Buda-Chronik

Buda-Chronik – Schöck ArtPrint Kft. – Országos Széchényi Könyvtár (Budapest, Ungarn)

Buda (Ungarn) — 5. Juni 1473

Ungarns Buchdruck beginnt mit der eigenen Geschichte: Hess’ eindrucksvolle Buda-Chronik vereint Hunnenlegenden, Könige, Kriege und Krönungen im ersten jemals auf ungarischem Boden gedruckten Buch

  1. Als erstes auf ungarischem Boden gedrucktes Buch am 5. Juni 1473 in Andreas Hess’ Budapester Werkstatt vollendet

  2. Erzählt Ungarns Geschichte von Hunnenlegenden und Landnahme über Könige, Kriege und Krönungen bis 1468

  3. Von vermutlich 200 bis 250 gedruckten Exemplaren sind weltweit nur zehn erhalten

Buda-Chronik

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Beschreibung
Buda-Chronik

Ungarns Buchdruck begann mit der eigenen Geschichte. Die am 5. Juni 1473 in Buda vollendete Buda-Chronik ist das erste auf ungarischemarns Buchdruck begann mit der eigenen Geschichte. Die am 5. Juni 1473 in Buda vollendete ***Buda-Chronik*** Boden gedruckte Buch – und zugleich eine weit ausgreifende Erzählung der nationalen Vergangenheit. Andreas Hess verband ältere mittelalterliche Chroniken zu einem lateinischen Geschichtswerk, das von den legendären Ursprüngen der Hunnen und Ungarn über Landnahme und Reichsbildung bis in die Regierungszeit Matthias Corvinus’ führt. Königsleben und Herrschertode, Feldzüge, Krönungen, die Ankunft der Kumanen sowie Kriege und innere Konflikte formen ein lebendiges Panorama. Vier Textkomplexe behandeln die Geschichte bis 1334, die letzten Jahre Karls I., die Herrschaft Ludwigs des Großen und die Ereignisse von 1382 bis 1468. Nur zehn Exemplare der vermutlich 200 bis 250 gedruckten Bücher sind heute bekannt. Damit ist die Chronik ein Grundstein der ungarischen Druckgeschichte und ein kostbares Zeugnis mittelalterlicher Erinnerungskultur.

Als Ungarns Buchdruck mit der eigenen Geschichte begann

Am 5. Juni 1473, dem Vorabend von Pfingsten, vollendete Andreas Hess in Buda die Buda-Chronik. Mit diesem lateinischen Werk trat der Druck mit beweglichen Lettern erstmals auf ungarischem Boden sichtbar hervor. Das erste in Ungarn gedruckte Buch war ausgerechnet die Geschichte der Ungarn – ein in der europäischen Frühdruckzeit außergewöhnlicher Auftakt.

Hess war aus Rom nach Buda gekommen, eingeladen von László Kárai, dem Probst von Buda und Vizekanzler. Als wichtiger Förderer gilt auch der Humanist János Vitéz. In seiner Werkstatt im Burgviertel arbeitete Hess mit einer römisch geprägten Antiquatype und überführte die Überlieferung mittelalterlicher Handschriften in die neue Welt des gedruckten Buches.

Von den Ursprüngen bis zu Matthias Corvinus

Die Chronik ist keine einheitlich neu verfasste Geschichte, sondern eine kunstvolle Verbindung älterer Quellen. Ihr erster Abschnitt führt von den legendären Anfängen der Hunnen und Ungarn über die Landnahme und die Entstehung des Königreichs bis 1334. Danach folgen die letzten Regierungsjahre Karls I., die Herrschaft Ludwigs des Großen und schließlich die Ereignisse von 1382 bis 1468.

Könige werden gekrönt, ziehen in den Krieg, erringen Siege und erleiden Niederlagen; Herrschertode, Bestattungen und Thronwechsel gliedern den Lauf der Zeit. Die Ankunft der Kumanen, innere Fehden, Feldzüge und dynastische Konflikte lassen ein dichtes Panorama mittelalterlicher ungarischer Geschichte entstehen. Besondere Aufmerksamkeit gilt Johann Hunyadi und dem Aufstieg seines Sohnes Matthias Corvinus.

Geschichte als erzählte Erinnerung

Hess beschränkte sich nicht auf die Wiedergabe einer Vorlage. Die verschiedenen Chroniktexte wurden ausgewählt, verbunden und redaktionell bearbeitet, damit eine fortlaufende historische Erzählung entstand. Personen, Orte und Daten geben ihr Struktur; Episoden über Herrscher, Schlachten und politische Wendepunkte verleihen ihr erzählerische Kraft.

Dabei begegnen historische Überlieferung, dynastisches Selbstverständnis und nationale Ursprungserzählung. Hunnen und Ungarn werden in eine gemeinsame Vergangenheit gestellt, während die Geschichte der Könige den politischen Zusammenhang des Reiches sichtbar macht. Der Druck bewahrte nicht nur Ereignisse, sondern formte ein verbindliches Bild der ungarischen Vergangenheit.

Ein Ende im politisch empfindlichen Jahr 1468

Die Darstellung reicht bis in die frühe Regierungszeit Matthias Corvinus’, bricht jedoch bei den Ereignissen des Jahres 1468 ab. Neuere Forschungen vermuten, dass Hess ursprünglich eine längere und politisch aktuellere Fassung plante.

Die Verschwörung und Verhaftung seines mutmaßlichen Förderers János Vitéz könnten das Projekt unterbrochen haben. Nach dem politischen Umbruch musste Hess möglicherweise auf eine Vorrede von Vitéz und auf die heiklen Ereignisse nach 1468 verzichten. So könnte gerade das Schweigen am Schluss die Spannungen am Hof Matthias Corvinus’ auf bemerkenswerte Weise spiegeln.

Ein nahezu unwiederbringliches Monument

Die Auflage wird heute auf lediglich 200 bis 250 Exemplare geschätzt. Weltweit sind nur zehn Exemplare erhalten, davon zwei in Ungarn. Diese extreme Seltenheit macht die Buda-Chronik zu einem der kostbarsten Zeugnisse des frühen mitteleuropäischen Buchdrucks.

Ihre Bedeutung reicht über die Bibliophilie hinaus. In ihr wird aus handschriftlich überlieferter Geschichte gedrucktes kulturelles Gedächtnis. Hunnenlegenden, Königsherrschaft und Zeitgeschichte begegnen in dem Werk, mit dem Ungarn sein Zeitalter des Buchdrucks eröffnete – nicht mit einem theologischen Lehrbuch oder einem klassischen Text, sondern mit der großen Erzählung der eigenen Vergangenheit.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Cronica Hungarorum
Buda Chronicle
Budai krónika
Chronicle of the Hungarians
Chronik der Ungarn
A magyarok krónikája
Umfang / Format
133 Seiten / 30,0 × 20,0-22,0 cm
Herkunft
Ungarn
Datum
5. Juni 1473
Sprache
Buchschmuck
Zierinitialen und Rubrizierungen
Inhalt
Chronik über die ungarische Geschichte bis 1468, zusammengesetzt aus 4 Werken des 14. und 15. Jahrhunderts
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Buda-Chronik – Schöck ArtPrint Kft. – Országos Széchényi Könyvtár (Budapest, Ungarn)
Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2023
Faksimile-Editionen

#1 Cronica Hungarorum

Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2023

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2023
Einband: Brauner Ledereinband mit Goldprägung
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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