Der Welsche Gast

Ms. Memb I 120 - Forschungs- und Landesbibliothek (Ghota, Deutschland)

Alternativ-Titel:

The Romance Stranger, Der Wälsche Gast , Welscher Gast, Der Welhische Gast

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Kodiologie

Alternativ-Titel

The Romance Stranger
Der Wälsche Gast
Welscher Gast
Der Welhische Gast

Art
Umfang / Format

204 Seiten / 32.0 x 23.5 cm

Herkunft
Datum
1340
Stil
Genre
Inhalt

Der Welsche Gast in Gotha ist die am reichsten bebilderte Handschrift der 1215/16 entstandenen Verhaltenslehre des Thomasin von Zerklaere

Sprache
Auftraggeber

Unbekannt, Geschenk für eine adlige Dame

Künstler / Schule

Thomasin von Zerklaere (Autor)

Buchschmuck

120 Miniaturen in Deckfarbenmalerei, davon 119 Illustrationen zum Welschen Gast, größtenteils in die Kolumnen inseriert oder an den Seitenrändern, selten halb-, dreiviertel- oder ganzseitig, Widmungsbild mit dem später ergänzten Wappen der bayerischen Ade

Schrift

Gotische Textur

Kurzbeschreibung

Mit dem Welschen Gast schrieb der Kleriker Thomasin von Zerklaere (um 1186-1238) um 1215/16 die erste Verhaltenslehre in deutscher Sprache. In den rund 15.000 Versen unternimmt er den Versuch, die mittelalterliche Gesellschaft durch Bildung, Erziehung und Anleitung zu tugendhaftem Verhalten zu verbessern. Insgesamt zehn Bücher vermitteln dem Leser sowohl höfische als auch religiöse Normen, zu denen unter anderem die Treue in der Ehe und die Pflichten eines guten Herrschers gehören. Die mit 120 Miniaturen besonders reich ausgestattete Ausgabe in der Forschungsbibliothek in Gotha entstand um 1340 und lässt die Gedankenwelt des Mittelalters für den heutigen Leser wieder lebendig werden. Auf den Seiten tummeln sich kämpfende Ritter, spielende Menschen, Tiere und Engel, aber auch ungemütlichere Gestalten wie der Teufel sind anzutreffen.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Der Welsche Gast

In der Forschungsbibliothek Gotha befindet sich die wohl herrlichste Ausgabe des Welschen Gastes. Dieses rund 15000 Verse umfassende Gedicht wurde um 1215/16 von dem Kleriker Thomasin von Zerklaere (um 1186-1238) verfasst und ist die älteste Verhaltenslehre in deutscher Sprache. In zehn Bücher gegliedert unternimmt sie den Versuch die Gesellschaft durch Bildung, Erziehung und Anleitung zu tugendhaftem Handeln zu verbessern. Von zentraler Bedeutung sind hier vor allem Werte wie Beständigkeit, Mäßigung und Freigebigkeit. Insgesamt bebildern die um 1340 entstandene Ausgabe 120 originelle Miniaturen mit Rittern, Tieren und Engeln den Text für ein besseres Verständnis.

Deutscher „Knigge“ von norditalienischem Kleriker

Viel ist uns heute über den romanischsprachigen Thomasin von Zerklaere (um 1186-1238) und dessen Lehrgedicht nicht bekannt. Nach eigenen Angaben verfasste er es im Winter 1215/16 in nur zehn Monaten. Deutsch war nicht die Muttersprache des Norditalieners, der sich seiner Fehler durchaus bewusst war; entschuldigt er sich doch beim Leser für die sprachlichen Unzulänglichkeiten. Doch der aus dem Friaul stammende Kleriker war nicht nur für den Text verantwortlich. Es ist anzunehmen, dass er auch den Bilderzyklus selbst konzipierte.

10 Bücher gegen den Sittenverfall

Gewidmet ist das Lehrgedicht der als adligen Dame versinnbildlichten „deutschen Zunge“, dem deutschsprachigen Adel im Reich der Staufer und Welfen. Beide lieferten sich seit 1198 einen erbitterten Kampf um das Königtum. Der Autor erkennt den Sittenverfall als eine Folge der Auseinandersetzungen und unternimmt mit seiner Dichtung den Versuch der Gesellschaft die höfischen und religiösen Normen in zehn Büchern zu vermitteln. Zu diesen gehören vor allem das Benehmen bei Tisch, die Treue in der Ehe, der Umgang mit irdischen Gütern, die Pflichten eines guten Herrschers sowie die Auswirkungen des menschlichen Tuns auf das zukünftige Leben im Jenseits.

Erquickende Miniaturen zum besseren Verständnis

Mit stolzen 120 Miniaturen ist die Handschrift äußerst reich an Darstellungen, welche die Gedankenwelt des Mittelalters für den Leser lebendig werden lassen. Die stets ungerahmten Bilder zeigen stark gestikulierende Figuren mit geschwungenen Spruchbändern, die als Sprechblasen fungieren. Zu finden sind außerdem sich im Kampf befindende Ritter auf Pferden, Menschen bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten, kleine Tiere, himmlische Engel, aber auch finstere Gestalten wie der Teufel. Als Verständnishilfe für den Leser veranschaulichen die Illustrationen den Text und die Figuren sind meist Personifikationen von Kräften oder Denkweisen, die im Gegensatz zueinander stehen und die Menschen beeinflussen.

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