Buch Esther

Buch Esther Faksimile

Italien — 17. Jahrhundert

Präsentiert als Schriftrolle in der Pracht der Renaissance-Buchmalerei: Wie Königin Esther die Juden vor der sicheren Vernichtung durch den Intriganten Haman rettet

  1. Nachdem Esther die Frau von König Ahasveros geworden war, vereitelte sie eine Verschwörung, die alle Juden in Persien hätte vernichten sollen

  2. Es ist eines von den einzigen beiden Büchern der hebräischen Bibel, in denen Gott nicht ausdrücklich erwähnt wird

  3. Diese besondere Geschichte wird mit Musikern, Engeln und klassischen Gebäuden in Miniaturen dargestellt

Buch Esther

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Buch Esther

Im Buch Esther erregt ein schönes jüdisches Mädchen in Persien die Aufmerksamkeit von König Ahasverus, der sich von seiner Frau getrennt hat. Nachdem sie seine Königin geworden ist, vereitelt sie einen Völkermordplan des intriganten Beraters Haman gegen die Juden. Im Gegensatz zu anderen apokalyptischen Texten wie dem Buch Daniel, in dem die Juden durch göttliches Eingreifen gerettet werden, wird die im Buch Esther geschilderte Krise allein durch menschliches Handeln bewältigt. Die Geschichte gehört heute zu den fünf Büchern der Tora und bildet die Grundlage des Purimfestes. Dieses uralte Ritual wird hier in prächtiger Renaissance-Manier auf dem antiken Medium der Schriftrolle repräsentiert. Menschliche Figuren spielen Instrumente, Putten halten Kronen hoch, große Vasen halten Blumen, und klassische Architekturen umgeben den prächtigen hebräischen Text. Bas-de-page Miniaturen in floralen Rahmen illustrieren die im Text beschriebenen Begebenheiten.

Buch Esther

Das Buch Esther ist eine der fünf Festrollen der Hebräischen Bibel, oder des jüdischen Tanach, und wird beim Purimfest gelesen, einem jüdischen Fest, das an die Rettung der Juden vor dem geplanten Genozid durch die Perser in der Diaspora erinnert. In der biblischen Erzählung wird das hebräische Waisenmädchen Esther von dem persischen König Ahasveros bzw. Ahaschverosch, der in der modernen Forschung üblicherweise mit König Xerxes I. (519-465 v. Chr.) gleichgesetzt wird, zur neuen Frau erwählt und somit, ihre jüdische Herkunft verheimlichend, Königin der Perser**. Esther nutzt ihren Einfluss beim König, um die Pläne des höchsten Regierungsbeamten Haman, alle Juden im persischen Reich am 13. Tag des 12. Monats für vogelfrei zur erklären und damit zur Vernichtung freizugeben, zu vereiteln. Stattdessen werden schließlich Haman, seine Söhne und Gefolgsleute der Täuschung überführt und hingerichtet. Von besonderem Interesse ist die Tatsache, dass das Buch Esther eines von nur zwei Büchern der Hebräischen Bibel ist, in dem das Wort „Gott“ an keiner Stelle explizit genannt wird. Im Gegensatz zu anderen apokalyptischen Texten wie etwa dem Buch Daniel, in dem das jüdische Volk durch das Eingreifen Gottes vor der Ausrottung gerettet wird, wird die Krisensituation im Buch Esther einzig durch menschliches Handeln aufgelöst. Der Erzählung wird in der jüdischen Tradition eine derartige Bedeutung beigemessen, dass sie während des Purimfestes sogar zweimal verlesen wird. In der vorliegenden Ausgabe wird die Erzählung in einer herrlich illuminierten Renaissance-Schriftrolle präsentiert, die in zarten Pastellfarben üppig illustriert ist. Im Dekor tummeln sich menschliche Figuren, Musikanten mit Instrumenten, Kronen heranreichende Cherubine, blumengefüllte Vasen und klassische, den Bibeltext einfassende Architekturen, während in den floral eingefassten Bas-de-page-Szenen die geschilderten Ereignisse der Erzählung dargestellt sind. Die Schriftrolle ist ein einzigartiger Schatz der Buchmalerei, der sich der Bedeutung dieses hohen jüdischen Festes als würdig erweist.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Book of Esther
Eszter Könyve
Umfang / Format
1 Rolle / 393,5 × 39,0 cm
Herkunft
Italien
Datum
17. Jahrhundert
Sprache
Buchschmuck
8 großformatige allegorischen Figuren und 16 Vignetten, zahlreicher dekorativer floraler und architektonischer Schmuck
Vorbesitzer
Budapester Rabbiner Davi Kaufmann (1852–1899)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Buch Esther – MS A 14 – Hungarian Academy of Sciences (Budapest, Ungarn) Faksimile
Helikon – Budapest, 1989
Limitierung: 5.500 Exemplare
Detailbild

Buch Esther

Musikerin

Diese junge Musikerin ist in Rot und Blau gekleidet und hat ein Notenblatt auf ihrem Oberschenkel liegen. Sie spielt ein Cello oder vielleicht einen seiner Vorgänger, die Bassgeige. Im 17. Jahrhundert, als diese luxuriös ausgestattete Schriftrolle entstand, war eine musikalische Revolution im Gange. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Instrumente, wie wir sie heute kennen. Um 1700 war die Bassgeige bereits weitgehend vom Cello verdrängt worden, außer in Frankreich, wo sie noch zwei Jahrzehnte lang recht beliebt war.

Eszter Könyve
Einzelseite

Buch Esther

Der König entthront Königin Waschti

Die Erzählung beginnt damit, dass König Ahasveros ein 180 Tage dauerndes Fest für die Beamten und Bediensteten aller seiner Provinzen ausruft, dem ein weiteres, 7 Tage dauerndes Fest für alle Bewohner seiner Hauptstadt Susa folgt. Nachdem die Königin Waschti sich weigert, in ihrer Krone vor den Hof zu treten, um ihre Schönheit zu zeigen, setzt der König sie auf Anraten seiner Berater ab.

Diese ersten beiden Szenen werden in den Bas-de-Page-Miniaturen dargestellt, die in die architektonischen Rahmen eingebettet sind, die den Text präsentieren. Das künstlerische Programm der Schriftrolle zeigt am unteren Rand jeder Seite Szenen, während im oberen Register abwechselnd Putten, die Inschriften flankieren, und allegorische Frauenfiguren, die verschiedene Pflanzen oder Musikinstrumente halten, zu sehen sind.

Eszter Könyve
Faksimile-Editionen

#1 Eszter Könyve

Helikon – Budapest, 1989

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Helikon – Budapest, 1989
Limitierung: 5.500 Exemplare
Einband: Holzstab in Kartonage mit Goldprägung
Kommentar: 1 Band von Marianna H. Takács
Sprache: Ungarisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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