Jakob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges 1525

Jakob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges 1525 Faksimile

Kloster Weißenau (Deutschland) — 1525

Die unfassbare Brutaltität der Bauernkriege vor der eigenen Klosterpforte: Abt Jakob Murers Bericht über die Ereignisse des Bauernaufstandes im Gebiet des Prämonstratenserklosters Weißenau im Frühjahr 1525

  1. Jakob Murer (1460–1533) wurde Abt der Abtei Weingarten, nachdem er von aufständischen Bauern aus der Abtei Weissenau vertrieben worden war

  2. Murer sympathisierte mit den Bauern und trat als Vermittler auf, lehnte aber letztlich deren Ziele und Aktionen ab

  3. 11 doppelseitige Federzeichnungen illustrieren die Ereignisse, die oft zu einem einzigen Bild zusammengefasst sind

Jakob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges 1525

ZA Ms 54 Fürstlich-Waldburg-Zeil'sches Gesamtarchiv (Leutkirch, Deutschland)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Jakob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges 1525

Auch wenn es im gesamten Mittelalter immer wieder zu Bauernaufständen kam, war der Deutsche Bauernkrieg von 1524-25 in Bezug auf Ausmaß und Gewalt beispiellos. Er brach im Elsass und im Südwesten Deutschlands aus, bevor er sich rasch auf Mitteldeutschland und Österreich ausbreitete. Obwohl die Ursachen noch immer umstritten sind, sind sich die Forschenden einig, dass dabei mindestens 100 000 Menschen, zumeist Bauern, ums Leben kamen. Delegierte der drei Hauptgruppen der aufständischen Bauern trafen sich und einigten sich auf die Zwölf Artikel, einen Forderungskatalog, der zum ersten Mal in Europa bürgerliche Freiheiten als natürliche Rechte festschrieb. Diese Treffen gelten als die erste verfassungsgebende Versammlung auf deutschem Boden. Der Bericht von Abt Jakob Murer beschreibt den Krieg in der Gegend von Ravensburg aus der Sicht der Behörden, die den Aufstand unterdrückten. Obwohl Murer eine gewisse Sympathie für die Bauern zum Ausdruck bringt und seine Vermittlungsversuche hervorhebt, lehnt er ihre Ziele und Aktionen letztlich ab. 11 doppelseitige Federzeichnungen illustrieren die Geschehnisse, wobei oft mehrere, auch räumlich getrennte Ereignisse in einem Bild dargestellt werden und sich die Gebäude auf das Wesentliche zur Wiedererkennung eines Ortes beschränken.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Jakob Murer's Weissenau Chronicle of the German Peasants' War of 1525
Umfang / Format
46 Seiten / 33,0 x 22,0 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1525
Sprache
Buchschmuck
11 doppelblattgroße Bildseiten
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Detailbild

Jakob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges 1525

Die Kapitulation der Einwohner von Ummendorf

Mit im Vordergrund niedergelegten Waffen und Rüstungen unterwerfen sich die Bauern von Ummendorf den Truppen des Schwäbischen Bundes, heben die rechte Hand und schwören ihren edlen Herren einen neuen Gehorsamseid. Die Niedrigkeit und Gewöhnlichkeit der Bauern sowie die Vorurteile des Autors und des Künstlers ihnen gegenüber werden durch ihre Farblosigkeit unterstrichen. Sie werden lediglich als eine amorphe Masse im Vergleich zu den schwer gepanzerten Männern mit gefiederten Helmen dargestellt, die auf mächtigen Schlachtrössern sitzen.

Jacob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges von 1525
Einzelseite

Jakob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges 1525

Die Plünderung des Klosters Weißenau

Irgendwann Anfang März 1525 überfiel ein Bauernheer das Kloster des Autors und plünderte es. Die Innenszene in der oberen Mitte der Seite zeigt, wie die Anführer der Bauern im Speisesaal des Abtshauses mit vier Kanonikern sitzen und der Klerus respektvoll behandelt zu werden scheint. Draußen jedoch erbricht sich einer der Bauern vom Balkon aus auf die Straße, wo das Chaos regiert.

Das Kloster wird geplündert, um Vorräte zu erbeuten, und man sieht Bauern, die Türen mit Äxten einschlagen, Netze voller Fische aus dem Klosterteich ziehen, Arme voller Brot wegtragen, Säcke mit Getreide auf den Schultern schleppen und entweder Bierfässer oder Weinfässer auf Karren wegschleppen. Insgesamt werden die Bauern als gewalttätiger Haufen ungeschickter Trunkenbolde und Diebe dargestellt, die sich untereinander prügeln und sich der göttlichen Ordnung widersetzen.

Jacob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges von 1525
Faksimile-Editionen

#1 Jacob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges von 1525

Jakob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges 1525 – ZA Ms 54  – Fürstlich-Waldburg-Zeil'sches Gesamtarchiv (Leutkirch, Deutschland) Faksimile
Jakob Murers Weißenauer Chronik des Bauernkrieges 1525 – ZA Ms 54 – Fürstlich-Waldburg-Zeil'sches Gesamtarchiv (Leutkirch, Deutschland) Faksimile Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 1000 Exemplare
Einband: Schuber
Kommentar: 1 Band (63 S.) von Günther Franz und Werner Fleischhauer
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