Mittelhochdeutsche Spruchdichtung - Früher Meistersang

Mittelhochdeutsche Spruchdichtung - Früher Meistersang – Reichert Verlag – Codex Palatinus Germanicus 350 – Universitätsbibliothek Heidelberg (Heidelberg, Deutschland)

Deutschland — 1290–1380

Ein Best-of der mittelhochdeutschen Lyrik: Werke der so genannten "Zwölf Alten Meister" aus dem 13. und 14. Jahrhundert, vereint in einem prachtvollen Einband aus dem 16. Jahrhundert

  1. Der Codex stellt eine der bedeutendsten erhaltenen Sammlungen von Spruchdichtung und Meistersang dar

  2. Der Codex wurde 1558 mit einem Einband geschaffen, der Kurfürst Ottheinrich (1502-59) darstellt

  3. Er enthält Werke von Reinmar von Zweter, Walther von der Vogelweide, dem Marner, Frauenlob und anderen

Mittelhochdeutsche Spruchdichtung - Früher Meistersang

Codex Palatinus Germanicus 350 Universitätsbibliothek Heidelberg (Heidelberg, Deutschland)
  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Mittelhochdeutsche Spruchdichtung - Früher Meistersang

Die Heidelberger Liederhandschrift (Cod. Pal. germ. 350) besteht aus drei separaten Sammlungen mittelhochdeutscher Spruchdichtung und frühem Meistersang aus dem 13. und 14. Jahrhundert, die größtenteils den sogenannten "Zwölf Alten Meistern" zugeordnet werden können. Während der erste Teil fast ausschließlich Werke von Reinmar von Zweter enthält, ergänzt durch einige politische Gedichte von Walther von der Vogelweide, ist der zweite Teil überwiegend religiös-moralischer Natur. Der dritte Teil enthält Beiträge von Regenbogen, Marner und Frauenlob. Diese drei Werke wurden 1558 in einem einzigen Codex zusammengefasst, dessen Kalbsledereinband mit bearbeiteten Messingbeschlägen und -schließen sowie Goldprägungen versehen ist. Ein Porträt des Kurfürsten Ottheinrich mit der Jahreszahl 1558 findet sich auf dem Vorderdeckel und sein Wappen auf der Rückseite. Insgesamt repräsentiert die Handschrift einen Querschnitt durch die mittelhochdeutsche Dichtung von einigen ihrer bedeutendsten Vertreter.

Mittelhochdeutsche Spruchdichtung - Früher Meistersang

Der Inhalt dieser für die Geschichte der deutschen Sprache und insbesondere der Spruchdichtung außerordentlich wichtigen Handschrift wurde anhand der schriftlichen Belege auf die Zeit zwischen 1250 und 1380 datiert und anhand der dialektalen Merkmale der Sprache lokalisiert. Den Abschürfungen auf den äußeren Blättern von Faszikel I nach zu urteilen, blieb dieses lange Zeit als ein Satz loser Blätter bestehen, bevor es mit Faszikel II im 14. Jahrhundert mit Faszikel II zu einem Buch gebunden wurde. Die letzten Seiten von Faszikel III, einer Sammlung, die als "Apologetik und Lob der Maria" bezeichnet wird, wurden später angehängt. In einer alten Aufzeichnung von 1556/59 wird die Handschrift als Gaistliche vnd allte Lieder auf Perment geschrieben bezeichnet. Die herausragende Bedeutung dieser Handschrift für die Überlieferung mittelhochdeutscher Dichtung beruht auf dem einzigartigen Gedichtkorpus des Reinmar von Zweter (ca. 1200 – nach 1248), der sich in der vorliegenden Form als eine sachlich und zeitlich geordnete Sammlung erweist, die noch zu Lebzeiten des Dichters entstanden ist.

Ein begehrtes Unicum

Das Porträt von Ottheinrich, Pfalzgraf-Kurfürst von der Pfalz (1502–59), bestätigt, dass sie im Besitz des berühmten Gründers der Bibliotheca Palatina war, der bedeutendsten Bibliothek der deutschen Renaissance**, die angeblich mit der des Papstes konkurrierte. Diese Debatte wurde jedoch im Verlauf des 30-jährigen Krieges beendet: Heidelberg wurde 1622 von Truppen der Katholischen Liga geplündert und die gesamte Bibliothek wurde als Kriegsbeute erbeutet und 1623 von Maximilian I. von Bayern (1573–1651) an die Bibliotheca Apostolica Vaticana verschenkt. Seither befindet sich die historische Sammlung von Spruchdichtung in Rom.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Heidelberger Liederhandschrift cpg 350
Umfang / Format
138 Seiten / 15,5 × 24,5 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1290–1380
Stil
Sprache
Buchschmuck
136 farbige Initialen
Inhalt
1. Sammlung mit dem Werk Reinmars von Zweters, ergänzt durch politische Dichtung Walthers von der Vogelweide u. a.
2. Sammlung enthält religiöse und moralische Sprüche verschiedener Dichter des 13. Jahrhunderts.
3. Sammlung mit Werken zu Apologetik und M
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Das könnte Sie auch interessieren:
Losbuch in deutschen Reimpaaren – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Cod. Vindob. S. N. 2652 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)
Losbuch in deutschen Reimpaaren
Limburg (Deutschland) – Letztes Viertel des 14. Jahrhunderts

Von ernstem Glauben bis zu spöttischer Belustigung: Lang tradierte prophetische Sprüche aus dem alten Griechenland in einem der ältesten erhaltenen Reimbücher in deutscher Sprache, schmuckvoll illuminiert auf fast jeder Seite

Erfahren Sie mehr
Otfrid von Weißenburg: Evangelienharmonie – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Codex Vindobonensis 2687 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)
Otfrid von Weißenburg: Evangelienharmonie
Kloster von Weißenburg, Wissembourg (Frankreich) – 863–871

Aus der Feder des ersten namentlich bekannten deutschen Dichters und heute das größte vollständig überlieferte Werk in althochdeutscher Sprache: Das berühmte Bibelepos des Rhabanus-Maurus-Schülers Otfrid von Weißenburg

Erfahren Sie mehr
Carmina Burana + Fragmenta Burana – Prestel Verlag – Clm 4660 + Clm 4660a – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)
Carmina Burana + Fragmenta Burana
Kärnten, Steiermark (Österreich) oder Südtirol (Italien) – Um 1230 bis 14. Jahrhundert

Ein einmaliges Meistwerk der Musik und der Lyrik des Mittelalters: Uralte Lieder aus Benediktbeuern, in den 1930er Jahren von Carl Orff als szenische Kantate ins Rampenlicht gerückt

Erfahren Sie mehr
Boner: Der Edelstein – Müller & Schindler – 16. I Eth. 2° – Herzog August Bibliothek (Wolfenbüttel, Deutschland)
Boner: Der Edelstein
Bamberg (Deutschland) – 1461

Das erste mit beweglichen Lettern gedruckte, deutschsprachige Buch und das erste mit Holzschnitten illustrierte Druckwerk: Boners berühmte Fabelsammlung in einer wertvollen Inkunabel mit 101 kolorierten Illustrationen

Erfahren Sie mehr
Codex Manesse – Insel Verlag – Cod. Pal. germ. 848 – Universitätsbibliothek Heidelberg (Heidelberg, Deutschland)
Codex Manesse
Zürich / Raum Bodensee (Schweiz) – Nach 1310 bis um 1340

Ein einzigartiger Schatz deutscher Literatur, mittelalterlicher Geschichte und gotischer Buchmalerei: Die berühmte Große Heidelberger Liederhandschrift mit nahezu 6.000 Strophen Minnelyrik und 137 ganzseitigen, ikonischen Miniaturen

Erfahren Sie mehr
Weingartner Liederhandschrift – Müller & Schindler – HB XIII 1 – Württembergische Landesbibliothek (Stuttgart, Deutschland)
Weingartner Liederhandschrift
Konstanz (Deutschland) – Anfang des 14. Jahrhunderts

Liebeslyrik von 31 mittelalterlichen Dichtern um Walther von der Vogelweide: Eine der wichtigsten deutschen, mit 25 Autorenportraits geschmückten Quellen des Minnesangs

Erfahren Sie mehr
Filterauswahl
Verlag