Stil: Byzantinisch

Strenge Formen und schimmerndes Gold: Die tausendjährige Tradition des Ostens
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Byzantinische Buchmalerei

Nach dem Fall Roms im 5. Jahrhundert bestand das Römische Reich in seiner östlichen Hälfte mit Konstantinopel als neuer Hauptstadt fort. Um zwischen dem klassischen Römischen Reich und seinem mittelalterlichen Nachfolgestaat im Osten zu differenzieren, prägten moderne Historiker für letzteren den Begriff “byzantinisch”.

Die Kunst, Kultur und Technologie der Antike führten die Byzantiner in ungebrochener Tradition fort. So entstand im Laufe der Geschichte des Byzantinischen Reiches eine Kunst, die sich durch ein hohes Maß an Kunstfertigkeit und eine erstaunliche Homogenität über fast 1.000 Jahre hinweg auszeichnet. Sie hat eine starke Symbolik, reduziert die Form zugunsten dynamischer Linien und starker Farben, bevorzugt standardisierte Gesichtstypen mit flachen Zügen und eindringlichen Augen, setzt auf strenge figürlichen Posen und verwendet bevorzugt schimmernde Goldgründe.

Heiligenbuch von Kaiser Basileios II.

Zweites Konzil von Nicäa

Dies ist eine von 430 Miniaturen vor glänzendem Goldhintergrund im byzantinischen Stil, ein Zeichen für den Reichtum und die feine Bildung ihres kaiserlichen Auftraggebers, dessen fast 50-jährige Regierungszeit eine der längsten in der Geschichte überhaupt war. Obwohl diese Handschrift reicher ist als zeitgenössische Exemplare ihrer Art, ist sie beispielhaft für die byzantinische Buchmalerei, die über 1000 Jahre bemerkenswert homogen geblieben ist.

Der Realismus verlor seine klassischen Wurzeln nie aus den Augen, aber er wurde durch eine abstraktere und bedeutungsvollere Ästhetik ergänzt, die die symbolische Kraft der Bilder betonte und nach Perfektion und Standardisierung der Formen strebte. Dieses Bild nutzt die Perspektive auf wunderbare Weise, da die wichtigsten Persönlichkeiten in einem Halbkreis sitzen, umgeben von den über 350 anderen Teilnehmern des Konzils, das den Bildersturm ein für alle Mal beendet hat.