Heiji Monogatari E

Heiji Monogatari E

Japan — 13. Jahrhundert

  1. Im 12. Jahrhundert wurde die Macht der alten Aristokratie von einer neuen Kriegerelite herausgefordert

  2. Die Erzählung von Heiji beschreibt die Rivalitäten auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft, die zum Krieg führen

  3. Meisterhafte Miniaturen stellen überbordende Schlachtszenen mit vielen Figuren geordnet dar

Heiji Monogatari E

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Heiji Monogatari E

Das Heiji Monogatari oder die Erzählung von Heiji ist ein Meisterwerk der japanischen Hofkunst aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und schildert die Ereignisse des Heiji-Aufstandes (1159-60) in wunderbaren Miniaturen, die es schaffen, chaotische Schlachtszenen mit vielen Figuren anschaulich und kunstvoll darzustellen. Es ist eine Geschichte von sich überschneidenden Rivalitäten und einem Konflikt zwischen der etablierten Aristokratie und einer neuen Klasse von kriegerischen Clanführern. Die Miniaturen dieser drei Schriftrollen schildern nicht nur das zeitgenössische Kriegsgeschehen, sondern bieten durch ihre Darstellung von Alltagsgegenständen, Architektur und Mode Einblicke in das Alltagsleben des mittelalterlichen Japan.

Heiji Monogatari E

Dieses japanische Kriegsepos aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, das auf Deutsch Die Erzählung von Heiji heißt, schildert in 36 Kapiteln die Ereignisse des Heiji-Aufstandes von 1159-1160 mit Hilfe prächtiger Miniaturmalereien, die den Konflikt zwischen den Clans der Taira und der Minamoto darstellen. Drei der fünf originalen Schriftrollen werden hier dargeboten, darunter der Nachtangriff auf den Sanjō-Palast mit seinen schreiend roten Flammen und schwarzem Rauch. Dabei handelt es sich neben der Darstellung der Hauptschlacht des Heiji-Aufstandes um den berühmtesten und künstlerisch eindrucksvollsten Abschnitt. Der Text, der manchmal Hamuro Tokinaga zugeschrieben wird, war dazu bestimmt, öffentlich aufgeführt und als Fortsetzung der Erzählung von Hōgen gesungen zu werden.

Ein prächtiges Kriegs-Epos

Diese Handschrift gehört zum Genre der gunki monogatari oder "Kriegserzählungen", die vom 12. bis ins 16. Jahrhundert geschaffen wurden. Obwohl überfüllte Schlachtszenen mit vielen Figuren dargestellt werden, sind die Gemälde geordnet und klar mit einem ausgeprägten Sinn für Bewegung. Diese dynamischen Bilder wurden mit Hilfe der tsukurie-Technik geschaffen: eine Linienzeichnung wird zuerst in Tusche angefertigt und dann mit Farbschichten aus zerkleinerten Mineralien ausgefüllt, bevor die Details durch Linien in Tusche verstärkt werden. Neben der akkuraten Darstellung von Waffen, Rüstungen, Pferden, Ochsen und Wagen, die im Krieg verwendet wurden, gibt es einen Einblick in die Alltagsgegenstände, Architektur und Mode des mittelalterlichen Japans. Die Armeen marschieren durch malerische Landschaften mit felsigen Hügeln und verschiedenen Baumarten auf dem Weg nach Kyoto, wo die rebellischen Minamoto schließlich besiegt wurden. Diese Handschrift ist ein prächtiges Zeugnis des Konflikts, der den Grundstein für den Genpei-Krieg (1180-85) legte.

Konflikt zwischen Alt und Neu

Die Erzählung von Heiji dreht sich um den Aufstieg einer neuen Klasse von militärischen Eliten, die die Macht der alten Aristokratie bedrohen, während vielschichtig miteinander verknüpfte Rivalitätsbeziehungen die Eskalation in einem Krieg mit sich bringen. Die Hauptcharaktere werden in der Geschichte nach ihrem Status dargestellt, so dass die Kaiser an erster Stelle stehen, gefolgt von den Ministern der Fujiwara und den militärischen Clanführern an dritter Stelle. Die Rivalität auf der obersten Ebene besteht zwischen dem zurückgezogen lebenden Kaiser Go-Shirakawa und dem regierenden Kaiser Nijo. Die Rivalität auf der zweiten Ebene besteht zwischen zwei kuge - zwei Aristokraten, die den kaiserlichen Hof in Kyoto dominierten - namens Fujiwara no Michinori und Fujiwara no Nobuyori. Die Rivalität auf der dritten Ebene liegt zwischen dem Oberhaupt des Taira-Clans, Taira no Kiyomori, und dem Oberhaupt des Minamoto-Clans, Minamoto no Yoshitomo. Am Ende sollte der Heiji-Aufstand ein erfolgloser Putsch bleiben, der nur dazu diente, die Spannungen zwischen den beiden mächtigsten Clans in Japan zu verschärfen. Dieses wurde bald durch einen größeren Bürgerkrieg auseinandergerissen, der letztlich mit der entscheidenden Niederlage des Taira-Clans und der Errichtung des Kamakura-Shogunats und dem Beginn des Feudalismus in Japan enden sollte.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Heiji monogatari emakimono
Heiji monogatari ekotoba
Umfang / Format
3 Rollen / 42,2 × 952,9 cm 42,7 × 1012,8 cm 41,3 × 699,5 cm
Herkunft
Japan
Datum
13. Jahrhundert
Sprache
Inhalt
Die Geschichte von Heiji:
Rokuhara Gyokou oder Der kaiserliche Besuch in Rokuhara (Rolle im Nationalmuseum Tokio)
Shinzei (Rolle im Seikado Kunstmuseum)
Der nächtliche Angriff auf den Sanjo Palast (Rolle im Museum of Fine Arts)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Familie Honda
Ernest Francisco Fenollosa
Charles Goddard (Sanjyo Dono Youchi no Maki)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Heiji Monogatari E
Limitierung: Nicht limitiert
Faksimile-Editionen

#1 Heiji Monogatari E

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: Nicht limitiert
Einband: Holzkassette
Kommentar: 1 Band von Anne N. Morse, Yuko Kobayashi und Shinobu Ikeda
Sprache: Japanisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion der drei erhaltenen Rollen (Umfang, Format, Farbigkeit), die im Nationalmuseum Tokio (42.2×952.9 cm), im Seikado Kunstmusem (42.7×1012.8 cm) und im Museum of Fine Arts (41.3×699.5 cm) aufbewahrt werden. Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Das könnte Sie auch interessieren:
Filterauswahl
Verlag