Buch der Spitznamen von Damen und Rittern

Buch der Spitznamen von Damen und Rittern

Gesellschaftsspiele und Musik, von der Kirche verbannt: Der spanische Adel in zeitgenössischen Holzschnitten

  1. Dieser winzige Codex mit einem Gesellschaftsspiel und Musik ist mit Holzschnitten von zeitgenössischen spanischen Adligen versehen

  2. Er wurde von Luis de Milán (ca. 1500 - ca. 1561) geschrieben und am 29. Oktober 1535 von Francisco Díaz Romano in Valencia gedruckt

  3. Alle anderen Exemplare dieses spielerischen Werkes wurden in der folgenden Zeit eher rigider, introspektiver spanischer Religiosität zerstört

Buch der Spitznamen von Damen und Rittern

  1. Beschreibung
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Beschreibung
Buch der Spitznamen von Damen und Rittern

Ein Prachtexemplar aus dem Goldenen Zeitalter Spaniens in Valencia: Luis de Miláns Buch der Spitznamen von Damen und Rittern. Dieser winzige Codex mit einem Gesellschaftsspiel und mit Musik ist so schamlos weltlich, dass er von späteren Generationen als blasphemisch angesehen wurde, weshalb er auch die einzige erhaltene Ausgabe des Werkes ist. Das 1535 veröffentlichte Werk ist ein wunderbares Zeugnis für das Valencia des 16. Jahrhunderts, einen lebendigen Ort, der vom Geist der italienischen Renaissance durchdrungen war, und ein Ort, den Justo García Morales so beschrieb: „Wenn es einen Ort in Spanien gibt, an dem der ritterliche, nüchterne und mittelalterliche Geist seiner ersten 'reconquistadores' mit dem süßen Hedonismus zusammenkommt, der aus seinem Meer, seinem Himmel und seiner Erde geboren wird, dann ist es zweifellos Valencia."

Buch der Spitznamen von Damen und Rittern

Justo García Morales (1914-1998) bezeichnete diesen Text als "seltsam und beschwörend" und wies darauf hin, dass es sich um ein durch und durch weltliches Werk von der Größe eines kleinen Reisetaschenbuchs handelt, das ein Gesellschaftsspiel und Musik enthielt, von dem alle anderen Exemplare zerstört worden waren. Das Werk ist mit verschiedenen Holzschnitten geschmückt, die zeitgenössische spanische Damen und Herren abbilden. Er erklärt, dass es sich um ein perfektes Beispiel für das Valencia des 16. Jahrhunderts handelt: "Wenn es in Spanien einen Ort gibt, an dem sich der ritterliche, nüchterne und mittelalterliche Sinn seiner ersten 'reconquistadores' mit dem süßen Hedonismus verbindet, der aus seinem Meer, seinem Himmel und seiner Erde geboren wird, dann ist es zweifellos Valencia.“ Es war eine Zeit, in der Valencia durch die "levantinos" (Spanier von der Ostküste des Landes) ganz vom Geist der italienischen Renaissance durchdrungen war und sich sein Einfluss bis nach Neapel und Sizilien, die damals unter spanischer Kontrolle standen, sowie bis nach Rom erstreckte: nämlich unter der Herrschaft des valencianischen Papsttums von Papst Alexander VI., dem berühmten Borgia-Papst, der als Rodrigo de Borja (1431-1503) in der Nähe von Valencia geboren wurde. Nur eine so inspirierte Zeitperiode konnte ein so unbeschwertes Stück Literatur hervorbringen können.

Renaissance Valencia

In dieser Zeit hatte der Einfluss der Renaissance die Nachkommen der romantischen und mutigen Gefährten von König Jakob I. dem Eroberer (1208-76), vor dem das maurische Valencia am 28. September 1238 kapituliert hatte, weich gemacht. Die Valencianer waren nach der Reconquista von viel Selbstvertrauen erfüllt, mit Gold und Silber aus den amerikanischen Kolonien Spaniens angereichert und vom Geist des Humanismus der Renaissance durchdrungen. Dies war das Goldene Zeitalter Spaniens, eine Zeit blühender Kunst und Literatur. In dieser Atmosphäre schrieb der Autor Luis de Milán (ca. 1500 - ca. 1561) diesen Text, der am 29. Oktober 1535 von Francisco Díaz Romano in Valencia gedruckt wurde. Abschließend beschreibt er sich selbst als "Sohn eines frivolen und fröhlichen Hofes, dem eine noch frivolere und lustigere Dame vorsteht, die nicht mehr transzendente Bedeutung hatte, als als Zeitvertreib zu dienen und für einige Stunden fröhlich und galant zu unterhalten." Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass alle anderen Exemplare dieses trivialen und spielerischen Werkes in der darauffolgenden Zeit der prüden, introspektiven spanischen Religiosität zerstört wurden, wo solche unverhohlen weltlichen Werke als problematisch, wenn nicht gar blasphemisch angesehen worden sind.


Verfügbare Faksimile-Editionen:
Buch der Spitznamen von Damen und Rittern – R/7271 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Vicent Garcia Editores – Valencia, 2004
Limitierung: 3160 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Libro de Motes de Damas y Cavalleros - El Juego de Mandar

Vicent Garcia Editores – Valencia, 2004

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Vicent Garcia Editores – Valencia, 2004
Limitierung: 3160 Exemplare
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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