Al-Gazuli: Hinweisungen zur Wohltätigkeit

Al-Gazuli – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Cod. Vindob. Mixt. 1876 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)

17. Jahrhundert

Die "Anweisungen zur Wohltätigkeit" von Al-Gazuli prächtig kalligraphiert: Einer der beliebtesten Texte des Islams von einem seiner größten Gelehrten in einem Werk beeindruckender nordafrikanische Buchkunst

  1. Die "Anweisungen zur Wohltätigkeit" von al-Gazuli (1404–1465), einem der bedeutendsten religiösen Denker des Islams

  2. Eines der schönsten Beispiele nordafrikanischer Buchmalerei

  3. Dieser spezielle Codex stammt aus dem persönlichen Besitz eines Fürsten aus Gambia oder Mauretanien

Al-Gazuli: Hinweisungen zur Wohltätigkeit

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Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
  1. Beschreibung
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  3. Einzelseite
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Beschreibung
Al-Gazuli: Hinweisungen zur Wohltätigkeit

Noch heute beten viele Muslime, insbesondere in Nordafrika, täglich aus diesem Werk von Al-Gazuli, aus den „Hinweisungen zur Wohltätigkeit“: Es handelt sich um mystische Gebete, in denen nach der Anrufung der 99 Namen Gottes sein Segen für Muhammad erbeten wird. Die Wirkung dieser Gebete sei sehr wohltuend. Die weite Verbreitung dieses Werkes lässt sich nicht nur an seiner häufigen Verwendung bis heute ablesen, sondern auch an den zahlreichen Abschriften dieses Gebetbuches; nahezu alle Bibliotheken Europas besitzen mindestens ein Exemplar dieses Werkes. Das hier vorliegende ist eines der schönsten Beispiele nordafrikanischer Buchmalerei: Es stammt aus dem persönlichen Besitz eines Stammesfürsten aus Gambia oder Mauretanien.

Al-Gazuli: Hinweisungen zur Wohltätigkeit

Die Dala’il al-hayrat, die Unterweisungen zur Wohltätigkeit gehören zu den am häufigsten kopierten und gelesenen arabischen Schriften religiösen Inhalts. Al-Gazuli (1404–1465) stammte aus dem Berbergeschlecht der Gazula in der marokkanischen Stadt Sus, wo er aufwuchs. Er begann seine Studien in seiner Heimat, reiste aber später nach Fes, wo er in die Madrasat asaffarin eintrat und seine berühmteste mystische Schrift schrieb: Dala'il alhayrat. Die Unterweisungen zur Wohltätigkeit sind allein schon wegen ihres besonderen Stils einzigartig. Sie sind in einer rhythmischen Prosa verfasst, wobei die ständige Wiederholung von Satzteilen deutlich hervorsticht. Man hat den Eindruck, dass das Werk für einen bestimmten Rezitationszweck konzipiert wurde. Diese Absicht zeigt sich auch in der vielen Wiederholungen, die „der Leserschaft das Auswendiglernen erleichtern sollen“. Bis heute wird dieses Gebetbuch an Wochenenden oder religiösen Feiertagen gemeinsam im Chor, laut und ohne Pause gelesen. Die Rezitation beginnt mit einem sanften Rhythmus und steigert sich langsam, bis sie in den letzten Versen ihren Höhepunkt erreicht.

Noch immer in Gebrauch

Die bis heute andauernde Verwendung der Dala'il al-hayrat sowie die Existenz zahlreicher Kopien des Gebetbuchs zeugen von der großen Beliebtheit des Werks. Praktisch jede Bibliothek im Orient und in Europa besitzt eine oder mehrere Versionen dieses Werkes. Viele wohlhabende Muslime haben prächtige Abschriften des Manuskripts anfertigen lassen. Eines der schönsten Exemplare ist der Codex in Wien, der sich vermutlich im Besitz eines Stammesführers in Gambia oder Mauretanien befand. Das vollständig erhaltene Gebetbuch enthält einen arabischen Text, der in einer spätwestlich entwickelten Magribi-Schrift geschrieben ist. Die Kalligraphie besticht nicht nur durch ihre anspruchsvolle Ausführung, sondern auch durch die Verwendung farbiger Tinte: schwarz, gold, rot, grün und blau. Jedes Schriftfeld auf den Textseiten ist mit goldenen und blauen Rahmungen versehen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche prächtige Ornamentseiten aus geometrischen und floralen Formen, die kunstvoll miteinander verwoben sind. Der subtile, unverkennbare Stil der Schrift und der Illumination des Gebetbuchs lässt auf einen geschickten Künstler schließen, dem es gelungen ist, eines der herrlichsten Zeugnisse der nordafrikanischen Buchkunst zu schaffen.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Abu Abdallah Muhammed ibn Abi Bakr ibn Sulayman al-Gazuli. Dala’il al’Hayrat. Hinweisungen zur Wohltätigkeit
Al-Gazuli: Guide to Goodness
Dala'il Al Hayrat
Dalailul Khairat
Dala'il Al Khayrat
Dalāʾil Al-hairāt
Mohammed al-Dschazuli
Umfang / Format
318 Seiten / 11,4 × 11,4 cm
Datum
17. Jahrhundert
Sprache
Buchschmuck
Viele Zierseiten mit geometrischen und floralen Ornamenten
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Vermutlich ein Stammesführer in Gambia oder Mauretanien

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Detailbild

Al-Gazuli: Hinweisungen zur Wohltätigkeit

Teppichseite

Muslimische Gebetsteppiche weisen normalerweise komplizierte Muster auf und wurden nicht nur in der islamischen Kunst dargestellt, sondern inspirierten wahrscheinlich auch die prächtigen Teppichseiten, die häufig in insularen Handschriften zu finden sind. Dieses schöne Beispiel zeigt eine Kombination von floralen und geometrischen Mustern, die typisch für die islamische Kunst sind. Es handelt sich um eine künstlerische Darstellung natürlich vorkommender Muster, die seit der Antike beobachtet wurden, um die Ordnung der Natur zu verstehen und darin vielleicht sogar Gottes Hand zu entdecken.

Al-Gazuli – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Cod. Vindob. Mixt. 1876 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)
Einzelseite

Al-Gazuli: Hinweisungen zur Wohltätigkeit

Teppichseite

Während figürliche Darstellungen in weltlichen Werken akzeptiert wurden, waren sie in religiösen islamischen Manuskripten untersagt. Muslimische Künstler mussten daher andere Wege finden, um ihr Talent auszudrücken: wie diese Seite aus einem der beliebtesten Texte der islamischen Welt. Sie ähnelt der Art von Teppichseiten, die für die insulare Buchmalerei typisch sind, ist jedoch im Design eindeutig islamisch.

Diese Seite zeigt kunstvoll die komplizierten geometrischen Muster, die für die islamische Kunst kennzeichnend sind. Der Teppich glüht fast vor Blattgold und ist mit Blau, Orange, Gelb, Schwarz und Spuren von Rot und Rosa bemalt. Bei näherer Betrachtung verbinden sich geometrische Muster und Schnörkel zu kleineren Blüten, die sich zu einer großen Blüte zusammenfügen. Möglicherweise lässt sich das als eine Art kosmische Metapher verstehen.

Al-Gazuli – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Cod. Vindob. Mixt. 1876 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)
Faksimile-Editionen

#1 Abu Abdallah Muhammed ibn Abi Bakr ibn Sulayman al-Gazuli. Dala’il al’Hayrat. Hinweisungen zur Wohltätigkeit

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Leder, nach orientalischem Vorbild.
Kommentar: 1 Band (68 Seiten) von T. Al Samman
Sprache: Deutsch

Einband: hart gebunden.
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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