Goldkoran

Goldkoran Faksimile

Iran oder Irak — 11. Jahrhundert

Ein goldleuchtendes Unikat der Buchkunst aus der berühmten Kalligrafieschule von Ibn al-Bawwab: Der Koran in schwarzer Naskhi-Schrift auf goldbeschichtetem Papier

  1. Der hier präsentierte Qur'an wurde in schwarzer Naskhi-Schrift auf goldbeschichtetem Papier geschrieben, ein echtes Unikat!

  2. Diese sehr frühe Papierhandschrift aus dem 11. Jahrhundert wurde in den 1960er Jahren in München aufwendig restauriert

  3. Eine Reihe von Merkmalen dieses Korans erlauben eine Zuweisung zur renommierten Kalligrafieschule von Ibn al-Bawwab (gest. 1022)

Goldkoran

€€€ (3.000€ - 7.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preis: Hier anmelden!
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Goldkoran

Es gibt überhaupt nur einige wenige Qur'an-Exemplare, die auf einem kolorierten Beschreibstoff hergestellt worden sind, wie etwa der Blaue Qur'an von Kuli oder Exemplare von mit Safran oder Purpur gefärbten Qur'an-Seiten. Der hier präsentierte Qur'an ist jedoch das weltweit einzige Exemplar seiner Art: Er wurde auf goldbeschichtetem Papier in schwarzer Naskhi-Schrift geschrieben. Diese Schrift beruht auf mathematischen Berechnungen aus dem 10. Jahrhundert und ist der Grund dafür, dass die Schriftzeichen so ausgesprochen gleichmäßig wirken. Ihre Maßeinheit ist das Alif, der erste Buchstabe des arabischen Alphabets. Verwendet wurde die Schrift von zwei berühmten Kalligraphen im 11. Jahrhundert. Sie ermöglicht neben einer Reihe von weiteren Merkmalen des Gold-Qur'ans seine Zuweisung zur renommierten Kalligrafieschule von Ibn al-Bawwab (gest. 1022).

Goldkoran

Der Goldkoran wird so genannt, weil jede Seite der Handschrift mit Goldpulver überzogen ist. Er ist ein Manuskript aus dem 11. Jahrhundert aus dem Iran oder Irak. Sein Dekor ist nicht nur teuer, sondern stellt auch ein Unikat der Handschriftenkunst dar und er ist eine der begehrtesten islamischen Handschriften überhaupt. Die elegante Schrift des Manuskripts wurde von einer Hand ausgeführt, die nicht weniger meisterhaft war als diejenige, die für die geometrischen Muster und andere Verzierungen verantwortlich war.

184 golden schimmernde Blätter

Farbiges Schreibmaterial wurde bei der Koranherstellung nur selten verwendet: Eine berühmte Ausnahme ist der Blaue Koran in kufischer Schrift, von dem einzelne Blätter über Hunderte von Jahren hinweg versteigert wurden. Einige Koranmanuskripte wurden mit Safran oder Karminrot gefärbt. Der vorliegende Koran wurde in schwarzer Naskhi-Schrift aufs Papier gebracht und ist aufgrund seines goldbeschichteten Papiers ein Unikat. Die Naskhi-Schrift wurde im 10. Jahrhundert von dem Kalligraphen Ibn Muqla (gest. 940) als präzise proportionierte Kursivschrift standardisiert. Ihre Maßeinheit ist das Alif, der erste Buchstabe des arabischen Alphabets, auf dem die Größe aller anderen Buchstaben basiert. Auch die berühmten Kalligraphen Ibn al-Bawwab (gest. 1022) und Yakut Musta'simi (gest. 1298) stützten ihre Arbeit auf dieses mathematische Prinzip.

Hochwertige islamische Kunst

Das Fragment einer Zierseite am Anfang des Manuskripts zeigt ein geometrisches Muster aus Achtecken, Sternen, Vierpässen und Schriftmedaillons. Die Überschriften der Suren sind in Blau, Weiß und Rotbraun mit kufischer oder kursiver Schrift eingerahmt und mit floralen und arabesken Mustern verziert. Die Basmala, die am Anfang aller Suren mit Ausnahme der neunten Sure steht, nimmt entweder die ganze oder den größten Teil der ersten Zeile ein. Der Titel der Sure wird mit einem Hinweis auf die Versnummer in roter Tinte über dem langen, ausgedehnten Buchstaben Sin in der Basmala wiederholt. Der Text ist vollständig vokalisiert und die Verse sind durch Rosetten voneinander getrennt. Ein Teil der Verzierungen an den Rändern ist verloren gegangen, weil der Buchblock für einen späteren Einband beschnitten wurde.

Ursprünge der Handschrift

Der Koran weist eine Reihe von Kriterien auf, die ihn der Schule von Ibn al-Bawwab zuordnen: die ungewöhnliche Anordnung der ersten Seite mit zwei Suren-Titeln, der langgezogene Buchstabe Sin in der Basmala, die Ausdehnung der Basmala über fast eine ganze Zeile, die Verwendung von Farben, die Ibn al-Bawwab gerade eingeführt hatte, wie Weiß, Braun und Karminrot, sowie die schwarze Tinte, die leichte Linksneigung der vertikalen Buchstaben, die dichte und dennoch äußerst klare Schreibweise – alles Charakteristiska für diese Schule. Die Qualität dieses einzigartigen Codex auf Goldpapier, der 1967 im Institut für Buch- und Handschriftenrestaurierung der Bayerischen Staatsbibliothek ein Jahr lang aufwendig restauriert und so gerettet werden konnte, entspricht genau dem gehobenen Status dieser Schule der Kalligraphie.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Golden Koran
Umfang / Format
366 Seiten / 26,0 × 18,0 cm
Herkunft
Iran
Datum
11. Jahrhundert
Sprache
Buchschmuck
Zahlreiche Verzierungen, etwa blaue und silberne Rosetten
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Goldkoran – Cod. arab. 1112 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland) Faksimile
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 2011
Limitierung: 480 Exemplare
Detailbild

Goldkoran

Fragment einer Teppichseite

Zu Beginn des Manuskripts ist das Fragment einer doppelseitigen Illumination erhalten, auf der ein kunstvoller Teppich abgebildet ist, wie er typisch ist für die reich verzierten Korane aus dem Zentralirak-Iran während des 11. oder 12. Jahrhunderts. Die von einer Flechtwerkbordüre umgebene Teppichseite in Rot, Blau und Gold weist ein Muster auf, das aus einem floralen Dekor besteht. Es ist in geometrische Muster eingebettet, die aus Kreisen mit Initialen in Achtecken konstruiert sind, die wiederum mit vierzackigen Kompasssternen in Vierpässen verbunden sind.

Der Goldkoran
Einzelseite

Goldkoran

Folio 44r

Handschriften mit farbigem Hintergrund waren im Osten ebenso selten wie im Westen, und die vergoldeten Seiten dieses Manuskripts weisen auf seine große Bedeutung hin. Es ist ein Meisterwerk der Kalligraphie mit einem goldenen Hintergrund, der die Nashki-Schrift in schwarzer Tinte besonders gut zur Geltung kommen lässt. Die Kapitelüberschriften sind in kufischer Schrift geschrieben und in Blau, Rot, Weiß oder Schwarz gerahmt.

Der Text ist vollständig vokalisiert und die Verse sind durch blaue und silberne Rosetten voneinander getrennt. Obwohl die Seiten im 18. Jahrhundert beschnitten wurden, wodurch einige der Randverzierungen und etwa die Hälfte der palmenförmigen "ansae" in den Überschriften der Suren verloren gingen, bleibt das Manuskript eines der prächtigsten Zeugnisse der islamischen Buchmalereikunst.

Der Goldkoran
Faksimile-Editionen

#1 Der Goldkoran

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 480 Exemplare
Einband: Leder mit goldenem islamischen Dekor auf dem Einband. Präsentiert mit dem Kommentar in einer Holzbox.
Kommentar: 1 Band von Markus Ritter
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€€€ (3.000€ - 7.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preis: Hier anmelden!
Das könnte Sie auch interessieren:
Liber scivias von Hildegard von Bingen Faksimile
Liber scivias von Hildegard von Bingen
Kloster von Rupertsberg (Deutschland) – Um 1175 Das verschollene Originalmanuskript wurde zwischen 1927 und 1933 von Nonnen in der Abtei St. Hildegard von Hand kopiert

Im Zweiten Weltkrieg verloren: Eines der Hauptwerke der berühmten Äbtissin und Visionärin Hildegard von Bingen mit ihren theologisch-kosmologischen Erkenntnissen

Erfahren Sie mehr
Buch der Bilder von Pacino de Bonaguida Faksimile
Buch der Bilder von Pacino de Bonaguida
Florenz (Italien) – 1320–1330

Ein reines Bilderbuch ganz ohne Text und eines der schönsten Werke des italienischen Trecento: Das Leben Christi in 38 wundervoll leuchtenden Miniaturen von Pacino de Bonaguida

Erfahren Sie mehr
Lesenswerte Blog-Artikel
Filterauswahl
Verlag