Beatus de Liébana - Codex San Millán

Kloster von San Millan de la Cogolla, Rioja (Spanien)

Beatus de Liébana - Codex San Millán

Beatus de Liébana - Codex San Millán

Alternativ-Titel:
  • Beatus of Liébana - San Millán Codex
  • Beato de Liébana - San Millán Codex
Beatus de Liébana - Codex San Millán  – Emil. 33 – Real Academia de la Historia (Madrid, Spanien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Der Mönch Beatus von Liébana (ca. 730 – ca. 800) verfasste etwa um 776 einen maßgeblichen Kommentar zum biblischen Buch der Offenbarung des Johannes in 12 Büchern. Es handelt sich dabei um den einflussreichsten Text der mittelalterlichen Theologie, der die Erschaffung dutzender wertvoller Manuskripte inspirierte, vornehmlich in Nordspanien. Der San Millán Kodex ist eine der vollständigsten erhaltenen Kopien des berühmten Kommentars. Er ist mit 49 ganzseitigen Miniaturen ausgeschmückt, die in zwei Phasen im Laufe des 10. und 11. Jahrhunderts angefertigt wurden und herrliche Beispiele des mozarabischen und romanischen Stils darstellen. Das Manuskript ist nach dem Kloster San Millán de la Cogolla in La Rioja benannt, in dem der Kodex gegen Ende des 11. Jahrhunderts fertiggestellt wurde.

Beatus of Liébana - San Millán Codex

Dieses faszinierende Exemplar gehört der großen Tradition der sogenannten Beatus-Manuskripte an. Beatus von Liébana (ca. 730-ca.800), ein Mönch in Asturien, verfasste gegen Ende des 8. Jahrhunderts einen maßgeblichen Kommentar zum biblischen Text der Offenbarung des Johannes in 12 Büchern. Das Werk entstand in einer Zeit, als nahezu die gesamte iberische Halbinsel von den Mauren eingenommen war. Geschützt durch das Kantabrische Gebirge konnte sich allein das Königreich Asturien den Eroberern widersetzen und dadurch später zur Keimzelle des Widerstands der Christen werden. Die prekären Umstände der Zeit, unter denen Beatus den Kommentar schrieb, wirkten sich gelegentlich auf seine Arbeit aus und veranlassten ihn zu ganz konkreten, zeitbezogenen Interpretationen der biblischen Bildsprache. So wird für ihn das fürchterliche Ungeheuer, eigentlich eine Allegorie auf das Römische Reich, zum muslimischen Kalifat, und die „Hure Babylon“ wird zur Chiffre für Córdoba, statt für das antike Rom. Abgesehen davon befasst sich der Großteil seines Kommentars jedoch mit dem Christentum und ist dabei vor allem kritisch gegenüber Christen, die ihre eigenen Interessen vor den Willen Gottes stellen. Muslime finden tatsächlich nur am Rande Erwähnung. Neben dem Kommentar enthält der San Millán Kodex außerdem den Prolog zur Apokalypse, der auf den Hl. Hieronymus (347-420) zurückgeht, einen Kommentar zum Buch Daniel sowie Auszüge aus den Etymologiae des Isidor von Sevilla (ca. 560-636). Damit präsentiert diese Handschrift eine der vollständigsten erhaltenen Textversionen des berühmten Kommentars auf über 560 Seiten, die von49 farbprächtigen, ganzseitigen Miniaturen illustrativ ergänzt werden.

Wer war Beatus?

Beatus von Liébana war Mönch, Theologe und Angehöriger des Konvents Santo Toribio de Liébana im Königreich Asturien in Nordspanien. Bekanntheit erlangte er in erster Linie durch sein magnum opus, den Kommentar zur biblischen Apokalypse in zwölf Büchern. Das Werk entstand etwa um das Jahr 776 und wird verkürzt auch als „Beatus“ bezeichnet. Die zwölf Bücher des „Beatus“ wurden in zahlreiche Handschriften kopiert, abgeschrieben und mit herrlichen Bildzyklen ausgestattet. Der Korpus der heute noch erhaltenen Exemplare beläuft sich auf mehr als dreißig Handschriften und Fragmente des Beatus-Kommentars. Sie gelten als einige der schönsten Exemplare mozarabischer Buchmalerei, die sich trotz der feindlichen Beziehungen zwischen den beiden Volksgruppen von maurischer Kunst beeinflusst zeigen. Ein Großteil der Beatus-Handschriften entstand zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert in Nordspanien, wie auch der San Millán Kodex, der gegen Ende des 10. Jahrhunderts in der Blütephase der Beatus-Handschriftenproduktion angefertigt wurde.

Mozarabische Kunst trifft auf Romanik

Man geht davon aus, dass der Codex von San Millán in zwei Phasen entstand. Der erste, umfangreichere Teil wurde gegen Ende des 10. Jahrhunderts vermutlich in Kastilien in der Provinz von León hergestellt. Er enthält die Mehrheit der wunderschönen Miniaturen, die im mozarabischen Stil gehalten sind. Der zweite Teil stammt aus dem Skriptorium des Klosters von San Millán de la Cogolla in La Rioja, nach dem die Handschrift benannt ist und wo sie vermutlich gegen Ende des 11. Jahrhunderts angefertigt wurde. Im Zuge dessen kam eine neue Miniatur hinzu und die Farbgebung der bereits existierenden Miniaturen des ersten Teils wurde erneuert. In dieser zweiten Phase der Handschriftenproduktion werden Einflüsse des romanischen Stils deutlich. Das Manuskript ist somit gleichermaßen von Interesse für Theologen wie Kunstliebhaber.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Beatus of Liébana - San Millán Codex
Beato de Liébana - San Millán Codex
Sprache
Buchschmuck
48 große bis ganzseitige Miniaturen
Künstler / Schule

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Beatus de Liébana - Codex San Millán “

El Beato de San Millán de la Cogolla
Beatus de Liébana - Codex San Millán  – Emil. 33 – Real Academia de la Historia (Madrid, Spanien)
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El Beato de San Millán de la Cogolla

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Edilan – Madrid, 1999
Kommentar
1 Band von Soledad De Silva y Verástegui
Sprache: Spanisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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