Legenda Maior: Das Leben des Heiligen Franz von Assisi

Centro de Estudios Franciscanos, Cardenal Cisneros (Madrid, Spanien)

Alternativ-Titel:

Legenda Maior: The Life of Saint Francis of Assisi

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Legenda Maior: The Life of Saint Francis of Assisi

Art
Umfang / Format

148 Seiten / 22.0 x 16.5 cm

Herkunft
Datum
13. Jahrhundert
Stil
Genre
Sprache
Künstler / Schule

Autor: Heiliger Bonaventura, San Bonaventura (1221-1274)
Illustrationen: Schule von Giotto

Buchschmuck

164 Miniaturen

Kurzbeschreibung

Die Legenda Maior ist die einzige authentische, als verbindlich geltende Erzählung über das Leben des Heiligen Franz von Assisi. Das bedeutende Manuskript wurde etwa im Jahr 1263 vom einflussreichen Philosophen und Theologen Bonaventura verfasst und mit traumhaften Illustrationen ausgestattet. Die Bilder zeigen sich deutlich beeinflusst von szenischen Freskendarstellungen aus dem Leben des Heiligen, die vom berühmten Maler Giotto in Assisi angefertigt wurden.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Die Legenda Maior: Das Leben des Heiligen Franz von Assisi

Franz von Assisi war der Begründer des Ordens der Minderen Brüder, der nach ihm als Franziskanerorden benannt wurde. Er wird in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrt. In unzähligen Handschriften und Büchern, Gemälden und auch in Film und Fernsehen wurde und wird bis heute das Leben des Heiligen thematisiert. Ein beeindruckendes literarisches Werk, das dieser bedeutenden Persönlichkeit gewidmet ist, wurde im 13. Jahrhundert in Italien verfasst. Es ist die sogenannte Legenda Maior, die vom Philosophen und Theologen Bonaventura geschrieben wurde und mit 164 atemberaubenden Miniaturen ausgestattet ist. Die Bilder stammen aus dem Künstlerkreis um den weltberühmten Maler Giotto.

Ein bedeutender Urheber

Die umfangreiche Biographie des Heiligen Franz von Assisi wurde etwa 1263 von Giovanni di Fidanza, auch bekannt als Bonaventura, verfasst. Bonaventura lebte von 1221 bis 1274 und war einer der bedeutendsten Philosophen und Theologen der Scholastik, Generalminister der Franziskaner und Kardinal von Albano. Er leitete den Franziskanerorden 17 Jahre lang bis zu seinem Tod. Am 14. April 1482 wurde er durch Papst Sixtus IV. heiliggesprochen und 1588 durch Sixtus V. als Doctor seraphicus zum Kirchenlehrer erklärt. Bonaventura war einer der wirkungsgeschichtlich einflussreichsten Theologen der Scholastik. Papst Leo XIII. bezeichnete ihn als „Fürst unter allen Mystikern“, seine Legenda Maior ist das wohl bedeutendste Werk des großen Gelehrten.

Authentisches Schriftgut

Die Legenda Maior entstand im Auftrag des Generalkapitels der Franziskaner. Es sollte eine Lebensbeschreibung des Franz von Assisi verfasst werden, die als einzige authentische Franziskusbiographie gelten sollte. Nach ihrer Fertigstellung galt die Schrift als verbindliches Regelwerk für das Leben der Ordensbrüder und die Lektüre jeder anderen Vita des Heiligen wurde streng untersagt. Bonaventura steuerte mit seinem Werk die Franziskaner auf einen gemäßigten und dauerhaften Kurs, der ihm den Ruf des „zweiten Gründers des Ordens“ einbrachte. Er versöhnte die Anhänger strengster Armut mit den Vertretern einer bequemeren Lebensauffassung, zwischen welchen lange Zeit ein Konflikt herrschte, der heute mit dem Begriff des Armutsstreits bezeichnet wird. Die Legenda Maior kann als das bedeutendste Manuskript betrachtet werden, das je im Orden der Minderen Brüder verfasst wurde.

Bilderschmuck von höchster Qualität

Die 164 umwerfend schönen Illustrationen der Legenda Maior wurden im künstlerischen Umfeld des berühmten Malers Giotto angefertigt. Giotto schuf seine ersten Werke in Assisi, wo er Fresken für die Oberkirche der Basilika di San Francesco gestaltete. Hier stellte er das Leben des Heiligen Franz von Assisi in 28 Bildszenen dar. In seinen Darstellungen folgte er der von Bonaventura verfassten Legenda, deren Texte unter den Fresken wiedergegeben wurden. Die Buchillustrationen des bedeutenden Manuskripts orientieren sich deutlich an den Kunstwerken Giottos in Assisi. Die Bilder gehören zu den erstaunlichsten Erzeugnissen der mittelalterlichen Illuminationskunst. Erstmals wurde hier mit Landschaften im Hintergrund und verschiedenen architektonischen Strukturen eine Tiefendimension erzeugt. Figuren wurden nicht statisch und flächig nebeneinander, sondern innerhalb des Bildes durch Gesten, Haltung und Blickrichtung aufeinander bezogen abgebildet. Sie zeigen Individualität und wurden weicher, menschlicher und realistischer dargestellt als es je zuvor der Fall war.

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