternativ-Titel:

Bamberg Psalter

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Bamberg Psalter

Art
Umfang / Format

420 Seiten / 26.0 x 18.0 cm

Herkunft
Datum
1220 / 1230
Stil
Genre
Inhalt

150 Psalmen

Sprache
Künstler / Schule

Zwei Buchmaler-Meister

Buchschmuck

15 ganzseitige Miniaturen auf Goldgrund in 3 Bilderzyklen mit jeweils 5 Miniaturen, 8 ganzseitige goldene Zierinitialseiten und 3 ganzseitige historisierte Zierinitialen, 256 einzeilige Goldinitialen, 24 Kalendermedaillons

Kurzbeschreibung

Der Bamberger Psalter entstand um das Jahr 1230 in Bamberg oder Regensburg. Sein Einband zählt zum Schönsten und Eindrucksvollsten, was die Buchmalerei des Mittelalters hervorgebracht hat: Durch lichtdurchlässige Hornplatten schimmern goldene Miniaturen auf dem Vorder- und Rückendeckel. Die 150 Psalmen werden von meisterlichen, ganzseitigen Prachtminiaturen und Zierinitialen auf Goldgrund eingeleitet, die den Übergang von der Romanik zur gotischen Buchmalerei repräsentieren. Das alles macht den Bamberger Psalter zu einem der beeindruckendsten Werke der hochmittelalterichen Buchmalerei.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Der Bamberger Psalter

Ein Licht-Einband wie eine Erscheinung

Wer einmal das Glück hatte, den Bamberger Psalter betrachten zu dürfen, den hat dieses hochmittelalterliche Meisterwerk schon verzaubert, noch bevor er überhaupt einen Blick hineinwerfen konnte. Denn der Einband des um 1230 – zur Zeit der Erbauung des Bamberger Doms - entstandenen Prachtpsalters ist ein handwerklich meisterliches und kunsthistorisch nahezu einmaliges Glanzstück der Buchbindekunst. Man muss zwei Mal hinsehen, bis man begreift, was man da sieht: Durch die Vorder- und Rückendeckel schimmern goldglänzende Miniaturen! Möglich wird diese im wahrsten Sinne des Wortes transluzente Erscheinung dadurch, dass die Buchdeckel mit prunkvollen Miniaturen bemalt sind, über die lichtdurchlässige Hornplatten angebracht wurden, die von verzierten Silberfassungen gehalten werden. So erkennen wir auf dem Vorderdeckel Christus in der Mandorla, die kreuzförmig von vier Medaillons mit den Evangelistensymbolen umfasst wird. In den oberen Ecken finden wir darüber hinaus zwei Cherubim, in den unteren zwei Erzengel: Michael mit dem Drachen und Gabriel mit Lilienzepter und Gefäß. Auf dem Rückdeckel ist die Muttergottes mit Kind in der Mandorla abgebildet. Auch hier umfassen die Mandorla vier kreuzförmig angeordnete Medaillons (die vier weiblich dargestellten Kardinalstugenden) und wiederum in den Ecken Aaron mit blühendem Stab, Jesaja mit dem Reis, Ezechiel vor einem verschlossenen Turmtor und Salomo auf eine Quelle weisend. So schenkt schon dieser berührende Horneinband jedem Betrachter einen Anblick, der unvergessen bleiben wird, steigert sich Erstaunen zu Bewunderung.

Goldene Pracht für einen Psalter

Und diese Bewunderung setzt sich fort, wenn man den Psalter aufschlägt. Denn zweifelsohne hat man dann eine Handschrift vor sich, die zu einem Höhepunkt der europäischen Kunst zählt. Eingeleitet werden die 150 Psalmen von 24 goldgerahmten Kalendermedaillons mit den monatlichen Tätigkeiten und den Tierkreiszeichen, wie sie in späteren Jahrhunderten in fast allen Stundenbücher zu finden waren. Diesem Auftakt folgen 5 ganzseitige, die ganze Pracht des Mittelalters atmende Goldminiaturen klarster Schönheit und eine schon atemberaubende, aufwendig bevölkerte Zierinitiale – natürlich ebenfalls auf Goldgrund. Insgesamt finden sich auf den 210 Pergamentblätter neben den Kalendermedaillons 15 ganzseitige Miniaturen auf Goldgrund, 8 ganzseitige goldene Zierinitialseiten und 3 ganzseitige historisierte Zierinitialen. Die 150 Psalmen, der eigentliche Inhalt eines jeden Psalters werden darüber hinaus jeweils von einer mehrzeiligen Goldinitiale eingeleitet.

Zwei Meister im Übergang von der Romanik zur Gotik

Betrachtet man die prächtigen Miniaturen genauer, so stellt man zum einen fest, dass sich interessante Merkmale darin finden, welche den Übergang von der Romanik zur Gotik aufzeigen. Und zum anderen wird ersichtlich, dass zwei außerordentlich begabte Buchmaler am Bamberger Psalter gearbeitet haben müssen. Der jüngere der beiden hat ist der nordfranzösischen Buchmalerei verbunden und deutet den gerade aufkommenden und den die Gotik in Deutschland einleitenden Zackenstil an. Der Hauptmeister dagegen bietet große und schlank proportionierte Figuren. Ihre Gesichter zeigen stark abgerundete Kinnpartien und große mandelförmige Augen. Charakteristisch ist dabei die Gestaltung des Faltenwurfs der Gewänder: Anders als sein jüngerer Kollege hüllt der Hauptmeister jede seiner Figuren in stoffreiche und damit schwere, gleichzeitig aber unglaublich weich fallende Gewänder mit runden Falten. Ein äußerst wichtiges Zeugnis für die Transformationszeit dieser beiden prägenden Kunstepochen!

Rätselhafte Entstehung im Auftrag einer Dame?

Lange wurde über die Entstehung des Bamberger Psalters gerätselt. Psalter im Allgemeinen waren oft im Auftrag von und für Frauen angefertigt. Ein derart wertvoller Prachtpsalter dieser Meistergüte lässt sicherlich nur eine überaus einflussreiche und wohlhabende Stifterin zu. Die kunstgeschichtliche Einordnung und die Tatsache, dass im einleitenden Kalender für den 5. Juni die Ermordung des Grafen Gebhard von Hirschberg im Jahre 1245 nachgetragen wurde, ermutigt zur Annahme der Entstehungszeit um das Jahr 1230. Als Entstehungsort ist natürlich Bamberg zu nennen, wo die Handschrift erstmals 1430 in der Bamberger Domsakristei belegt ist, 1743 dann für den Bamberger Domschatz. Die Gestaltung der schwungvoll verzierten Goldinitialen legt aber nahe, dass der Psalter in Regensburg entstanden und erst anschließend – als der Bamberger Dom ausreichend ausgestattet war – den Weg in das von Kaiser Heinrich II. gegründete Bistum fand. Im Zuge der Säkularisation 1802/1803 gelangte das Meisterwerk dann in die heutige Staatsbibliothek Bamberg, wo sie unter der Signatur Msc. Bibl. 48 aufbewahrt wird. Sie gehört, neben der Bamberger Apokalypse, zu den bedeutendsten Handschriften des deutschen Mittelalters.

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