Tanzbüchlein der Margarete von Österreich

Ms. 9085 - Bibliothèque Royale de Belgique (Brüssel, Belgien)

Alternativ-Titel:

Dancing Book of Margaret of Austria, Les basses danses de Marguerite d'Autriche

Faksimile-Ausgabe
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Kodiologie

Alternativ-Titel

Dancing Book of Margaret of Austria
Les basses danses de Marguerite d'Autriche

Art
Umfang / Format

56 Seiten / 12.8 x 21.0 cm

Herkunft
Datum
Um 1470
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Maria von Burgund, Frau von Kaiser Maximilian I.

Buchschmuck

Anmerkungen in Silber, Texte in Gold und Ornamentik

Vorbesitzer

Maria von Ungarn
König Philipp II. von Spanien

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Zauberhafte Gold-Kalligraphie auf schwarzem Pergament

Meisterwerke der Buchkunst müssen nicht immer reich mit Miniaturen ausgestattete Codices sein. Gerade unter den Musikhandschriften des Mittelalters gibt es zahlreiche Beispiele buchkünstlerischer Höchstleistungen, die „Basses Danses de Marguerite d’Autriche“ sind eines davon.

Die Handschrift, die erstmals in einem Inventar der Margarete von Österreich aus dem Jahre 1523 erwähnt wird, ist um 1470 in Flandern entstanden und sollte eine Gedächtnisstütze für die Tänzer bei der Ausführung der „Basses Danses“, der Bodentänze (im Gegensatz zu den Tänzen mit Sprüngen) sein, Tänze, die nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Frankreich und Italien sehr beliebt waren.
Nach einer eindrucksvollen Wappenseite wird das Büchlein mit einem kurzen, theoretischen Teil eingeleitet und beinhaltet dann 59 verschiedene Tänze. Jede Seite ist mit einer goldenen Lineatur versehen, auf der die Titel der Tänze, Texte, Noten und Schrittbezeichnungen in Gold und Silber ausgeführt sind. Initialen vom Typus der „lettre tournure“ schmücken beinahe alle Seiten. Ihr schwungvolles Flechtwerk, das wir ähnlich auch im Stundenbuch der Maria von Burgund (Codex Vindobonensis 1857, Faksimile-Ausgabe: Codices Selecti, Vol. XIV) finden, weist die Handschrift als ein höfisches Meisterwerk aus. Es kann mit Recht angenommen werden, dass sich dieses Buch schon im Besitz der Gemahlin Kaiser Maximilians I., Maria von Burgund, befunden hat und von dieser an ihre Tochter Margarete, die spätere Generalstatthalterin der Niederlande, vererbt worden ist. Die Nachfolgerin in den Niederlanden, Burgund und Savoyen, Maria von Ungarn, ist durch ein Kupferstich-Ex-Libris ebenfalls als Eigentümerin des Tanzbüchleins ausgewiesen, das schließlich in den Besitz des spanischen Königs Philipp II. überging und bis zur Einverleibung in die Bibliothèque Royale, Brüssel, in den Inventaren der burgundischen Bibliothek des Hauses Habsburg verzeichnet war. Den besitzenden Damen mag die Handschrift noch eine echte Hilfe bei höfischen Tanzveranstaltungen gewesen sein, Philipp II. schätzte zweifellos die buchkünstlerische Seite.

Außergewöhnlich an den „Basses Danses“ sind nicht nur ihr musik- und kulturhistorischer Inhalt, die bestechende Kalligraphie und deren Ausführungen in Gold und Silber, außergewöhnlich ist auch der Beschreibstoff. Das Tanzbüchlein der Margarete von Österreich gehört zu den sieben Handschriften auf schwarz eingefärbtem Pergament, die bis zum heutigen Tage erhalten geblieben sind, und es teilt auch deren Schicksal im Erhaltungszustand. Was Ulrike Jenni und Dagmar Thoss über den prekären Zustand des Schwarzen Gebetbuchs des Galeazzo Maria Sforza (Codex Vindobonensis 1856) zu berichten wissen, gilt auch für unseren Codex: „Die durch chemische Vorgänge bewirkte Zerstörung ist so weit fortgeschritten, dass bei jeder Berührung eines Blattes, beim Umblättern etwa, die Gefahr besteht, dass das Pergament einreißt und wie hauchdünnes Glas absplittert und abbricht“. Allein eine Faksimile-Ausgabe kann also dieses Dokument abendländischer Musikgeschichte für Forschung und Bibliophile erschließen und das Original zu bewahren helfen.

Gold und Silber auf schwarzem Pergament vermitteln den Eindruck aufwendigen, doch gleichzeitig vornehmen Prunks“ (Jenni/Thoss). Diesen auch dem heutigen Betrachter zu vermitteln, ist eines der Ziele der Faksimile-Ausgabe, wobei auch der jetzige Zustand der oft wie Deckweiß wirkenden, an anderen Stellen leicht oxydierten Silberschrift, genauso treu wiedergegeben wurde, wie die Brillanz des Goldes und der matte Schimmer des schwarzen Pergaments. Ein buchkünstlerisches Kleinod des Spätmittelalters vermittelt uns den Glanz und das Gepränge am burgundischen Hofe.

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