Gerrit de Veers Bericht über Willem Barentsz' Suche nach der Nordostpassage

Gerrit de Veers Bericht über Willem Barentsz' Suche nach der Nordostpassage – Van Wijnen – A XII 2, inventarisnummer A.24 – Nederlands Scheepvaartmuseum te Amsterdam (Amsterdam, Niederlande)

Amsterdam (Niederlande) — 1598

Arktisches Überleben in Wort und Bild: Gerrit de Veers packender Augenzeugenbericht, 28 eindrucksvolle Kupfertafeln und drei Karten bewahren Barentsz’ legendäre Überwinterung auf Nowaja Semlja

  1. Im Jahr 1598 bei Cornelis Claesz in Amsterdam als eindrucksvolle querformatige Erstausgabe mit 61 Textblättern erschienen

  2. Packender Augenzeugenbericht der zweiten und dritten Expedition sowie wichtigste Quelle zur legendären Überwinterung 1596–1597

  3. Mit 28 meisterhaften Kupfertafeln und drei präzisen Karten zu Packeis, Eisbären, Walrossen und dem dramatischen Überlebenskampf

Gerrit de Veers Bericht über Willem Barentsz' Suche nach der Nordostpassage

  1. Beschreibung
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Beschreibung
Gerrit de Veers Bericht über Willem Barentsz' Suche nach der Nordostpassage

Gerrit de Veers Bericht über Willem Barentsz’ Suche nach der Nordostpassage schildert drei niederländische Expeditionen der Jahre 1594 bis 1597, die einen nördlichen Seeweg nach Asien erschließen sollten. De Veer nahm an der zweiten und dritten Reise teil und macht besonders die dramatische letzte Unternehmung unmittelbar erfahrbar: das Vordringen bis ins arktische Eis, das eingeschlossene Schiff, Begegnungen mit Eisbären und die zehnmonatige Überwinterung im selbst errichteten „Behouden Huys“ auf Nowaja Semlja. Nach dem Aufbruch in offenen Booten starb Barentsz auf der Rückreise; zwölf Männer erreichten im November 1597 wieder Amsterdam. Der 1598 veröffentlichte Augenzeugenbericht ist die wichtigste Quelle für diese berühmte Überwinterung. 28 eindrucksvolle Kupfertafeln und drei Karten von Baptista à Doetechum verbinden präzise Beobachtung mit packender Bilderzählung und machen das Buch zu einem Schlüsselwerk der frühen europäischen Polarforschung.

Drei Fahrten auf der Suche nach Asien

Gerrit de Veers Bericht über Willem Barentsz’ Suche nach der Nordostpassage erzählt von drei niederländischen Expeditionen der Jahre 1594, 1595 und 1596–1597. Kaufleute und Gelehrte hofften, nördlich von Russland einen kürzeren Seeweg nach China und zu den Gewürzinseln zu finden. De Veer ordnet Beobachtungen zu Küsten, Eisverhältnissen, Wetter, Tierwelt und Navigation zu einer lebendigen Chronik frühneuzeitlicher Entdeckungsfahrten.

Die erste Reise kennt er aus Aufzeichnungen Willem Barentsz’, an der zweiten und dritten nahm er selbst teil. Während 1594 noch der Eindruck entstand, die Passage sei beinahe gefunden, scheiterte die große Expedition von 1595 am undurchdringlichen Eis der Karasee. Die ersten beiden Fahrten führen im Buch auf jene Unternehmung hin, die Barentsz und seine Gefährten berühmt machte.

Im Packeis von Nowaja Semlja

1596 stachen zwei Schiffe unter Jacob van Heemskerck und Jan Cornelisz Rijp in See. Die Reisenden erreichten die Bäreninsel und Spitzbergen, bevor sich ihre Wege trennten. Barentsz suchte die Durchfahrt nördlich von Nowaja Semlja, doch das Schiff wurde vom Eis eingeschlossen und so schwer beschädigt, dass die Mannschaft an Land überwintern musste.

Aus Treibholz und Teilen des Schiffes entstand das „Behouden Huys“, das „Bewahrte Haus“. De Veer berichtet Tag für Tag von Kälte und Dunkelheit, vom knappen Brennstoff, von Krankheiten, Eisbären und Polarfüchsen, aber auch von religiösen Festen und kleinen Versuchen, Ordnung und Gemeinschaft zu bewahren. Die große Entdeckungsfahrt verwandelt sich in eine außergewöhnlich genaue Geschichte menschlichen Überlebens.

Rückkehr in offenen Booten

Nach rund zehn Monaten verließen die Männer ihre Unterkunft. Da das Schiff nicht mehr zu retten war, traten sie die Rückreise in zwei offenen Booten an. Sie mussten sich durch Eis und Sturm kämpfen, Vorräte sichern und Erkrankte versorgen. Willem Barentsz starb unterwegs; auch weitere Gefährten überlebten die Reise nicht.

Zwölf der ursprünglich siebzehn Männer erreichten schließlich die Kola-Halbinsel und fanden dort niederländische Schiffe, die sie nach Hause brachten. Im November 1597 kehrten sie nach Amsterdam zurück. De Veers Bericht ist die wichtigste Quelle für den Ablauf der Überwinterung und die dramatische Rettungsfahrt.

Karten und Bilder eines arktischen Abenteuers

Die 1598 bei Cornelis Claesz in Amsterdam erschienene Erstausgabe trägt den wirkungsvollen Titel Waerachtighe beschryvinghe van drie seylagien, ter werelt noyt soo vreemt ghehoort. Das querformatige Buch umfasst 61 Textblätter und ist mit 28 Kupfertafeln und drei Karten ausgestattet, die Baptista à Doetechum stach.

Die Bilder zeigen Schiffe zwischen Eisschollen, Begegnungen mit Eisbären und Walrossen, Küstenprofile, Lagerplätze und die Arbeit der Mannschaft. Karten halten neue geografische Kenntnisse fest. Das Oblongformat gibt den weiten Küsten und horizontalen Eislandschaften besonderen Raum. Text, Karte und Bild verbinden Augenzeugenschaft mit einer für ihre Zeit außergewöhnlich anschaulichen Dokumentation.

Ein Bericht, der Europa erreichte

De Veers Buch erschien zu einem Zeitpunkt, als aktuelle Reiseberichte in den Niederlanden noch keine gefestigte Publikationstradition besaßen. Sein anschaulicher Stil und die dramatische Bildfolge fanden rasch ein großes Publikum. Bereits 1598 folgten lateinische, französische und deutsche Fassungen; später erschienen italienische und englische Übersetzungen.

Die gesuchte Passage blieb unentdeckt, doch der Bericht bewahrte eine andere Form des Erfolgs: genaue Erfahrung unter extremen Bedingungen. In ihm begegnen sich kaufmännischer Ehrgeiz, nautisches Wissen, wissenschaftliche Neugier und menschliche Ausdauer. So wurde die gescheiterte Reise zu einem der eindringlichsten Zeugnisse der frühen europäischen Polarforschung.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Waerachtighe beschryvinghe van drie seylagien, ter werelt noyt soo vreemt ghehoort
Gerrit de Veer's Account of Willem Barentsz' Search for the Northeast Passage
Herkunft
Niederlande
Datum
1598
Buchschmuck
Zahlreiche Illustrationen
Inhalt
Tagebuch des Matrosen Gerrit de Veer über seine Seereisen mit Willem Barentsz
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Faksimile-Editionen

#1 Waerachtighe beschryvinghe van drie seylagien, ter werelt noyt soo vreemt ghehoort

Van Wijnen – Franeker, 1997

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Van Wijnen – Franeker, 1997
Limitierung: 500 Exemplare
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €
(unter 1.000€)

#2 Waerachtighe beschryvinghe van drie seylagien, ter werelt noyt soo vreemt ghehoort

Van Wijnen – Franeker, 2012

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Van Wijnen – Franeker, 2012
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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