Stil: Romanisch

Die erste wahrhaft internationale Kunstrichtung und der Wegbereiter der Gotik
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Romanische Buchmalerei

Die romanische Kunst war die erste internationale europäische Kunstbewegung und wurde nach der Verbindung von Elementen aus der römischen, karolingischen, ottonischen, byzantinischen Kunst und örtlichen germanischen Traditionen im Westen benannt, während sich die östliche Kunst weiterhin innerhalb der strengen Ästhetik des byzantinischen Stils weiterentwickelte.

Obwohl die meisten Werke dem 11. und 12. Jahrhundert entstammen, gibt es doch einige, die ebenfalls als romanisch gelten können, die außerhalb dieses zeitlichen Rahmens angefertigt wurden. In der Romanik traten in der westeuropäischen Kunst zum ersten Mal ähnliche Merkmale auf, dennoch gab es in ganz Europa unterschiedliche Ästhetiken. Diese regionalen Stile beeinflussten sich gegenseitig und führten dadurch zur allmählichen Entstehung eines wahrhaft internationalen Stils, der sich in der Gotik herauskristallisieren sollte.

Die romanische Buchmalerei war lebendig, innovativ und dennoch einheitlich, indem sie nahtlos klassische, byzantinische und insulare künstlerische Einflüsse miteinander verwob und dabei hauptsächlich auffällige Primärfarben verwendete.

Berthold-Sakramentar

Einzug nach Jerusalem

Hier haben wir ein hervorragendes Beispiel der romanischen Buchmalerei, das Christus bei seiner Ankunft in Jerusalem zeigt - ein Ereignis, das Christen bis heute am Palmsonntag feiern. Die Szene verwendet satte Primärfarben, die in der Kunst der Romanik bevorzugt und die durch die großzügige Verwendung von Blattgold, einschließlich des glänzenden Goldhintergrunds im byzantinischen Stil, bereichert werden.

Die Szene befindet sich in einem wunderschön gemusterten Rahmen und zeichnet sich durch ihre Kraft und Dynamik im Vergleich zum eher statischen ottonischen Stil aus, insbesondere in Bezug auf die Haltung und Gestik der Figuren. Die gesamte Szene ist von Bewegung geprägt: vom Gefolge Christi, das sich der Stadt nähert, über die Männer, die ihre Tuniken ausziehen, um sie vor dem Esel des Messias abzulegen, bis zu denen, die aus den Fenstern schauen und auf Bäume klettern, um einen besseren Blick auf Jesus zu erhaschen.