Gerardus Mercator - Atlas sive cosmographica

Biblioteka Uniwersytecka Mikołaj Kopernik w Toruniu (Toruń, Polen)

Alternativ-Titel:

Mercator-Atlas, Mercatoratlas, Atlas Merkatora, Atlas sive cosmographicae meditationes de fabrica mvndi et fabricati figvra

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Mercator-Atlas
Mercatoratlas
Atlas Merkatora
Atlas sive cosmographicae meditationes de fabrica mvndi et fabricati figvra

Art
Umfang / Format

504 Seiten / 44.0 x 32.0 cm

Herkunft
Datum
1585-1595
Stil
Genre
Sprache
Künstler / Schule

Gerhard Kremer, gennant Gerardus Mercator (1512 - 1594)
Rumold Mercator

Vorbesitzer

Königin Elisabeth I. (erster Teil)
Kardinal Ferdinand II. de’ Medici, Großherzog der Toskana (zweiter Teil)

Kurzbeschreibung

Unsere moderne Geographie und Navigation geht zurück auf die Arbeit des großen Universalgelehrten Gerhard Mercator. Der Wissenschaftler wurde bereits zu seinen Lebzeiten als Ptolemäus seiner Zeit gesehen. Seine Bedeutung für die Mathematik, die Philosophie und vor allem die Kartographie blieb über Jahrhunderte hinweg unerreicht. Sein kosmographischer Atlas legte den Grundstein für die Wissenschaft der Geographie. Das umfassende Werk „Atlas Sive Cosmographicae“ besticht nicht nur durch seine systematische Korrektheit und Präzision, es ist gleichzeitig einer der schönsten illustrierten Codices der Renaissance.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Gerardus Mercator – Atlas Sive Cosmographicae

Der Atlas des Gerhard Mercator gilt ohne Frage als das erste und wichtigste gebundene Kartenwerk, das je geschaffen wurde. Sein größtes und berühmtestes Projekt trägt den vollen Titel „Atlas sive Cosmographicae meditationes de fabrica mundi et fabricati figura“, was übersetzt bedeutet Atlas oder Gedanken eines Kosmographen über die Erschaffung der Welt und die Gestalt des Geschaffenen. Das umfangreiche Werk umfasst neben Abbildungen der Welt, der Kontinente und Länder auch theoretische Schriften zur Schöpfungsgeschichte. Der Atlas ist nicht nur ein Meilenstein der Geographie, er überzeugt mit seinen brillant kolorierten Illustrationen auch als absolutes Meisterwerk der spätmittelalterlichen Buchkunst.

Der große Gelehrte Gerhard Mercator

Gerhard Mercator, eigentlich Gerhard Krämer, war ein Universalgelehrter und einer der größten Wissenschaftler des 16. Jahrhunderts. Er war Mathematiker, Philosoph, Theologe und setzte vor allem in seiner Tätigkeit als Geograph und Kartograph Maßstäbe. Er wurde noch zu Lebzeiten als der Ptolemäus seiner Zeit angesehen und war bis in die arabisch-islamische Welt berühmt. Bekannt und heute noch präsent ist Mercator vor allem wegen der von ihm erfundenen und nach ihm benannten Mercator-Projektion, die auch in der modernen Kartographie noch Anwendung findet. Sein umfassender, kosmographischer Atlas veränderte die mittelalterliche Weltsicht grundlegend. Er war nach seiner Veröffentlichung nicht nur die wichtigste Navigationshilfe für Reisende zu Land und zu Wasser, sondern enthielt auch geographische Informationen, die der mittelalterlichen Weltbevölkerung bis dahin völlig unbekannt waren. Mercator selbst konnte das Erscheinen seines Meisterwerkes nicht mehr miterleben. Der Atlas wurde ein Jahr nach dem Tod des Meisters von dessen Sohn Rumold herausgegeben.

Ein Meisterwerk der Kunst und Wissenschaft

Der Mercatoratlas ist ein Kunstwerk von besonderem Rang. Er besticht durch seine Systematik, seine Präzision, die die Geographie des Mittelalters revolutionierte. Zu dieser Detailgenauigkeit kommt sein ausgesprochen hochwertiger, künstlerischer Charakter. Information und Ästhetik sind in diesem Werk, das sich ganz im Stil der Renaissance präsentiert, auf hervorragende Art und Weise miteinander vereint. Die abgebildeten Karten tragen Titel in aufwendiger, heraldisch anmutender Federschrift. Wasserflächen sind mit Fischen und Schiffen ausgestaltet, prächtige Wiesen und Landschaften zieren die Seiten in leuchtend saftigem Grün. Das unvergleichliche Meisterwerk war schon zur Zeit seiner Entstehung unglaublich kostbar und nur für ausgesprochen wohlhabende Mitglieder der mittelalterlichen Gesellschaft bezahlbar. Originale Exemplare des Atlas befanden sich beispielsweise im Besitz von Queen Elisabeth I. und von Ferdinand II. de Medici, dem Herzog der Toskana.

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