Oxforder Menologion

Oxforder Menologion – AyN Ediciones – Ms. Gr. th. f.1 – Bodleian Library (Oxford, Vereinigtes Königreich)

Thessaloniki (Griechenland) — ca. 1322–1340

Die Geschichten und Martyrien der Heiligen in goldenen Bildern: Ein byzantinisches Meisterwerk mit nicht weniger als 103 prächtigen Miniaturen auf goldenem Grund für den Despoten von Thessaloniki

  1. Nicht weniger als 103 prächtige ganzseitige Miniaturen auf goldenem Grund schmücken diese byzantinische Prachthandschrift

  2. Ein Menologion ist eine Sammlung von Heiligenviten, angeordnet nach deren Festtagen

  3. Wohl ein Auftrag von Demetrios Angelos Doukas Palaiologos (um 1297 – nach 1343), dem Despoten von Thessaloniki, der zweiten Stadt des Reiches

Oxforder Menologion

Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
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Beschreibung
Oxforder Menologion

Das Oxforder Menologion, welches seinen Namen aufgrund seines heutigen Aufenthaltsortes in der Bodleian Library im britischen Oxford erhielt, ist mit seinen 103 prachtvollen Miniaturen auf edlem Goldgrund eines der Hauptwerke byzantinischer Buchkunst. Das Meisterwerk entstand etwa um das Jahr 1330 und wurde wohl von einer Gruppe der talentiertesten Hofkünstler des byzantinischen Reiches gefertigt. Die Handschrift entstand vermutlich im Auftrag des Demetrios Angelos Doukas Palaiologos, des Despoten von Thessaloniki, der nach Konstantinopel zweitwichtigsten Metropole des Reiches.

Das Oxforder Menologion

Das sogenannte Oxforder Menologion ist eine der am prunkvollsten ausgemalten, bis heute erhaltenen Handschriften aus Byzanz und das einzige erhaltene reine Bildmenologion. Die Bezeichnung Menologion oder auch Menologium steht in erster Linie für eine Sammlung von Heiligenviten. Diese Werke sind geordnet nach den Daten der Fest- und Gedenktage für in den orthodoxen Kirchen und in den katholischen Ostkirchen verehrte Heilige, die im Laufe des Kirchenjahres gefeiert wurden. Eine Nebenform des Menologions mit Heiligenviten in Kurzform wird als Synaxarion bezeichnet. Um ein solches Werk handelt es sich bei dem kunstvollen Menologion aus Oxford. Dieser Codex zählt zu den Hauptwerken der großartigen byzantinischen Buchmalerei und ist mit über 103 prächtigen, reich mit edlem Blattgold ausgestatteten ganzseitigen Miniaturen illustriert.

Im Auftrag des Herrschers

Das Oxforder Menologion wurde um das Jahr 1330 im Auftrag des Despoten von Thessaloniki, Demetrios Angelos Doukas Palaiologos (um 1297 – nach 1343) hergestellt. Dieser stammte aus der Dynastie der Palaiologen und war etwa von 1322 bis 1340 Herrscher über Thessaloniki. Die Stadt Thessaloniki erlebte im Byzantinischen Reich eine wahre Blütezeit, sozusagen eine goldene Epoche. Nach Konstantinopel war Thessaloniki eine Zeit lang die zweitwichtigste Stadt im Reich und der Zweitregierungssitz byzantinischer Kaiser. Thessaloniki war nicht nur eine der wichtigsten Handelsmetropolen des Orients, sondern gleichzeitig eine Hauptstadt der Wissenschaft und der Künste. In der äußerst wohlhabenden Stadt entstanden sowohl bewundernswerte Denkmäler der Architektur als auch künstlerische und literarische Meisterwerke, die teilweise bis heute erhalten blieben und ihre Betrachter auch nach Jahrhunderten noch in ihren Bann ziehen. Das Oxforder Menologion zählt zu den letzten Zeugnissen aus dieser goldenen Ära der Kunst.

Die Heiligenviten in Bildern

Als reines Bildmenologion, das außerhalb seiner ganzseitigen Miniaturen keinerlei Text enthält (mit Ausnahme des Widmungsgedichts am Ende der Handschrift) ist das Oxforder Menologion tatsächlich ein Unikat der byzantinischen Buchkunst. Die Handschrift beginnt mit einem Zyklus aus 10 goldgrundierten ganzseitigen Darstellungen aus dem Leben Marias und Jesus – den großen Festbildern. Darauf folgt der Hauptteil mit 91 reich illuminierten Seiten, die jeweils in 4 Bildfelder aufgeteilt sind und die Heiligen, ihre Wundertaten und Martyrien im Verlauf des Kirchenjahres auf goldenem Grund präsentieren. Den Abschluss bilden zwei Seiten mit einem narrativen Zyklus aus sieben Szenen aus dem Leben des heiligen Demetrios. Dabei lässt sich jede Darstellung der Handschrift mittels griechischer roter Inschriften eindeutig identifizieren. ##Wegweisende Buchkunst
Die Künstler, die die Bilder zum Menologion beigetragen haben, schufen in ihrer Arbeit eine atemberaubende Meisterleistung der mittelalterlichen Illuminationskunst. In revolutionärer Art und Weise stellten sie Personen in ihren Miniaturen perspektivisch und ausgesprochen realitätsnah dar. Damit wandten sie sich ab von der bis dahin üblichen, flächigen Darstellungsweise, wie sie in den meisten handschriftlichen und illuminierten Codices des Mittelalters praktiziert wurde. Die Gestik der Figuren und der Faltenwurf ihrer Kleider wurden sehr lebendig dargestellt und die abgebildete Architektur im Hintergrund der Bilder zeugt von einer unglaublich feinen Beobachtungsgabe der Künstler. Auch die Mimik der Personen wurde in natürlicher Weise wiedergegeben, was zur Entstehungszeit des Menologion nur wenigen Künstlern in ähnlichem Maße gelang. In dieser lebendigen Bildwelt entfaltet sich die Kunst der Palaiologenzeit, die aus dem reichen Erbe der Antike neue schöpferische Kraft gewann.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Menologion Bizantino
Oxford Menologion
El Menologio de Oxford
Menologion of Despotes Demetrios
Byzantinisches Menologium
Greek Menologion
Oxforder Bildmenologion
Umfang / Format
120 Seiten / 12,6 × 9,5 cm
Datum
ca. 1322–1340
Sprache
Buchschmuck
103 ganzseitige Miniaturen mit 368 Szenen auf goldenem Grund
Inhalt
Bildmenologion ohne Text, das verschiedene Heiligenlegenden rein visuell in der Reihenfolge der Festtage der Heiligen im Verlauf des Kirchenjahres "erzählt"; Widmungsgedicht an Demetrios Angelos Doukas Palaiologos
Auftraggeber
Demetrios Angelos Doukas Palaiologos (um 1297 – nach 1343), Sohn des Kaisers Andronikos II. Palaiologos
Künstler / Schule
Vorbesitzer
William Webb

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Oxforder Menologion – AyN Ediciones – Ms. Gr. th. f.1 – Bodleian Library (Oxford, Vereinigtes Königreich)
AyN Ediciones – Madrid, 2007
Limitierung: 995 Exemplare
Detailbild

Oxford Menologion

Salbung des Leibes Christi

Während sie im Westen weniger verbreitet ist, ist die Szene, in der der Leichnam Christi für die Bestattung vorbereitet wird, in der Tradition der orthodoxen Kunst von großer Bedeutung. Christus wird auf einem "Salbungsstein" aufgebahrt, der zu schweben scheint. Die drei Marias und eine weitere Frau sind über dem Leichnam klagend dargestellt, während ihre männlichen Helfer zusehen, darunter möglicherweise auch Johannes der Evangelist und Joseph von Arimathäa. Ihre goldenen Heiligenscheine kontrastieren mit den dunklen Blau- und Schwarztönen dieser traurigen Szene.

Oxforder Menologion – AyN Ediciones – Ms. Gr. th. f.1 – Bodleian Library (Oxford, Vereinigtes Königreich)
Einzelseite

Oxford Menologion

Die Entschlafung Mariens

Diese ganzseitige Miniatur ist, auch wenn sie klein ist, wegen der reichen Verzierung bemerkenswert, insbesondere wegen des polierten Blattgolds, das die Seite dominiert und der Szene ein zeitloses und raumloses Gepräge verleiht. Obwohl an dem abblätterndem Seitenrand leicht beschädigt, ist es ein exemplarisches Werk byzantinischer Kunst mit einer bemerkenswerten Farbpalette.

Die zwölf Apostel haben sich auf wundersame Weise von ihrer Missionsarbeit auf der ganzen Welt zusammengefunden und in Jerusalem versammelt. Sie tragen einheitlich feierliche Gesichter. In einer hellblauen Mandorla, die von Engeln flankiert wird, erscheint Christus ganz in goldene Gewänder gekleidet, um so zu betonen, dass er zwar nicht physisch, aber geistig anwesend ist. Das Baby, das er in der Hand hält, ist die Seele seiner Mutter, die jetzt ihren Frieden gefunden hat und mit ihrem Sohn wiedervereinigt ist – ihre Rollen sind dabei vertauscht, da jetzt er sie in seinen Armen hält.

Oxforder Menologion – AyN Ediciones – Ms. Gr. th. f.1 – Bodleian Library (Oxford, Vereinigtes Königreich)
Faksimile-Editionen

#1 El Menologio de Oxford

AyN Ediciones – Madrid, 2007

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: AyN Ediciones – Madrid, 2007
Limitierung: 995 Exemplare
Einband: Brauner Ganzledereinband mit Blindprägung. Dieses Faksimile ist eine Gemeinschaftsausgabe der Bodleian Library und AyN Ediciones.
Kommentar: 1 Band (233 Seiten) von Cristina López Menaza und Irmgard Hutter
Vollständige farbige Wiedergabe des Originals „Oxforder Menologion“ in Originalgröße. Das Faksimile bildet Erscheinungsbild, Haptik und physische Merkmale des Originals möglichst originalgetreu nach. Die Seiten sind dem Originalformat entsprechend beschnitten. Der Einband kann vom heutigen Einband des Originals abweichen.
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Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
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