Hyakumanto Darani

Hyakumanto Darani Faksimile

Japan — Um 770

Ehrgeiziges religiöses Projekt der japanischen Kaiserin zur Demonstration ihrer Macht: Von 1 Million Miniatur-Holzpagoden mit buddhistischen Gebeten aus dem Jahr 770 heute noch mehr als 45 000 Exemplare erhalten

  1. Kaiserin Shōtoku (718-770) bestieg 765 erneut den Thron, nachdem sie zuvor bereits als Kaiserin Kōken regiert hatte

  2. Hunderte von Menschen waren an der Gestaltung der Pagoden und Gebete auf ihren Auftrag hin beteiligt

  3. Vermutlich in Nara ausgeführt, wurde das gewaltige Projekt nach 6 Jahren Arbeit im Jahr 770 fertiggestellt

Hyakumanto Darani

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Hyakumanto Darani

Auf Befehl der japanischen Kaiserin: Hyakumantō Darani oder "Eine Million Pagoden und Dharani-Gebete" war ein gewaltiges Projekt, das im Jahr 770 nach sechs Jahren Arbeit hunderter Menschen vollendet wurde: Nach der Niederschlagung einer erfolglosen Rebellion hatte die Kaiserin Shōtoku die Herstellung von einer Million Miniatur-Holzpagoden in Auftrag gegeben, jede einzelne gefüllt mit buddhistischen Gebeten und Sprüchen, die mit Holzschnitten auf Papier gedruckt wurden. Es ist kaum zu glauben, dass heute noch mehr als 45 000 dieser 1 200 Jahre alten Pagoden existieren.

Hyakumanto Darani

Die Hyakumantō Darani, auf Deutsch etwa "Eine Million Pagoden und Dharani-Gebete", sind eine Vielzahl von buddhistischen Gebeten oder Sprüchen, die auf Papier gedruckt, dann aufgerollt und in Miniatur-Holzpagoden gesteckt wurden, um im Jahr 770 an Tempel in ganz Japan verteilt zu werden. Diese Friedensgebete waren schon im Jahr 764 von der Kaiserin von Japan in Auftrag gegeben worden, um die erfolgreiche Unterdrückung der kurzlebigen Fujiwara no Nakamaro Rebellion zu feiern, die auch als Emi Rebellion bekannt ist.

Auf Befehl der Kaiserin

Nachdem sie zuvor als Kaiserin Kōken (718-770) regiert hatte, wurde sie in ihrer zweiten Regierungszeit Kaiserin Shōtoku genannt und verfügte, dass eine Million Miniatur-Holzpagoden mit gedruckten Schriftrollen angefertigt und zur Feier des besonderen Tages in ganz Japan verschickt werden sollten. Ihre zweite Motivation dürfte eine Machtdemonstration durch die Behauptung der Kontrolle über die Ressourcen gewesen sein, um ein so ehrgeiziges Projekt durchführen zu können, das sich der neuen Technologie des Druckens bediente. Von daher war das Hyakumantō Darani vermutlich sowohl politischen als auch devotionalen Zwecken dienlich.

Holzschnitte und Holzpagoden

Diese kleinen dreistöckigen Pagoden, die wahrscheinlich in Nara hergestellt wurden, bestanden aus einer Kombination von Zypressen- und Katsura-Holz und enthielten vier Gebete für den Frieden (Kompon, Jishinin, Sorin und Rokudo), die jeweils auf ein separates Stück handgeschöpftes Papier gedruckt wurden. Sie wurden im Holzschnittverfahren hergestellt und sind die ältesten erhaltenen Beispiele für die Drucktechnik in Japan. Auch weltweit zählen sie zu den ältesten Exemplaren von Drucken überhaupt. Das enorme Unterfangen fand wahrscheinlich in Nara statt, einem Drucker-Zentrum im klassischen Japan, und wurde im Jahr 770 nach 6 Jahren Arbeit fertiggestellt. Es muss Hunderte von Menschen beschäftigt haben, denn die Markierungen auf den heute noch über 45000 erhaltenen Pagoden zeigen Hinweise auf mehr als 100 verschiedene Drehbänke.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Eine Million Pagoden und Dharani-Gebete
One Million Pagodas and Darani Prayers
Hyakumanto and Darani-kyo
Herkunft
Japan
Datum
Um 770
Sprache
Inhalt
Gebete für den Frieden: Kompon, Jishinin, Sorin and Rokudo
Auftraggeber
Kaiserin Shotoku von Japan

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Hyakumanto Darani – Seikado Bunko Kunstmuseum (Tokio, Japan) Faksimile
Maruzen-Yushodo Co. Ltd. – Tokio, 1997
Limitierung: 125 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Hyakumanto Darani

Maruzen-Yushodo Co. Ltd. – Tokio, 1997

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Maruzen-Yushodo Co. Ltd. – Tokio, 1997
Limitierung: 125 Exemplare
Einband: Die vier Rollen werden im Inneren einer dreistöckigen Pagode mit einer Höhe von 21,4 cm aufbewahrt. Der Sockel der Pagode wurde aus Hinoki-Holz (Zypresse), der obere Teil aus Katsura-Holz (Katsura-Baum) gefertigt.
Kommentar: 1 Band von Torataro Yoneyama
Sprache: Japanisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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