Vergilius Publius Maro: Aeneid, Bucolicon, Georgicon, Appendix

Ferrara (Italien) — 1458–1459

Vergilius Publius Maro: Aeneid, Bucolicon, Georgicon, Appendix

Vergilius Publius Maro: Aeneid, Bucolicon, Georgicon, Appendix

Ferrara (Italien) — 1458–1459

  1. Publius Vergilius Maro (70-19 v. Chr.) gilt als einer der größten Dichter der Römer

  2. Seine drei berühmtesten Werke werden durch Gedichte ergänzt, die Vergil vielleicht in seiner Jugend schrieb

  3. Diese prachtvolle Vergil-Handschrift entstand zwischen 1458 und 1459 in Ferrara

Vergilius Publius Maro: Aeneid, Bucolicon, Georgicon, Appendix

Alternativ-Titel:
  • Virgilio. Eneide, Bucoliche, Georgiche, Appendix Vergiliana
Virgilio. Bucoliche, Georgiche, Eneide, Appendix Vergiliana
Bildvon
  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Der Autor Publius Vergilius Maro aus dem 1. Jahrhundert, heute kurz als Vergil bekannt, war wohl der bedeutendste und berühmteste Literaturautor der antiken Welt. Seine Texte haben die Jahrhunderte überdauert und zählen heute zu den einflussreichsten Dichtungen, die je geschrieben wurden. Vor allem seine drei Hauptwerke, die Bucolica, die Georgica und die Aeneis, sind von nicht zu überschätzender Bedeutung für die Weltliteratur. Der Appendix Vergiliana enthält Gedichte, die Vergil angeblich in seiner Jugend geschrieben haben soll. Diese prächtige Handschrift wurde zwischen 1458 und 1459 von den italienischen Meisterilluminatoren Guglielmo Giraldi und Giorgio d'Alemagna in Ferrara gefertigt und ist mit Miniaturen, historisierten Initialen und schönen floralen Rahmen illustriert.

Vergilius Publius Maro: Aeneid, Bucolicon, Georgicon, Appendix

Die drei Hauptwerke des großen antiken Dichters Vergil - nämlich die Bucolica, die Georgica und die Aeneis - zählen zu den bedeutendsten Texten der Geschichte der Weltliteratur. Die meisterhaften Erzählungen revolutionierten die lateinische Dichtung und wurden bereits kurz nach Vergils Tod mehrfach abgeschrieben, erneut veröffentlicht, kommentiert und überarbeitet. Dieses Prachtexemplar aus der Bibliothèque nationale de France stammt aus der Werkstatt von Guglielmo Giraldi (ca. 1423 - nach 1469) und Giorgio d'Alemagna (ca. 1410/20-1479) in Ferrara zwischen 1458 und 1459 und ist mit meisterlichen Miniaturen, Initialen und floralen Bordüren im Stil des Quattrocento geschmückt. Das Werk wurde ursprünglich von Leonardo Sanuto in Auftrag gegeben, einem venezianischen Patrizier, der zu dieser Zeit in Ferrara residierte.

Klassische Latein-Bestseller

Die drei großen Werke Vergils sind bekannt unter den Titeln Bucolica (d.h. Hirtendichtung in zehn Eklogen), Georgica - ein aus vier Büchern bestehendes Lehrgedicht über Ackerbau und Viehzucht - und das in zwölf Bücher** unterteilte Epos der Aeneis. Die poetischen Schriften wurden bereits in der Antike zu einem Corpus vereinheitlicht. Ebenfalls noch in der Spätantike wurden Vergils Werke vor allem für den Schulgebrauch **kontinuierlich kommentiert und mit einer umfassenden Vita, Fibeln und anderen ergänzenden Texten unterschiedlichster Herkunft versehen. Gleichzeitig entstanden äußerst luxuriöse Ausgaben des Werkes, in denen Vergils Text mit illustrierenden Bildern kommentiert wurde.
Die Appendix Vergiliana
**Juvenilia sind Werke, die ein Autor in seiner Jugendzeit geschaffen hat
und die, wenn überhaupt, meist erst im Nachhinein veröffentlicht werden, nachdem der Autor durch spätere Werke bekannt geworden ist. Vergils Juvenilia werden als Appendix Vergiliana bezeichnet und bestehen aus einer Sammlung von Gedichten, die in ihrer heutigen Form in der Spätantike zusammengestellt wurde. Obwohl sie in der Antike als Werke Vergils angesehen wurden, haben moderne Gelehrte gezeigt, dass nur ein paar von ihnen tatsächlich Werke Vergils sind, während der Rest von anderen Autoren des 1. Jahrhunderts stammt. Dabei könnte es sich um Versuche anderer Autoren handeln, eigene Werke unter Vergils Namen als Pseudepigrapha auszugeben, während andere zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise irrtümlich in die Sammlung aufgenommen worden sind. Nichtsdestotrotz sind es faszinierende Werke aus dem Goldenen Zeitalter der lateinischen Literatur, die bis heute von Gelehrten studiert und diskutiert werden.

Antike trifft Renaissance

Dank des Mäzenatentums des wohlhabenden und mondänen Hauses Este entwickelte sich Ferrara zu einem Zentrum der Handschriftenherstellung - vor allem humanistische Werke und wiederentdeckte Handschriften aus der Antike wurden vervielfältigt. Die von Guglielmo Giraldi und Giorgio d'Alemagna geschaffenen Miniaturen zeigen neben der Illustration der in den Texten beschriebenen Ereignisse auch Szenen mittelalterlicher bäuerlicher Arbeit und des täglichen Lebens, Menschen in zeitgenössischer Kleidung, aber auch Darstellungen von Soldaten in den klassisch geformten Rüstungen des 15. Jahrhunderts. Einige dieser Miniaturen sind Teil von aufwändigen historisierten Initialen mit Buchstaben aus Drachen, Löwen und Fischen. Die Figuren haben die weiche, märchenhafte Qualität des Stils der internationalen Gotik, weisen aber auch bereits den Naturalismus der Renaissance auf. Eine zarte Farbpalette, die von Rosa-, Blau- und Grüntönen dominiert wird, und viel Blattgold runden das Erscheinungsbild dieser außerordentlich schönen Handschrift ab.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Virgilio. Eneide, Bucoliche, Georgiche, Appendix Vergiliana
Umfang / Format
231 Seiten / 26,0 × 16,9 cm
Datum
1458–1459
Inhalt
Vergil: Bucolica, Georgica, Aeneis, Appendix Vergiliana
Auftraggeber
Leonardo Sanuto
Künstler / Schule
Vorbesitzer

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Vergilius Publius Maro: Aeneid, Bucolicon, Georgicon, Appendix“

Virgilio. Bucoliche, Georgiche, Eneide, Appendix Vergiliana
Bildvon

Virgilio. Bucoliche, Georgiche, Eneide, Appendix Vergiliana

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Istituto dell'Enciclopedia Italiana - Treccani – Rom, 2017
Limitierung
499 Exemplare
Kommentar
1 Band von Giuliano Canfora, Gennaro Ferrante, Andrea Mazzucchi und Massimo Bray
Sprache: Italienisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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