Splendor Solis

Deutschland — 1440

Splendor Solis

Splendor Solis

Alternativ-Titel:
  • Splendor Solis
  • Sonnenglanz
Splendor Solis – Harley 3469  – British Library (London, Großbritannien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

„Splendor Solis“ ist eine illuminierte Handschrift, die etwa 1440 in Deutschland entstand und vom Universalgelehrten Ulrich Poysel verfasst wurde. Es ist die schönste Abhandlung über die Wissenschaft der Alchemie, die je verfasst wurde und ist mit 22 großen und farbenfrohen Illustrationen geschmückt.

Splendor Solis

Die Alchemie war eine mittelalterliche Naturwissenschaft, die der heutigen Chemie und Pharmakologie voranging. Zu den Zielen von Alchemisten gehörten unter anderem die Herstellung von Gold, Silber und anderen Edelmetallen. Dazu soll der sagenumwobene Stein der Weisen gedient haben. Der Codex „Splendor Solis“ ist die schönste illuminierte Handschrift, die je über die Wissenschaft der Alchemie verfasst wurde. Das Manuskript, das sich mit Grundfragen zu Themen der Religion, der Astrologie und dem alchemistischen Symbolismus auseinandersetzt, ist mit 22 prächtigen ganzseitigen Illustrationen geschmückt.

Ein philosophisches Wunderwerk

Verfasst wurde das unvergleichliche Traktat sehr wahrscheinlich von Ulrich Poysel, der hier unter seinem Pseudonym Salomon Trismosin arbeitete. Poysel war ein Lehrer des berühmten humanistischen Wissenschaftlers Paracelsus. In kryptischer Poesie erläuterte Poysel in „Splendor Solis“ die Naturelemente, ihre Kombinationen, ihre Mischungen, ihre Kräfte und ihre Einflüsse auf das Leben seiner Zeitgenossen. Sein umfassendes Wissen bezog der Mystiker unter anderem aus den magischen Werken der Kabbala, wie er selbst sagte.

Verschlüsselte Miniaturen

Ein besonders auffälliges Merkmal des Codex sind seine 22 erstaunlichen, großformatigen Miniaturen. Die Bilder, die von verschiedenen Tier- oder Blumenmotiven eingerahmt sind, sind kleine allegorische Meisterwerke, die nicht auf den ersten Blick zu entschlüsseln sind. Eine Miniatur des Werkes erlangte bereits im Mittelalter besondere Berühmtheit. Die Darstellung der Glaskolben, die bei alchemistischen Arbeitsprozessen verwendet wurden, ruft bei ihren Betrachtern noch heute Staunen und Bewunderung hervor. Innerhalb jedes Glaskolbens wurden geheimnisvolle, fantastische Wunderdinge dargestellt und die Kolben sind eingebettet in ein Gemälde vom ländlichen Leben im spätmittelalterlichen Deutschland. Über der Szene schwebt eine alles beherrschende heidnische Gottheit, die die Geschehnisse in den Glaskolben zu beeinflussen scheint. Die fantastischen Miniaturen sind ein Grund dafür, warum sich auch fachfremde Leser für den Codex begeistern.

Die Geschichte des Werkes

John Evelyn, Maler am englischen Hofe König Charles II., war eine der ersten Personen, die über das außergewöhnliche Traktat schrieben. Er sah den Codex im September 1680 in der Bibliothek des Whitehall Palace, wie seine Aufzeichnungen verrieten. Er berichtete über ihn, dass er „die Prozesse für das große Elixir der Philosophen» enthalte und dass er von unfassbar schönen Illustrationen verziert sei. Später gelangte das Meisterwerk in den Besitz des deutschen Theologen Johann Cyprianus und wurde später von der einflussreichen Aristokraten-Familie Harley erworben. Die Harleys waren bekannte Kunstförderer und Buchliebhaber. Heute ist das prächtige Traktat einer der größten Schätze der British Library in London.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Splendor Solis
Sonnenglanz
Umfang / Format
100 Seiten / 30,0 x 23,0 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1440
Sprache
Buchschmuck
22 ganzseitige Miniaturen
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Splendor Solis

Splendor Solis

Venus

Venus ist mit den Freuden des Lebens verbunden, mit allem, was freudig und schön ist. Hier bildet sie der Künstler auf einem Wagen ab, der von zwei Tauben gezogen wird, und durch ein geflügeltes Herz, das von einem Pfeil durchbohrt wird. Sie beherrscht eine Szene mit vielen Vergnügungen: Menschen, die ausreiten, tanzen, sich umarmen, musizieren, Gedichte rezitieren und Wein trinken.

Der Pfau war eines der wichtigsten Symbole des mittelalterlichen Europas und konnte je nach Kontext entweder für vergeblichen Stolz oder für edle Erhabenheit stehen. Darüber hinaus wurde angenommen, dass sein Fleisch ein Aphrodisiakum ist, das die männliche Potenz erhöht. Für Alchemisten war das Gefieder, das je nach Lichteinfall seine Farbe zu ändern scheint, ein weiteres Symbol für die Transmutation, die im Zentrum ihrer esoterischen Bemühungen stand.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Splendor Solis“

Splendor Solis
Splendor Solis – Harley 3469  – British Library (London, Großbritannien)
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
M. Moleiro Editor – Barcelona, 2010
Limitierung
987 Exemplare
Einband
Funkelrotem Leder mit goldener Verzierung
Kommentar
1 Band von Thomas Hofmeier, Jörg Völlnagel und Joscelyn Godwin
Sprache: Spanisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Details
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