Kreuzritterbibel Ludwigs des Heiligen

MS M.638 - Morgan Library & Museum (New York, USA)
Bibliothèque Nationale de Frankreich] (Paris, Frankreich)
Getty Museum] (Los Angeles, USA)

Alternativ-Titel:

Morgan Crusader’s Bible, Crusader Bible, Shah Abbas Bible, Bible of Louis IX, Maciejowsky Bible, Biblia de los Cruzados, Kreuzritterbibel

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Morgan Crusader’s Bible
Crusader Bible
Shah Abbas Bible
Bible of Louis IX
Maciejowsky Bible
Biblia de los Cruzados
Kreuzritterbibel

Art
Umfang / Format

92 Seiten / 39.0 x 29.5 cm

Herkunft
Datum
Um 1250
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

König Ludwig IX., "der Heilige" (1226 - 1270)

Künstler / Schule

sechs verschiedene Maler

Buchschmuck

283 Miniaturen insgesamt: 43 Blätter mit ganzseitigen Miniaturen auf Vorder- und Rückseite

Vorbesitzer

König Alfonso X., der Weise (1221 - 1284), König von Kastilien, León und Galizien
Karl von Anjou (1285)
Bernhard Maciejowski, Bischof von Krakau
Abbas, Schah von Persien (1604)
Sir Thomas Philipps

Kurzbeschreibung

Die Kreuzritterbibel (heute im Besitz des J.P. Morgan Museums in New York) ist das wohl herausragendste Werk der berühmten Buchsammlung König Ludwigs des IX (1214-1270) von Frankreich. Dieser einzigartige Bildband illustriert in 283 herausragenden Miniaturen die Ereignisse des Alten Testaments. Der Codex ist weltbekannt und hatte einige bedeutende Vorbesitzer, die den Bildern erläuternde Kommentare in verschiedenen Sprachen (etwa persisch) hinzufügen ließen. So ist die Bibel auch bekannt als Schah-Abbas-Bibel, nach dem Schah von Persien, der das Werk zu Beginn des 17. Jahrhunderts geschenkt bekam, oder Maciejowsky Bibel, nach dem späteren Besitzer Kardinal Maciejowsky, dem Bischof von Krakau.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Die Kreuzritterbibel des J.P. Morgan

Die Kreuzritterbibel, auch bekannt als Bilderbibel König Ludwigs des Heiligen, entstand um 1250 in einem Pariser Künstleratelier. Sie ist ein reiner Bildband, der in insgesamt 283 monumentalen und aufwendig gestalteten Miniaturen die Geschichte des Alten Testaments darstellt. Das Werk beginnt mit der Schöpfungsgeschichte und geht bis zur Herrschaftszeit König Davids. Ein besonderer Fokus liegt auf den kriegerischen Ereignissen des Testaments, wie zum Beispiel der Lehre des gerechten Krieges. Den leuchtend farbigen Bildern wird durch raffiniert aufgelegtes Blattgold in fast jeder Miniatur ein besonderer Glanz verliehen. Die Kreuzritterbibel ist ein Höhepunkt der großen Handschriftensammlung Ludwigs des Heiligen.

Im Auftrag des Königs

König Ludwig IX., der Heilige, war der wohl christlichste König Frankreichs. Er war ein leidenschaftlicher Kreuzfahrer und hatte es sich zur Aufgabe gemacht, seine Anhänger aufzurufen, in den Krieg für die Eroberung des Heiligen Landes zu ziehen. Mit seiner Kreuzritterbibel sollten seine Kreuzzugsgedanken in detailreichen und intensiven Bildern illustriert werden und seinen Zeitgenossen einen Ansporn bieten. Die Bilderfolge sollte nicht von unnötigem Text gestört werden. Erst später wurden erläuternde Textpassagen in mehreren Sprachen hinzugefügt.

Eine aufregende Geschichte

Die Kreuzritterbibel kann heute auf eine abenteuerliche Reise durch die ganze Welt zurückblicken. Nach seiner Entstehung befand sich das Werk 50 Jahre in der Hand seines Auftraggebers und wurde um 1300 vermutlich nach Neapel zu Ludwigs Verwandtem Karl von Anjou gebracht. Dieser ließ die Bilderbibel mit lateinischen Texten ausstatten, die die biblischen Szenen zusammenfassend erläutern. Danach verliert sich die Spur des Codex, erst 300 Jahre später taucht er im Besitz des Bischofs von Krakau, Bernhard Maciejowski auf. Dieser übergab das Werk einer päpstlichen Abordnung, die den persischen Schah Abbas für eine Verbindung im Kampf gegen die Türken gewinnen sollte. Die Bibel wurde ihm als überzeugendes Geschenk überreicht. Der Schah ließ persische Bildkommentare hinzufügen und entfernte drei Seiten, die den Aufstand Absaloms gegen seinen Vater zeigten. Der Schah wollte diese antikönigliche Lektüre wohl vor seinen eigenen Söhnen geheim halten. Ab hier wird die Geschichte des Werkes wieder undurchsichtig. Wohl im 17. Jahrhundert wurden die persischen Kommentare ins Hebräische übersetzt. Im 19. Jahrhundert befindet sich das kostbare Manuskript im Besitz eines Griechen namens Joannes Athanasiou. Sir Thomas Philipps ersteigerte es in einer Auktion und hinterließ es einem Erben, der es 1916 an den heutigen Besitzer John Pierpont Morgan verkaufte.

Außergewöhnliche Buchmalerei

Der Bildband von monumentalem Ausmaß enthält 283 Miniaturen, die in ihrer Qualität weniger an Buchmalerei als an die Glas- und Wandmalereien der Sainte-Chapelle in Paris erinnern. Deshalb vermutet man die Meister, unter denen sich sechs unterscheiden lassen, auch unter den Ausstattern jener Kapelle. Diese wurde zwei Jahre vor der Fertigstellung der Kreuzritterbibel eingeweiht. Die großformatigen Miniaturen zeigen die bedeutenden Kriege, die Schlachten und berühmten Personen und Ereignisse des Alten Testaments. Zeitgemäß wurden Details wie Kleidung, Rüstungen und Waffen in der Tradition des 13. Jahrhunderts dargestellt. Beim Betrachter sollte der Eindruck erweckt werden, König Ludwig den IX. selbst im tapferen Kampf zu erkennen. Besonders kunstvoll wurde Gold in verschiedensten Variationen verwendet. Leuchtendes Blattgold wechselt sich ab mit gedämpftem, mattem Pinselgold. So wird jede Seite des prächtigen Codex zu einem individuellen Meisterwerk.

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