Der International Medieval Congress in Leeds 2019

Mit unserem Vortrag auf Einladung: Der größte Mittelalter-Fachkongress Europas
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DER GRÖSSTE FACHKONGRESS FÜR MEDIÄVISTEN IN EUROPA

Hier ein kurzer Bericht darüber und zu unseren Eindrücken des diesjährigen größten Fachkongresses für Mediävisten in Europa an der University of Leeds, wo wir eingeladen waren, einen Vortrag  zum Thema "The Manufacture of a Medieval Manuscript Facsimile“ zu halten

IMC LEEDS: MEHR ALS 3.000 MEDIÄVISTEN AUS ALLER WELT

Beim International Medieval Congress in Leeds treffen sich jedes Jahr mehr als 3.000 Wissenschaftler aus aller Welt, um sich in Round Table Gesprächen mit Kollegen aus allen Fachrichtungen der Mediävistik auszutauschen. Zentraler Bestandstandteil des größten Mittelalterkongresses Europas sind jedoch hunderte Vorträge, sogenannte Sessions, an denen die Wissenschaftler an vier vollgepackten Tagen ihre neuesten Erkenntnisse vorstellen und über ihre Forschung berichten.

GROSSE EHRE: EINE EINLADUNG ZUM VORTRAG

Vergangenes Jahr lud uns Dr. Siegrid Schmidt von der Universität Salzburg ein, einen Workshop zum Thema Faksimiles zu gestalten. Dabei gab Mag. Sonja Führer, Leiterin der Stiftsbibliothek der Erzabtei St. Peter, einen Einblick in die Verwendung von Faksimiles in der akademischen Welt, bevor ich selbst über den langwierigen Herstellungsprozess referierte. Hier ist der dazugehörige Abstract zu unserer Session.

UNSER VORTRAG: "THE MANUFACTURE OF A MEDIEVAL MANUSCRIPT FACSIMILE"

In meinem 45-minütigen Vortrag "The Manufacture of a Medieval Manuscript Facsimile“ ging ich auf die vielen Herausforderungen ein, die bei der Faksimilierung einer mittelalterlichen Handschrift zu bewältigen sind: Die Auswahl und der Zugang zur Originalhandschrift, die Digitalisierung und die Papierauswahl, die Prozesse der Druckdatenaufbereitung und des eigentlichen Druckes, die Vergoldung und der Randbeschnitt, und schließlich die Buchbindearbeiten.

AUCH ZUM ANFASSEN: GROSSES INTERESSE UND TOLLE RESONANZ

Neben meiner Powerpoint-Präsentation und vor allem natürlich dem gesprochenen Wort, waren die mitgebrachten Schaustücke, Werkzeuge und Materialen besonders spannend für die gut 30 Teilnehmer. Der Vortrag fand am Morgen des zweiten Tages statt. Wären zusätzlich nur einige der vielen Wissenschaftler gekommen, die zeitlich bereits belegt waren oder erst später von unserem Vortrag erfahren haben (und denen wir skizzenhaft den Inhalt danach an unserem Stand wiederholen mussten) hätte der Raum mit 50 Sitzplätzen nicht ausgereicht. Das Interesse war enorm! Und die Resonanz, oft an der Zahl der Wortmeldungen und der persönlichen Gespräche im Anschluss an einen Vortrag abzulesen, war durch und durch extrem positiv.

PROF. HENRIKE LÄHNEMANN (UNIVERSITY OF OXFORD): EIN FAKSIMILE IN 10 MINUTEN...

Für ein Highlight der unerwarteten Art sorgte Frau Professor Henrike Lähnemann, unter anderem Lehrstuhlinhaberin für Medieval German Literature and Linguistics an der University of Oxford, eine der ältesten und renommiertesten Universitäten der Welt: Nicht nur, dass wir flugs eine Vogelfeder für den Schreibeinsatz präparierten (für solche Zwecke hat Professor Lähnemann immer ihr Taschenmesser parat), wir haben auch binnen 10 Minuten ein eigenes „Faksimile“ hergestellt! Vielen Dank für diese unerwartete Praxisstunde!

MIT DIREKTOR PROF. AXEL E.W. MÜLLER UND VIELEN ANDEREN: IMMER ZEIT FÜR GESPRÄCHE

Frau Professor Lähnemann war natürlich nicht die einzige interessante Persönlichkeit, die man in 4 Tagen Kongress trifft und kennenlernt. Die Mischung aus Koryphäen ihres Fachs und aufstrebenden Nachwuchswissenschaftlern aus England, Deutschland, Europa und der ganzen Welt – das macht für uns den International Medieval Congress von Leeds aus. Ganz besonders gefreut hat uns auch, dass der Congress Director Professor Axel E. W. Müller (oben) trotz seiner zahlreichen Verpflichtungen die Zeit gefunden hat, sich ausführlich mit uns zu unterhalten – über den Kongress und seine äußerst engagierten und hilfsbereiten Mitarbeiter, das Mittelalter (seine Fachgebiete sind Feuerwaffen und die Rezeption des Mittelalters heute) und natürlich: den Brexit.