Drogo-Sakramentar

Ms. lat. 9428 - Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich)

Alternativ-Titel:

Drogo Sacramentary, Sacramentaire de Drogon

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Drogo Sacramentary
Sacramentaire de Drogon

Art
Umfang / Format

260 Seiten / 26.5 x 21.5 cm

Herkunft
Datum
Um 850
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Drogo, Bischof von Metz (823-855)

Buchschmuck

Zahlreiche Iniatialbuchstaben mit Figuren und Szenen

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Eine der vollendetsten karolingischen Handschriften

Zu den größten Schätzen der Bibliothèque nationale in Paris gehört eine Handschrift, die eines der schönsten Denkmäler der karolingischen Buchkunst überhaupt darstellt. Es handelt sich hierbei um ein Sakramentar, das Bischof Drogo (823–855) für seinen eigenen Gebrauch schreiben und malen ließ und das zum Denkmal seines Namens geworden ist.
Drogo, der illegitim geborene Sohn Karls des Großen, war einer der bedeutendsten Mäzene des 9. Jh.s. Er hat als großer Kunstliebhaber Berühmtheit erlangt, nicht zuletzt, da er seine Kathedrale in Metz mit Werken ausstattete, die in ihrer Schönheit und Kostbarkeit zu den Höhepunkten der karolingischen Kunst zählen. Dazu gehören auch drei Handschriften, deren jüngste und zugleich reifste und vollendetste Schöpfung das Drogo-Sakramentar ist.

Ein erlesenes Kunstwerk
Das Drogo-Sakramentar hat einen sehr persönlichen Charakter und ist sicher nicht das Produkt eines monastischen Skriptoriums, wo Handschriften für die praktischen Bedürfnisse einer geistlichen Anstalt oder für den Export angefertigt wurden. Vielmehr haben wir es hier mit einer ausgesprochenen Hofkunst zu tun. Das Sakramentar spiegelt den individuellen, sehr kultivierten Charakter eines Auftraggebers wider, der Künstler und Schreiber beschäftigte, die seinen hohen Ansprüchen genügten.
Nur wenige Künstler – kaum mehr als zwei oder drei – arbeiteten an der Ausstattung dieser Handschrift und vereinten Ornamentik, figürliche Darstellungen und verschiedene Schriftarten zu einer Gesamtkomposition, die sich durch eine einzigartige Schönheit und Klarheit in der Gliederung des Textes auszeichnet.

Die Initialen
Ein wesentliches Schmuckelement des Sakramentars stellen die reich verzierten Initialen dar, die mit dem Text in Verbindung stehen. In ihrer einfacheren Ausstattung bestehen sie aus goldenen Blättern und Ranken, die sich um den Buchstabenkörper schlingen. Die größeren Buchstaben und die ganzseitigen Prachtinitialen hingegen stehen in einem direkten Bezug zum Inhalt des Textes, den sie einleiten. Sie stellen historische Szenen aus dem Leben Jesu und der Heiligen dar und sind mit antiken Formen wie Weinranken, Architekturelementen und spielenden Eroten phantasievoll geschmückt.
Engste Verwandtschaft mit diesen Initialen zeigen die Elfenbeinreliefs des Einbandes, der die Originalhandschrift schützt und im Kommentarband zur Faksimile-Ausgabe abgebildet ist. Auf ihnen sind teilweise die gleichen Szenen dargestellt wie in den Miniaturen, indem die gleichen Architekturelemente sowie öfters auch Personen in der gleichen Stellung und Kleidung wieder begegnen.

Ein für die Ikonographie bedeutendes Werk
Eine besondere Bedeutung für die Geschichte der Buchmalerei und besonders für die Ikonographie hat die Initiale zum Palmsonntag mit der Darstellung der Kreuzigung Christi (fol. 43v). Es ist das früheste Beispiel einer mehrfigurigen Kreuzigungsdarstellung in der karolingischen Buchmalerei. Hier erscheinen unter dem Kreuz zum ersten Mal zwei allegorische Figuren, die das Neue und das Alte Testament repräsentieren. Auffallend ist, dass dabei das Judentum nicht abwertend dargestellt ist, wie das später fast immer der Fall war. Vielmehr fügt sich der alte Mann als Vertreter des Judentums positiv in die Szene ein, indem er auf die Erfüllung des Prophetenwortes und den Besieger des Todes hinweist, während Ecclesia als Allegorie der christlichen Kirche in einem Kelch das Blut aus der Seitenwunde Christi auffängt.
Der Kelch als Attribut der Ecclesia tritt hier zum erstenmal auf und ist rein christlichen Ursprungs, während die hasta signifera, die Lanze mit der Fahne als Feldzeichen, welche Ecclesia in der linken Hand hält, auf die Antike zurückgeht und ein Zeichen der Herrschaft ist. Ebenso ist die Scheibe, die der Greis in seiner Hand hält, ein Herrschaftszeichen. Sie stellt den Erdkreis dar und ist eine Vereinfachung der Kugel als Sinnbild des Kosmos, die seit der römischen Kaiserzeit Attribut der Weltherrschaft war.

Ein kalligraphisches Kunstwerk
Der liturgische Text ist außerordentlich sorgfältig geschrieben, wobei verschiedene Schriftarten verwendet wurden. Zur Minuskelschrift des fortlaufenden Textes treten in allen Abschnitten goldfarbene Kapitalen, Capitalis rustica und Uncialis, hinzu und tragen so nicht nur zur Betonung einzelner Passagen, sondern auch zu einer klaren graphischen Gliederung des Textes bei.
Das eigentliche Hauptstück des Sakramentars, der Canon missae (fol. 14r–21r), wird durch einen Schmuck von ganz außerordentlichem Reichtum hervorgehoben, indem hier besonders zahlreiche goldene Initialen, figürliche Darstellungen sowie aufwendige Rahmungen vor Augen treten und der Text durchgehend in glänzenden Goldbuchstaben geschrieben ist.

Das persönliche Sakramentar des Bischofs Drogo
Das Sakramentar war nicht zur allgemeinen Benützung für alle Tage des Kirchenjahres bestimmt, sondern nur für die Benützung durch den Bischof. Es enthält daher nur jene Feste, an denen der Bischof selbst den Gottesdienst feierte, dafür aber auch die Gebete für die Sakramente und Weihungen, die dem Bischof vorbehalten sind.

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