Mit 123 ganzseitigen Miniaturen im romanisch-byzantinischen Stil: Beatus-Handschrift mit epischen Szenen wie der Sintflut, geschmückt mit Gold und Silber

Beatus von Liébana - Codex von Manchester

Wohl Kastilien (Spanien) — 12. Jahrhundert

Beatus von Liébana - Codex von Manchester

Beatus von Liébana - Codex von Manchester

Wohl Kastilien (Spanien) — 12. Jahrhundert

  1. Dieses Beatus-Manuskript enthält 123 ganzseitige Miniaturen im gemischt romanisch-byzantinischen Stil

  2. Die Dekoration des großformatigen Codex besteht aus hellen Grundfarben, Gold und Silber

  3. Das Manuskript hebt sich durch seine epischen Szenen ab, die etwa die Sintflut und Noahs Arche zeigen

Beato de Liébana: Códice de Manchester

Beatus von Liébana - Codex von Manchester

Die fünfte Trompete: Das erste Unheil

Nachdem der fünfte Engel in sein Horn geblasen hat, öffnet sich ein Abgrund, aus dem Rauch und Heuschrecken, gleich kampfbereiten Pferden mit menschlichen Gesichtern, hervorkommen, die den Engel Abaddon als ihren König verstehen und nur denjenigen Schaden zufügen sollen, die das Siegel Gottes nicht auf ihrer Stirn haben. Sie töten die Bösen nicht, sondern quälen sie, indem sie sie mit ihren Skorpionsschwänzen stechen: "Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, sie werden begehren zu sterben und der Tod wird von ihnen fliehen." (Offb. 9,6)

Beatus von Liébana - Codex von Manchester

Alternativ-Titel:
  • Beatus of Liébana - Manchester Codex
  • Beato de Liébana: Códice de Manchester
  • Manchester Beatus
  • Beatus de Liébana: Codex de Manchester
Beatus von Liébana - Codex von Manchester – Ms. Lat. 8 – John Rylands Library (Manchester, Großbritannien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie
Kurzbeschreibung

Der Manchester-Codex des Beatus von Liébana, entstanden zwischen 1170 und 1180, gehört zu den späten romanischen Beatus-Handschriften. In insgesamt 123 ganzseitigen Miniaturen wird die Offenbarung des Johannes und der berühmte Apokalypse-Kommentar des asturischen Mönches Beatus von Liébana wunderbar illustriert. Grandiose, farbenprächtige Miniaturen schmücken den 510 Seiten starken Codex, der in der Tradition der Beatus-Handschriften in Nordspanien gefertigt wurde. So stehen die eindrucksvollen und oft grausamen Bilder der Apokalypse, etwa vom Höllenschlund oder vom Untergang Babylons, auf kunstvolle Art und Weise vor dem Auge des Betrachters auf.

Beatus von Liébana – Codex von Manchester

Der Manchester-Codex des Beatus von Liébana, entstanden zwischen 1170 und 1180, gehört zu den späten romanischen Beatus-Handschriften. In insgesamt 123 ganzseitigen Miniaturen wird die Offenbarung des Johannes und der berühmte Apokalypse-Kommentar des asturischen Mönches Beatus von Liébana wunderbar illustriert. Grandiose, farbenprächtige Miniaturen schmücken den 510 Seiten starken Codex, der in der Tradition der Beatus-Handschriften in Nordspanien gefertigt wurde. So stehen die eindrucksvollen und oft grausamen Bilder der Apokalypse, etwa vom Höllenschlund oder vom Untergang Babylons, auf kunstvolle Art und Weise vor dem Auge des Betrachters auf.

Das Hauptwerk des Beatus von Liébana

Der Autor des berühmtesten und weit verbreiteten Apokalypse-Kommentars des Mittelalters war Beatus von Liébana, ein Mönch und Theologe in einem Kloster im Königreich Asturien im heutigen Nordspanien. Er lebte im 8. Jahrhundert und starb wohl nach 798. Um das Jahr 800 - man befürchtete für diese große Zeitenwende das Ende der Welt - erschien das Hauptwerk des Beatus, der Kommentar zur Apokalypse des Johannes in zwölf Büchern. Die allegorischen und symbolischen Bilder der Offenbarung des Johannes zum Ende der Welt sollten so leichter verständlich gemacht werden. Beatus hat in seinem Werk Versatzstücke verschiedener Autoren zusammengefasst, er nennt im Text sogar seine Quellen. Der Text der Apokalypse wurde in 66 Abschnitte eingeteilt, und nach jedem Abschnitt folgt die sogenannte explanatio, der Kommentar des Beatus zu den Versen. Diese Fülle an erzählerischen Bildern spiegelt sich auch in den Miniaturen wieder. Die Beatus-Handschriften enthalten üblicherweise mehr als 100 Illustrationen zu den einzelnen Abschnitten. Im Codex von Manchester sind es gar 123.

Bedeutendes Zeugnis nordspanischer Kunst

Wunderbare, eindrückliche Bilder schmücken den 45 x 31,5 cm großen, umfangreichen Codex. Neben den leuchtenden Farben – wobei die Primärfarben Rot, Blau, Grün und Gelb dominieren - begeistert vor allem die kunstvolle Gestaltung der Miniaturen mit Gold und Silber. Die meist ganzseitigen Miniaturen sind jeweils von einem Rahmen eingefasst. Als Besonderheit der Bilderfindung überschneiden manche Figuren diese Begrenzung und erstrecken sich darüber hinaus. Stilistisch muten die Bilder leicht byzantinisch an, sind aber vergleichbar mit nordspanischer Kunst um 1170–1180. Die Forschung ist sich darüber einig, dass zwei Buchmaler an dem Werk beteiligt waren, das vermutlich in Kastilien, unzweifelhaft aber in Nordspanien gefertigt wurde.

Eine unglaubliche Bilderfülle

Die einzelnen Miniaturseiten begeistern mit ihrer kreativen Art der Textillustration. So zeigt das Bild zur Erzählung von Noahs Arche einen wunderbaren Querschnitt durch das Schiff, das wie ein Haus aufgebaut ist. In unzähligen bunt gestalteten Fächern ist jeweils ein Tierpaar untergebracht. Die Taube holt einen Zweig von der grünen Palme rechts neben der Arche und bringt ihn Noah als Zeichen, dass die Flut vorüber ist. Allein die monochromen Tier-Darstellungen in den buntfarbigen Würfeln sind so kreativ gestaltet, dass man sich kaum sattsehen kann. Des Weiteren enthält der Beatus von Manchester eine wunderbare Darstellung einer Weltkarte, die Beatus' Text über die verschiedenen Regionen illustriert, in denen die zwölf Aposteln das Evangelium verbreiteten. Eine weitere Miniaturseite mit der Darstellung von Babylon, von Schlangen umgeben, wirkt sehr ornamental. Sie zeigt die Stadt als symmetrische Architekturkulisse, die von den gewundenen Schlangen als kunstvolle Rahmung umgeben wird.
Die Künstler brachten ihr gesamtes Können zum Ausdruck und schufen ein besonderes Exemplar der im Früh- und Hochmittelalter besonders in Nordspanien so populären Beatus-Handschriften. Wie wohl die meisten dieser illustrierten Codices des Apokalypse-Kommentars des Beatus von Liébana diente auch der Codex von Manchester als Luxusobjekt zur privaten Andacht. Noch heute kann sich der Betrachter in der grandiosen Bilderflut verlieren.

Kodikologie
Alternativ-Titel
Beatus of Liébana - Manchester Codex
Beato de Liébana: Códice de Manchester
Manchester Beatus
Beatus de Liébana: Codex de Manchester
Umfang / Format
510 Seiten / 45,0 × 31,5 cm
Datum
12. Jahrhundert
Stil
Sprache
Schrift
Gotisch
Buchschmuck
123 schöne, mit Gold und Silber ausgestattete ganzseitige Miniaturen
Inhalt
Kommentar zum Buch der Offenbarung von Beatus von Liébana
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Beato de Liébana: Códice de Manchester

Beatus von Liébana - Codex von Manchester

Der Fluss des Lebens und der Baum des Lebens

"Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes, mitten auf ihrer Straße und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker." (Offb. 22,1-2)

Der neue Himmel, die neue Erde und das neue Jerusalem sind errichtet worden. Christus wird thronend dargestellt, das Zeichen des Segens gebend, ein goldenes Buch haltend und flankiert von achtzehn Hufeisenbögen in sechs Dreierreihen, jede mit einer sitzenden Figur. Der Fluss des Lebens fließt zwischen den Füßen Christi zum Baum des Lebens darunter, während der Heilige Johannes und ein Engel auf einem Berg zur Linken stehen und alles beobachten.

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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Patrimonio Ediciones – Valencia, 2001
Limitierung
999 Exemplare
Einband
Lederbezogene Buchddeckel aus Holz mit Beschlägen und Schliessen aus Bronze.
Kommentar
1 Band (198 Seiten) von Peter K. Klein
Sprachen: Spanisch, Englisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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