Psalter des Robert de Lisle

Arundel 83 II - British Library (London, Großbritannien)

Alternativ-Titel:

De Lisle Psalter, Il Salterio di Robert de Lisle

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Kodiologie

Alternativ-Titel

De Lisle Psalter
Il Salterio di Robert de Lisle

Art
Umfang / Format

38 Seiten / 35.0 x 23.0 cm

Herkunft
Datum
Um 1310-1320
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Robert De Lisle

Künstler / Schule

Meister der Madonna
Meister der Majestäten
Londoner Hofschule
Einfluss von Jean Pucelle

Buchschmuck

33 zum Teil ganzseitige Miniaturen illustrieren biblische Ereignisse, 12 ganzseitige theologische Diagramme, eine schematische Darstellung ohne Figurenschmuck und ein Kalender

Vorbesitzer

William Howard, Lord von Naworth

Kurzbeschreibung

Das Kompendium von 38 durchgehend illuminierten Seiten, die heute in der British Library in London erhalten sind, geben eine Ahnung von der überbordenden Pracht des einstigen Psalters. Im typisch englischen Stil des Hochmittelalters von großen Meistern der Zeit gestaltet, enthält der De Lisle Psalter (ohne den verlorenen Psaltertext) eine beachtliche Folge von theologischen Diagrammen und Allegorien. Die 24 Miniaturseiten und Bildsequenzen strahlen in leuchtenden Farben und wertvollem Gold.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

De Lisle Psalter

Das Kompendium von 38 durchgehend illuminierten Seiten, die heute in der British Library in London erhalten sind, geben eine Ahnung von der überbordenden Pracht des einstigen Psalters. Im typisch englischen Stil des Hochmittelalters von großen Meistern der Zeit gestaltet, enthält der De Lisle Psalter (ohne den verlorenen Psaltertext) eine beachtliche Folge von theologischen Diagrammen und Allegorien. Die 24 Miniaturseiten und Bildsequenzen strahlen in leuchtenden Farben und wertvollem Gold.

Kunstvoll gestaltete Bilderhandschrift

Der De Lisle Psalter ist ein Meisterwerk der englischen Gotik. Mit der höchst kunstvollen Ausgestaltung der Miniaturseiten mutet die Handschrift fast königlich an. Elemente, die aus der französischen und englischen Architektur der Gotik bekannt sind, werden in der Buchmalerei umgesetzt. Dieser Stil erinnert an die hochmittelalterliche Altar- und Tafelmalerei Englands.
Die 38 erhaltenen Seiten des ursprünglichen Psalters sind durchgehend illuminiert. Am Beginn steht ein 12-teiliges Kalendarium, mit feinsten Ranken und kostbaren Initialen geschmückt. Darauf folgen die 24 großformatigen Miniaturseiten: das sogenannte speculum theologiae, eine Sammlung verschiedenster theologischer Diagramme, beispielsweise ein Lebensbaum, das Lebensrad mit den zehn Lebensaltern des Menschen oder eine Tafel mit den zehn Geboten. Dazwischen sind einige Miniaturseiten mit Szenen aus dem Leben Christi und zu biblischem Geschehen eingefügt.

Große englische Kunst

In diesen Miniaturseiten kommt das ganze Können der Miniaturisten zur Geltung. An dem Psalter waren zwei Künstler beteiligt: um 1310 wurde der Großteil der Handschrift vom sogenannten Madonna-Meister illustriert. Dieser gestaltete den Psalter im typisch englischen Stil der Gotik. Kurz nachdem Robert de Lisle die Handschrift seiner Tochter übergab, vollendete der sogenannte Maiestas-Meister den Psalter mit fünf weiteren Miniaturseiten im französichen Stil eines Jean Pucelle.
Die Miniaturen bestechen auf den ersten Blick durch die besondere Rahmung mit komplizierten Formen, die zahlreich variiert werden. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Ornamentfeldern bildet auch den Hintergrund der Bildszenen. Rasterartig gegliedert werden die feinsten und entzückendsten Ornamentmuster dargestellt. Diese lassen an islamische Einflüsse denken, die über Spanien in ganz Europa verbreitet waren. England war durch die Königin Eleonore von Kastilien (1274-1290), Gemahlin König Edward I., mit Spanien verbunden. Neben den Ornamenten begeistert vor allem die Zartheit der Figuren, die wunderbar modelliert sind. Leuchtende Farben und reiche Goldziselierung bestimmen die gesamte künstlerische Ausstattung der Handschrift.

Hochkarätiger Buchschatz

Der Psalter war ursprünglich im Besitz des englischen Barons und Parlamentsmitglieds Robert de Lisle (1288-1344). Als er beschloss, in ein Kloster einzutreten, gab er die wertvolle Handschrift an seine Tochter weiter. Über diese gelangte der Psalter in die Hände der Familie Howard, der Dukes of Norfolk und Earls of Arundel. Henry Howard, ein Kunstliebhaber und -Sammler, war es schließlich, der den Familienschatz im 17. Jahrhundert an die Londoner Royal Society übergab. 1831 kaufte die British Library ein Kompendium von über 500 Handschriften aus dem Arundel-Besitz an, darunter der berühmte erhaltene Teil des De Lisle Psalters, zusammengebunden mit dem sogenannten Howard-Psalter. Dort wird der De Lisle Psalter zusammen mit dem Buch von Lindisfarne, dem Bedford-Stundenbuch und weiteren hochkarätigen Handschriften als Highlight und Besuchermagnet in der Dauerausstellung präsentiert.

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