Heilige Bibel: Codex Membranaceus Saeculi IX

Heilige Bibel: Codex Membranaceus Saeculi IX Faksimile

Skriptorium von Erzbischof Hincmar von Reims, Reims (Frankreich) — 870–875

Ein Kaiser sagt „danke“: Unübertreffliches Gastgeschenk an den Papst als Juwel karolingischer Buchmalerei

  1. In Auftrag gegeben von Kaiser Karl dem Kahlen (823–877) als Geschenk für Papst Johannes VIII. (reg. 872–882)

  2. Zwei Jahrhunderte später wurde die Bibel der Benediktinerabtei St. Paul vor den Mauern anvertraut

  3. Sie ist mit 24 ganzseitigen Miniaturen, 4 Kanontafeln, 35 Schmuckseiten und 91 Initialen geschmückt

Heilige Bibel: Codex Membranaceus Saeculi IX

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Beschreibung
Heilige Bibel: Codex Membranaceus Saeculi IX

Seit fast 1000 Jahren wird in der Benediktinerabtei von St. Paul vor den Mauern in Rom ein einzigartiges Buchjuwel aufbewahrt: die Bibel von St. Paul vor den Mauern, die prunkvollste und schmuckreichste Bilderbibel der Karolingerzeit. Von Karl dem Kahlen (823–877) in Auftrag gegeben, diente sie ihm als Gastgeschenk für Papst Johannes VIII. (reg. 872–882) anlässlich seiner eigenen Kaiserkrönung in Rom in 875. Die meisterhafte Buchmalerei ist an Farbpracht kaum zu überbieten, leuchtende Pastellfarben sowie strahlende Gold- und Silbertinten heben sich von dunklem, purpurgefärbtem Pergament ab. Der Buchschmuck umfasst 24 ganzseitige Miniaturen, 4 Kanontafeln, 35 Zierseiten und 91 Initialen. Die Handschrift ist ein herausragendes Beispiel für den karolingischen Stil der Buchmalerei, der unter der Herrschaft Karls des Großen (742–814), dem Großvater Karls des Kahlen, entstanden war.

Heilige Bibel: Codex Membranaceus Saeculi IX

Zwischen 870 und 875 entstand auf Geheiß Karls des Kahlen** (823-877), des Enkels des berühmten Karls des Großen (742-814), in dessen Schatten alle nachfolgenden europäischen Monarchen standen, die am reichsten illuminierte karolingische Bibel. Sie stammt aus der **Hofschule in Aachen und wurde am 25. Dezember 875 - in der Weihnachtsnacht - bei Karls Kaiserkrönung in Rom an Papst Johannes VIII. (reg. 872-882) überreicht. Zwei Jahrhunderte später, während der Herrschaft von Papst Gregor VII. (reg. 1073-85), wurde die Bibel der Benediktinerabtei St. Paul vor den Mauern anvertraut. Sie befindet sich dort bis heute und ist ein so berühmter Schatz, dass sie keine Signatur braucht, sondern auch als Bibel von St. Paul oder Bibbia di San Paolo fuori le Mura bekannt ist. Die Prachthandschrift ist ein Höhepunkt der karolingischen Buchmalerei: violett gefärbtes Pergament, Gold- und Silbertinte, leuchtende Pastellfarben, prächtige Initialen und Incipitseiten im insularen Stil sowie von der Kunst der Spätantike inspirierte Miniaturen.

Ein Juwel der karolingischen Buchmalerei

Die 337-seitige Bibel misst 44,8 x 35,5 cm und enthält 24 ganzseitige Miniaturen, darunter ein Widmungsporträt Karls des Kahlen, ein Porträt des heiligen Hieronymus, 14 alttestamentliche Szenen, einen Christus in seiner Herrlichkeit, vier Evangelistenporträts, eine Szene aus der Apostelgeschichte, vier Miniaturen zu den Paulusbriefen und eine Miniatur zur Offenbarung des Johannes. Eine 25. Miniatur aus dem Buch Hiob fehlt. Die Figuren und das übrige Dekor zeigen Einflüsse der Reimser Schule. Sie werden von 4 Kanontafeln, 35 Zierseiten und 91 Initialen geschmückt. Der Text der Zierseiten ist mit Goldtinte geschrieben, um den dunkelvioletten Grund mit Titeln in Capitalis rustica zur Geltung zu bringen, während für die Incipits Capitalis quadrata verwendet wurde. Der biblische Text wird in zwei Spalten von einem Schreiber namens Ingobert geschrieben, der wahrscheinlich der Leiter des Skriptoriums war und eine ganze Gruppe von Schreibern leitete, die an dem großen Werk arbeitete. Er wird im Prolog genannt: Eius ad imperium devoti pectoris artus Ingobertus eram referens et scriba fidelis. Der barocke Einband stammt von einer Restaurierung aus dem Jahr 1646, die von Abt Giovita De Rubeis in Auftrag gegeben wurde. Von 1970 bis 1981 wurde der Codex einer weiteren, längeren und sorgfältigeren Restaurierung unterzogen, was seinen heutigen außerordentlich prächtigen Zustand erklärt.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Biblia Sacra: Codex Membranaceus Saeculi IX
Bibbia di San Paolo fuori le Mura
Bible of St. Paul
San Paolo Bible
Umfang / Format
668 Seiten / 44,8 × 34,5 cm
Herkunft
Frankreich
Datum
870–875
Sprache
Schrift
Karolingische Minuskel Capitalis Quadrata
Buchschmuck
24 Titelminiaturen, 4 Kanonentafeln, 35 ganzseitige Incipit-Seiten, 91 Zierinitialen, Goldschrift und kolorierte Initialen
Inhalt
Bibel (Altes Testament in seiner Gesamtheit)
Auftraggeber
Karl der Kahle
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Papst Johann VIII.

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Heilige Bibel: Codex Membranaceus Saeculi IX – Abbazia di San Paolo fuori le Mura (Rom, Italien) Faksimile
Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato – Rom, 1993
Limitierung: 1000 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Biblia Sacra: Codex Membranaceus Saeculi IX

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 1000 Exemplare
Kommentar: 1 Band von Girolamo Arnaldi, Stefano Baiocchi, Bernhard Bischoff , Henri De Sainte-Marie, Maria C. Lilli di Franco, Joachim Gahede, Jean Gribomont, Jean Mallet, Florentine Mütherich, Giuseppe Nardin und Steven Pisani
Sprache: Italian
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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