Buch der Strafen und Dokumente von König Sancho den Tapferen

Buch der Strafen und Dokumente von König Sancho den Tapferen

Spanien — Um 1290

Inspirierte Picasso zu "Guernica": Illuminierte, didaktische Geschichten zum rechten Verhalten, geschaffen für König Sancho IV. von Kastilien

  1. Ein exemplarisch illuminierter Text der didaktischen und moralisierenden Literatur des 13. Jahrhunderts

  2. Die moralisierenden Geschichten lehren, wie man sich gegenüber Gott, sich selbst und seinen Untertanen verhalten soll

  3. Dieser Werk für König Sancho IV. von Kastilien (1258–1295) beinhaltet eine Miniatur, die angeblich Picassos zu seinem Gemälde "Guernica" inspirierte

Buch der Strafen und Dokumente von König Sancho den Tapferen

Preiskategorie: €€ (1.000€ - 3.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Buch der Strafen und Dokumente von König Sancho den Tapferen

Wie musste man sich im Mittelalter verhalten, um ein tugendhaftes Leben zu führen? Wer sich darüber informieren will, kann im Buch der Strafen des Königs Sancho IV. – dem Tapferen – nachsehen. Das kunstvoll illustrierte Manuskript enthält lehrreiche Legenden von Heiligen und Propheten. Etwa um 1290 entstand die kostbare Schrift, sie enthält 22 Miniaturen in gedeckten Farben. Zum Teil sind diese mit kostbarem Blattgold versehen.

Das Buch der Strafen oder die Dokumente des Königs Sancho dem Tapferen

Der besondere Codex mit dem übersetzten Titel „das Buch der Bestrafungen und Dokumente für ein besseres Leben“, ist eine beispielhafte Schrift für die didaktische und moralisierende Literatur des dreizehnten Jahrhunderts. Sie besteht aus Predigten und apologetischen Texten aus verschiedenen kirchlichen und heidnischen Quellen. Das Buch war Sancho IV – genannt „der Mutige“ – dem König von Kastilien und seinem Sohn Ferdinand IV gewidmet. Die moralischen Geschichten im Werk sollten ihren Lesern gute Manieren beibringen und lehren, wie man sich gegenüber Gott, sich selbst und seinen Untertanen zu verhalten hat. Die Urheberschaft der Arbeit im Namen des Sancho IV. wird durch eine Inschrift auf der letzten Seite des Codex angedeutet. Hier heißt es, dass die Bearbeitung des Werkes 1292 beendet wurde und es „…mit Hilfe von klugen Wissenschaftlern verfasst" wurde. Das Buch entstand wohl im Skriptorium des Königsvaters Alfons X., des Weisen.

Die Bücherliebe des spanischen Königshauses

Sancho IV war ein ebenso begeisterter Literaturliebhaber wie sein Vater Alfons X. Beide häuften in der Zeit ihres Lebens eine umfangreiche und unvorstellbar wertvolle Buchsammlung an. Neben dem Buch der Bestrafungen gab Sancho die Übersetzungen zweier großer Enzyklopädien in Auftrag. Dabei handelte es sich einmal das „Buch der Schätze“ von Brunetto Latini im Jahr 1293 und zwei Jahre später das Lexikon des Elucidarius Honorius von Autun. Zwischen 1284 und 1289 wurde im Namen Sanchos eine Chronologie der Geschichte Spaniens verfasst. Diese wurde im Mittelalter, ebenso wie unser Buch der Strafen, als verlässliche historische Quelle gesehen. Heute ist allerdings klar, dass einige Schilderungen in diesen Werken nicht komplett der Wahrheit entsprochen haben. Dennoch informieren uns die Werke auf unterhaltsame Weise über das Leben unter dem großen König Sancho dem Mutigen.

Lehrreiche und ausdruckstarke Illustration

Das Buch der Strafen zeigt in verschiedenen Erzählungen auf, wie man sich im mittelalterlichen Spanien moralisch korrekt verhielt. Das besonders illustre Kapitel XI enthält eine wundersame Legende aus dem Leben des Propheten Daniel. In diesem Kapitel wird erläutert, wie Vasallen ihre Meister entsprechend ehren. Der begabte Buchkünstler Beatus von Saint-Sever malte eine Szene von Daniel und einem Löwen. Der Prophet wird nicht von dem Löwen angegriffen, wie es zu erwarten wäre. Die Legende soll lehren, dass niemandem etwas Schlimmes passieren kann, der seinem Herrn dient. Der Künstler Beatus verwendete für seine Illustrationen nur einige wenige Grundfarben, erzielte damit aber eine unglaublich kreative Wirkung. Ein Bild auf der Seite 85 des Buches der Strafen soll Picasso zu seinem Gemälde „Guernica“ inspiriert haben. Die Miniaturen des Werkes sind äußerst vielfältig. Sie zeigen Ritter auf Pferden und in Rüstungen, aber auch Personen in typischen, mittelalterlichen Roben. In einigen Bildern sieht man den nächtlichen Sternenhimmel, in anderen die Erde mit grün überwachsenen Hügel und Bergen, in wieder anderen das Meer mit Fischen und Schiffen.

Kodikologie

Alternativ-Titel
The Book of Punishment and Documents of King Sancho IV
Castigos e Documentos de Sancho IV el Bravo
Castigos e Documentos de Sancho IV
El Libro de los Castigos e documentos para bien vivir
Umfang / Format
166 Seiten / 37,0 × 26,5 cm
Herkunft
Spanien
Datum
Um 1290
Stil
Sprache
Buchschmuck
22 Miniaturen in verschiedenen Größen, einige davon mit Gold geschmückt
Auftraggeber
Sancho IV., "der Tapfere", König von Kastilien (1258–1295)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Ferdinand IV.

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Buch der Strafen und Dokumente von König Sancho den Tapferen – Cod. 3995. Vitr. 17‐8. – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Club Bibliófilo Versol – Madrid, 2002
Limitierung: 500 Exemplare
Detailbild

Buch der Strafen und Dokumente von König Sancho dem Tapferen

Die Vertreibung aus dem Paradies

Die erste Sünde der Menschheit brachte auch die erste Strafe mit sich – ein bewaffneter Engel führt Gottes Bann aus und vertreibt Adam und Eva aus dem Garten Eden, nachdem sie von der verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis probiert hatten. Während sie beschämt ihre Nacktheit mit Feigenblättern bedecken, schlängelt sich die hinterlistige Schlange im Hintergrund den Baum empor. In einer Wolke auf der linken Seite erscheint das Haupt Gottes, der seinem Zorn durch einen Sturm Ausdruck verleiht.

Castigos e Documentos de Sancho IV el Bravo
Einzelseite

Buch der Strafen und Dokumente von König Sancho den Tapferen

Zeichen von König Don Sancho

Dies ist ein perfekt komponiertes Beispiel spanischer Buchmalerei aus der Gotik. Die Seite wird von brillanten Rot- und Blautönen dominiert, die mit Blattgold veredelt sind. Um das Wappen des Königs herum steht eine Inschrift mit dem Text Signo del Rey Don Sancho. Es wird im Stil des Rosettenfensters einer Kathedrale präsentiert. König Sancho IV. sitzt unten links in blauem Brokat und wird von seinen Ratgebern umgeben.

Ein Kardinal, wahrscheinlich der Auftraggeber, sitzt dem König gegenüber vor einer Gruppe von Männern, die die für die Arbeit verantwortlichen „weisen Gelehrten“ vertreten. Die Miniatur zeigt gleichzeitig das Innere und das Äußere des Gebäudes. Bemerkenswert sind das Ziegeldach und die Spitzbogenfenster an der Außenseite sowie das Gewölbedach und die Säulen im Inneren.

Castigos e Documentos de Sancho IV el Bravo
Faksimile-Editionen

#1 Castigos e Documentos de Sancho IV el Bravo

Club Bibliófilo Versol – Madrid, 2002

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Club Bibliófilo Versol – Madrid, 2002
Limitierung: 500 Exemplare
Einband: Leder
Kommentar: 1 Band
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Preiskategorie: €€ (1.000€ - 3.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preis: Hier anmelden!
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