Karlsruher Tulpenbuch

Karlsruher Tulpenbuch Faksimile

Karlsuhe (Deutschland) — 1730

Bibliophiler Niederschlag der Tulpenmanie im Karlsruher Schlossgarten zur Barockzeit: Einer von vier heute noch erhaltenen Bänden mit der umfassenden Sammlung tausender Aquarelle von Tulpen und anderen exotischen Blumen

  1. Der 1717 angelegte Barockgarten enthielt viele exotische Pflanzen, insbesondere Tulpen

  2. Markgraf Karl Wilhelm (1679-1738) hinterließ eine Sammlung von mehr als 5 300 Tulpenaquarellen

  3. Von den ursprünglich 20 Bänden, die um 1730 entstanden, überlebten nur vier den durch Bombenangriffe verursachten Brand

Karlsruher Tulpenbuch

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Beschreibung
Karlsruher Tulpenbuch

Die Markgrafen von Baden hatten eine jahrhundertealte Leidenschaft für Botanik in der Familie, die sich noch heute in der Pracht des Karlsruher Schlossgartens niederschlägt, der 1717 nach dem Vorbild der Gärten von Versailles angelegt wurde. In diesem Barockgarten gab es viele exotische Pflanzen, vor allem Tulpen, die auf dem heutigen Schlossvorplatz gepflanzt und von den ausgedehnten Anlagen des englischen Landschaftsgartens umgeben waren. Um die Pracht dieser botanischen Sammlung festzuhalten, hinterließ Markgraf Karl III. Wilhelm eine Sammlung von etwa 6000 Aquarellen, von denen mehr als 5300 Tulpen abbildeten. Gegen 1730 wurde diese Sammlung zu 20 großen Foliobänden, den Karlsruher Tulpenbüchern, zusammengestellt. Tragischerweise fielen 16 von ihnen einem Brand zum Opfer, der die Badische Landesbibliothek in der Nacht vom 2. auf den 3. September 1942 bei einem Bombenangriff verwüstete. Einer der vier erhaltenen Bände wird hier mit 36 schönen und realistischen Aquarellen verschiedener Tulpensorten präsentiert und ist ein wahrer Genuss – für professionelle Botaniker und Hobbygärtner gleichermaßen.

Kodikologie

Umfang / Format
144 Seiten / 46,7 x 33,2 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1730
Stil
Buchschmuck
36 farbige Tafeln
Auftraggeber
Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach
Künstler / Schule
Detailbild

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Papageientulpen: Peroquet Rouge

Papageientulpen zeichnen sich durch ihre skurrile Form und ihre Ähnlichkeit mit den großen und farbenfrohen Vögeln aus, die in den tropischen und subtropischen Regionen der Welt heimisch sind. Sie wurden aus Mutationen bestimmter spätblühender Tulpen gezüchtet. Diese wunderschön gestaltete Illustration mit dem französischen Titel "Roter Papagei" zeigt ein meisterhaftes Spiel von Licht und Schatten sowie die Verwendung verschiedener Rot- und Gelbtöne. Die ausgefransten Ränder der Blütenblätter sind so dargestellt, dass es scheint, als sei die Blume vom Wind eines feuchten Tropensturms erfasst worden.

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Kaiserkrone

Die in weiten Teilen Eurasiens, von der anatolischen Hochebene in der Türkei bis zu den Ausläufern des Himalaya, beheimatete Fritillaria imperialis ist eine weltweit kultivierte Lilienart, die in Sizilien, Österreich und Washington in den USA eingebürgert wurde. Ihre von Natur aus rot-orangefarbenen Blüten können von tiefem Scharlachrot bis hin zu verschiedenen Orange- und Gelbtönen reichen. Außerdem ist sie eine der wenigen Blumen, die von einem Vogel bestäubt werden, und zwar von der Blaumeise.

Der Name der Pflanze ist eine Anspielung auf ihr Aussehen, das einer Kaiserkrone ähnelt, wie sie vor allem deutsche Kaiser trugen. Im Iran, wo sie vermutlich ihren Ursprung hat und von großer kultureller Bedeutung ist, werden ihre Blüten in Trauer um den Tod einer mythologischen oder religiösen Figur niedergelegt, und die Nektartropfen, die von den Blüten fallen, werden als Tränen bezeichnet.

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