Entstanden in der Hofwerkstatt Kaiser Rudolfs II.: Realismus und erstaunliche Details bei Tieren und Pflanzen in einem Schatz der späten Buchmalerei

Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern

Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern

Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern

  1. Ein Juwel aus der Hofwerkstatt von Kaiser Rudolf II. (1552–1612) aus Prag, gehüllt in eine vergoldete Buchhülle aus Silberemail

  2. Dieses feine Exemplar der späten Buchmalerei wurde gegen 1600 für Kurfürst Maximilian I. von Bayern (1573–1651) gefertigt

  3. Die Randdekorationen und Miniaturen des Manuskripts zeichnen sich durch ein bewundernswertes Maß an Realismus aus

Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern

Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern

Die Verkündigung

Der Erzengel Gabriel erscheint plötzlich, kniet vor der Jungfrau Maria nieder und sagt zu ihr: „Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.“ (LK 1, 30-33)

Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern

Alternativ-Titel:
  • Prayer Book of Elector Maximilian I of Bavaria
Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern – Clm 23640 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)
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Preiskategorie: €€€ (3.000€ - 7.000€)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Ein Schmuckstück aus der Prager Hofwerkstatt Rudolphs II., das in den Besitz Kurfürst Maximilians I. von Bayern gelangte und heute seinen Namen trägt: als solches präsentiert sich das kostbare Gebetbuch in der ganzen Pracht der späten Buchmalerei um 1600. Beeindruckende Blüten- und Tierdarstellungen schmücken die Seiten der Handschrift in verblüffendem Realismus neben neun wunderbaren Miniaturseiten. Und gekrönt wird dieser Buchschatz durch den prachtvollen Einband, eine kostbare Silber-Email-Buchhülle von Hans Lenckers aus dem Jahr 1574.

Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern

Eine Maus knabbert an einer Eichel, ein großer Käfer krabbelt über eine Buchseite und ein prachtvoller Schmetterling flattert zwischen süßen Früchten und bunten Blüten. Solche Bilder in verblüffendem Realismus bilden den Randschmuck der Textseiten des Gebetbuchs Kurfürst Maximilians I. von Bayern. Die Blumen-, Früchte- und Tiermotive sind äußerst naturgetreu dargestellt und fein schattiert und führen das ganze Können des Miniaturisten vor Augen. Prunkvolle verschnörkelte Initialen aus feinstem goldenem Ornament auf kräftig leuchtendem Untergrund vollenden dieses Seherlebnis.

Prager Miniaturmalerei

Neben diesem überbordenden Randschmuck vergisst man beinahe die neun ganzseitigen Miniaturen, die die religiösen Texte des Gebetbuchs illustrieren. Diese präsentieren sich als wunderbar schwelgerische Darstellungen der biblischen Szenen. So ist etwa die Szene der Verkündigung in warmes Licht getaucht, der Engel erscheint in einem Meer aus weichen Wolken und die Überraschung steht Maria förmlich aufs Gesicht geschrieben. Verantwortlich für diese Pracht war ein unbekannter Maler in Prag um 1600. Die Handschrift entstand nämlich vermutlich im Auftrag Kaiser Rudolf II. (1552–1612) an dessen Prager Hof.

Von Prag nach München

Über unbekannte Wege gelangte das prachtvolle Stundenbuch schließlich in den Besitz Kurfürst Maximilians I. von Bayern. Maximilian I. (1573–1651), Herzog von Bayern, war ab 1623 Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches. Er betätigte sich aktiv in der Gegenreformation und im Dreißigjährigen Krieg und gilt als der eigentliche Gründer der Katholischen Liga. Neben seinen politischen Ambitionen war Kurfürst Maximilian auch ein großer Förderer der Kunst. So waren bedeutende Künstler an seinem Hof in München tätig, etwa Peter Candid, Friedrich Sustris und Adrian de Vries.

Der Einband als eigenständiges Kunstwerk

Geschützt wird dieses historische Schmuckstück, das sich heute unter der Signatur Clm 23640 in der Bayerischen Staatsbibliothek befindet, von einem prächtigen Einband. Diese Silber-Email-Buchhülle stammt aus dem Jahr 1574 und ist ein Werk Hans Lenckers, des bedeutendsten Nürnberger Goldschmieds neben Wenzel Jamnitzer. Der prächtige Silbereinband ist mit floralem farbigem Email geschmückt und mit vergoldetem Rücken, Schließen und acht Buckeln versehen. Eine würdige Hülle für diese Kostbarkeit der späten Buchmalerei!

Kodikologie

Alternativ-Titel
Prayer Book of Elector Maximilian I of Bavaria
Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern

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Incipit-Seite: Psalm 94

Präsentiert mit einem prächtigen goldenen „V“ vor blauem Hintergrund mit klassischen Ranken, werden die ersten Zeilen von Psalm 94 in einer wunderschön ausgeführten humanistischen Minuskelschrift wiedergegeben, wobei bei einigen Wörtern Buchstaben vergrößert und in Gold hervorgehoben werden. Während Verzierungen in dieser Zeit auch übermäßig ausladend ausfallen können, zeigt sich der Künstler hier sehr zurückhaltend und lässt viel Freiraum.

Am Ende der Seite findet sich die liebevolle Darstellung einer Maus, die an einer Eichel knabbert – und zwar so realistisch gemalt, dass es sich fast um ein Foto handeln könnte. Die blühende Ranke mit der darauf kletternden Raupe sowie der Marienkäfer links sind gleichermaßen naturalistisch und charmant gemalt. Dezent gezeichnete Schatten helfen dem Künstler, diese schöne ländliche Ästhetik zu gestalten.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern“

Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern
Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern – Clm 23640 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Müller & Schindler – Stuttgart, 1986
Kommentar
1 Band
Sprache: Deutsch
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Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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