Causa Anglica

Faksimile: Causa Anglica

England — 1530

  1. Der Brief an Papst Clemens VII. von 1530 ist ein wertvolles Zeugnis der englischen Reformation

  2. König Henry VIII. (1491-1547) war noch 1521 vom Papst zum "Verteidiger des Glaubens" erklärt worden

  3. 9 Jahre später brach er mit der katholischen Kirche, um sich von Katharina von Aragon (1485-1536) scheiden lassen zu können

Causa Anglica

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Beschreibung
Causa Anglica

König Heinrich VIII. von England weist vielleicht das berühmteste Liebesleben aller Monarchen in der Geschichte auf, eines, das sogar weitreichende religiöse und politische Auswirkungen hatte und den Verlauf der europäischen Geschichte veränderte. Innerhalb eines Jahrzehnts wurde Heinrich VIII. vom standhaften Verteidiger des katholischen Glaubens zu einem der prominentesten Anführer der protestantischen Bewegung. Alles begann damit, dass der König enttäuscht davon war, dass ihm seine Frau Katharina von Aragon keinen männlichen Erben gebären konnte, und deshalb eine Scheidung zugunsten einer Vermählung mit Anne Boleyn anstrebte. Im Jahr 1530 versuchte ein von der überwältigenden Mehrheit des Oberhauses unterzeichneter und versiegelter Brief, Papst Clemens VII. dazu zu drängen, die von Heinrich VIII. gewünschte Scheidung zu gewähren. Diese Bitte wurde bekanntlich abgelehnt und so machte sich Heinrich VIII. schließlich zum Oberhaupt seiner eigenen Kirche und konnte sich scheiden lassen oder heiraten, wen er wollte.

Causa Anglica

König Heinrich VIII. (1491-1547) ist wohl der berühmteste Monarch der englischen Geschichte, vor allem wegen seines verrufenen Privatlebens. Als "Große Angelegenheit " wird der Wunsch des Königs bezeichnet, sich von seiner ersten Frau Katharina von Aragon (1485-1536) scheiden zu lassen, um Anne Boleyn (ca. 1501-36) heiraten zu können, von der sich der König einen männlichen Erben für den englischen Thron erhoffte. Ein mit dem 13. Juli 1530 datierter und mit 81 Wachssiegeln versehener Brief englischer Adliger, die 70 % des Oberhauses repräsentierten, war an Papst Clemens VII. (1478-1534) gerichtet: Dieser wurde durch ominöse Androhungen einer vergleichbaren Scheidung der englischen Kirche von Rom unter Druck gesetzt, der Bitte des Königs nachzukommen. Es dauerte zwei Monate, bis der Brief Rom erreichte, aber als er ankam, gab der Papst diesen Forderungen nicht nach und der Rest ist - Geschichte. Erst in den 1920er Jahren wiederentdeckt, ist dieser Brief ein unglaublich wertvolles Zeugnis für die Politik und die Haltung des englischen Hofes im 16. Jahrhundert und die Schaffung einer nationalen Identität, die sich durch die Opposition gegen die päpstliche Macht und die Einflüsse vom Kontinent generell definiert, eine Haltung, die bis heute anhält.

Eine unwahrscheinliche Reformation

Der Bruch mit Rom war weniger ein Ausdruck pro-protestantischer Einstellungen in England als vielmehr eine politische Entscheidung, die auf der Tatsache beruhte, dass Katharina von Aragon nach zahlreichen Fehlgeburten noch keinen Sohn geboren hatte und der König nun entschlossen war, andere Optionen zu verfolgen. In der Tat schrieb und veröffentlichte Heinrich VIII. eine Zurückweisung Martin Luthers (1483-1546), die ihm nur neun Jahre zuvor von Papst Leo X. (1475-1521) die Ehrenbezeichnung eines Fidei Defensor, also "Verteidiger des Glaubens", eingebracht hatte. Auch nach der Abspaltung vom Papsttum blieb die anglikanische Kirche im Wesentlichen unverändert, bis auf den Austausch des Papstes durch den Monarchen. Unglaublicherweise war der Brief von 1530, der zu dieser Spaltung beitrug, in einem Kästchen unter einem Stuhl versteckt, bis er 1926 vom damaligen Präfekten des Vatikanischen Archivs, Angelo Mercati (1870-1955), entdeckt wurde.

Kodikologie

Alternativ-Titel
The 1530 Letter to Pope Clement VII
Datum
1530
Sprache
Schrift
Humanistisch
Inhalt
Der Brief beinhaltet die Bitte von 81 englischen Adeligen an Papst Clemens VII., die erste Ehe Heinrichs VIII. zu annullieren
Auftraggeber
König Heinrich VIII. von England (1491–1547)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Faksimile: Causa Anglica
Scrinium – Venedig, 2009
Limitierung: 236 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Causa Anglica

Scrinium – Venedig, 2009

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Scrinium – Venedig, 2009
Limitierung: 236 Exemplare
Kommentar: 1 Band
Sprachen: Italienisch, Englisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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