Brief von Christoph Kolumbus, der die Entdeckung der Neuen Welt ankĂŒndigt

Brief von Christoph Kolumbus, der die Entdeckung der Neuen Welt ankĂŒndigt – Circulo Cientifico – Originalmanuskript verloren

Portugal — 15. Februar 1493

Ein historischer Brief von großer politischer Gewandtheit: Christoph Kolumbus’ Brief vom 15. Februar 1493 an die fĂŒr die Zukunft der gerade entdeckten Neuen Welt relevantesten Personen seiner Zeit

  1. Ein Exemplar adressierte er an Isabel I. von Kastilien (1451-1504) und Ferdinand II. von AragĂłn (1452-1516)

  2. Das andere an Luis de Santångel (gest. 1498), den Schatzmeister von König Ferdinand

  3. Kolumbus betont in seinem Bericht den Reichtum der von ihm in SĂŒdostasien vermuteten Inseln

Brief von Christoph Kolumbus, der die Entdeckung der Neuen Welt ankĂŒndigt

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Brief von Christoph Kolumbus, der die Entdeckung der Neuen Welt ankĂŒndigt

Zwei Reiter, die Briefe mit weltverĂ€ndernden Nachrichten mit sich fĂŒhrten, machten sich vom Hafen von Lissabon aus auf den Weg zu den Katholischen Königen Isabella und Ferdinand, nachdem Christoph Kolumbus dort am 4. MĂ€rz 1493 gelandet war. Sie trugen einen Bericht ĂŒber die Entdeckung der "Indias" bei sich, den Kolumbus offenbar am 15. Februar 1493 an Bord der Karavelle Niña verfasst hatte. Der Bericht enthĂ€lt keine Details ĂŒber die strapaziöse 33-tĂ€gige Reise ĂŒber den Atlantik, sondern ist gefĂŒllt mit seinen Beschreibungen der karibischen Inseln, die er auf seiner ersten Reise kennenlernte. Kolumbus begutachtet sowohl die Geographie als auch die Menschen und betont, wie friedlich und offen sie fĂŒr Bekehrungen waren. Hispaniola und Kuba erhalten die meiste Aufmerksamkeit, und Kolumbus ĂŒbertreibt ihre GrĂ¶ĂŸe und ihren Reichtum, um die Finanzierung einer zweiten Expedition zu unterstĂŒtzen.

Brief von Christoph Kolumbus, der die Entdeckung der Neuen Welt ankĂŒndigt

Der folgenreichste Irrtum der Welt: Auf der Suche nach einem kĂŒrzeren Seeweg zu den ReichtĂŒmern Indiens und Chinas segelte Christoph Kolumbus (1451-1506) 1492 unversehens in die Karibik und stellte dort den ersten Kontakt eines EuropĂ€ers mit Amerika her, seit der Wikinger Leif Erikson 500 Jahre zuvor seinen Fuß dorthin gesetzt hatte. Als Kolumbus von dieser historischen ersten Reise zurĂŒckkehrte, verfasste er am 15. Februar 1493 einen Brief an Bord der Karavelle Niña. Zwei Exemplare wurden angefertigt, eines fĂŒr die Katholischen Könige selbst, Isabella I. von Kastilien (1451-1504) und Ferdinand II. von AragĂłn (1452-1516), und das andere fĂŒr Luis de SantĂĄngel (gest. 1498), den Schatzmeister von König Ferdinand und daher einen der mĂ€chtigsten MĂ€nner Spaniens. Als Herrn ĂŒber den königlichen Haushalt war es Ă€ußerst wichtig, SantĂĄngel von der Notwendigkeit einer zweiten, noch grĂ¶ĂŸeren Expedition so schnell wie möglich zu ĂŒberzeugen. Denn nachdem ein Sturm Kolumbus gezwungen hatte, im feindlichen Lissabon zu landen, war es von entscheidender Bedeutung, SantĂĄngel eine Nachricht zukommen zu lassen, bevor der portugiesische König die Wahrheit ĂŒber die Ereignisse der ersten Reise herausfinden und eine konkurrierende Expedition organisieren konnte, um dadurch alles fĂŒr sich in Anspruch zu nehmen.

Neuigkeiten fĂŒr die Katholischen Könige

Kolumbus' Brief ĂŒberspringt die harte 33-tĂ€gige Reise ĂŒber den Atlantik und beschreibt die von ihm entdeckten Inseln als vor der KĂŒste von "Indien jenseits des Ganges " gelegen, ein archaischer Begriff, der auf PtolemĂ€us zurĂŒckgeht und im Allgemeinen SĂŒdostasien bedeutet hat. Er glaubt, dass das Festland von Cathay (China) und all seine ReichtĂŒmer ganz in der NĂ€he liegen, obwohl er enttĂ€uscht ist, keine grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte oder HĂ€fen zu finden, sondern nur Dörfer und Natur. Von den sechs Inseln, die er besucht hat, hĂ€lt er Hispaniola fĂŒr ĂŒppig und gut geeignet fĂŒr die GrĂŒndung einer Kolonie. Zu diesem Zweck ließ er dort ein Fort errichten, das von einigen HĂ€ndlern und Kolonisten bemannt wurde. Kolumbus stellt weiter fest, dass die Inselbewohner nicht nur in einem primitiven Zustand leben und keine eisernen Waffen besitzen, sondern dass sie im Allgemeinen furchtsam und friedlich sind, d.h. gefĂŒgig fĂŒr Unterwerfung und Missionierung. Dennoch erzĂ€hlt er Geschichten von "Ungeheuern ", die er fĂŒr einen kriegerischen Stamm hĂ€lt, sowie ein GerĂŒcht von der Insel eines Stammes weiblicher Kriegerinnen, die mit kupfernen Waffen und Schilden ausgerĂŒstet seien. Solche Geschichten, die die Phantasie anregen sollten, werden durch GerĂŒchte ĂŒber nahegelegene Inseln ausgeglichen, die mit Gold, GewĂŒrzen und Sklaven gefĂŒllt waren, um die Gier der Katholischen Könige nach neuen LĂ€ndern und ReichtĂŒmern zu wecken.

Die Druckerpresse verbreitet die Nachricht

In gedruckten Kopien wurde Kolumbus' Brief innerhalb weniger Wochen nach seiner RĂŒckkehr vervielfĂ€ltigt und verbreitet: Spanische Kopien erschienen bereits im April in Barcelona, lateinische einen Monat spĂ€ter in Rom, und bis Ende 1493 produzierten Druckereien in acht weiteren StĂ€dten den Brief. Bis zum Ende des Jahrzehnts wurden 3000 Exemplare hergestellt, was seinen Brief zu einem echten Bestseller in den frĂŒhen Tage des Buchdrucks machte. Plötzlich schien es, als sei eine westliche Seeroute nach Indien entdeckt worden, wenn auch die Erkenntnis, dass es sich in Wirklichkeit um einen völlig anderen Kontinent handelte, noch einige Zeit auf sich warten lassen musste. Diese gedruckten Ausgaben sind die einzigen erhaltenen Zeugnisse des Briefes, denn die von Kolumbus geschriebenen Originale sind der Geschichte verloren gegangen. Der erste Druck in spanischer Sprache liegt hier vor und lĂ€sst, wie andere Druckausgaben auch, Kolumbus' Bitten um die ihm zustehenden Rechte und Ehren aus. Zweifellos wollten Isabella und Ferdinand die Abmachungen ĂŒber solche Kleinigkeiten lieber fĂŒr sich behalten.

Kodikologie

Alternativ-Titel
La Carta de ColĂłn anunciando el Descubrimiento del Nuevo Mundo
The Letter of Christopher Columbus Announcing the Discovery of the New World
Herkunft
Portugal
Datum
15. Februar 1493
Sprache
Inhalt
Kolumbus Bericht von der Entdeckung der Neuen Welt
KĂŒnstler / Schule

VerfĂŒgbare Faksimile-Editionen:
Brief von Christoph Kolumbus, der die Entdeckung der Neuen Welt ankĂŒndigt – Circulo Cientifico – Originalmanuskript verloren
Circulo Cientifico – Madrid, 2018
Limitierung: 525 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 La Carta de ColĂłn anunciando el Descubrimiento del Nuevo Mundo

Circulo Cientifico – Madrid, 2018

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Circulo Cientifico – Madrid, 2018
Limitierung: 525 Exemplare
Kommentar: 1 Band
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des verlorenen Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprĂŒnglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Das Faksimile basiert auf dem Nachdruck der frĂŒhesten gedruckten Kopie des Briefes aus dem spĂ€ten 14. Jahrhundert. Er wurde 1914 von Eudall Canibell angefertigt, der den Text in vergrĂ¶ĂŸertem Format und mit floralem Randdekor sowie dem Wappen Isabels I. von Kastilien und Ferdinands II. von AragĂłn herausgab. Die Faksimile-Edition beinhaltet nicht nur eine genaue Reproduktion dieses Dokuments auf Pergament im Format 68 × 48 cm, sondern auch einen hochwertigen Druck mit einem PortrĂ€t von Christoph Kolumbus.
Ausgabe bei uns verfĂŒgbar
Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
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