De la Pirotechnia - Zweite Ausgabe

De la Pirotechnia - Zweite Ausgabe – Circulo Cientifico – RBME Mª 8-II-3 – Real Biblioteca del Monasterio (San Lorenzo de El Escorial, Spanien)

Venedig (Italien) — 1550

Vom Erzabbau über die Goldschmiedekunst bis zum Härten von Stahl: Die weltweit erste Abhandlung über Metallurgie mit 84 präzisen Holzschnitten zu den verschiedenen Verfahren und technischen Prinzipien der Metallverarbeitung

  1. Vannoccio Biringuccio (ca. 1480 – ca. 1539) war ein italienischer Metallurge aus Siena in der Toskana

  2. In den Jahren 1507–1508 reiste er durch Italien und Deutschland und besuchte die großen Bergbauzentren

  3. 84 detaillierte, hochpräzise Stiche zeigen verschiedene Prozesse und technische Prinzipien

De la Pirotechnia - Zweite Ausgabe

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Beschreibung
De la Pirotechnia - Zweite Ausgabe

De la Pirotechnia wird als das weltweit erste Lehrbuch der Metallurgie, Metallbearbeitung und chemischen Technologie bezeichnet. Es wurde von dem italienischen Metallurgen Vannoccio Biringuccio (ca. 1480- ca. 1539) verfasst, der engen Kontakt mit der in Siena despotische herrschenden Adelsfamilie Petrucci unterhielt. Biringuccios Abhandlung, dessen Titel in deutscher Übersetzung „Von der Feuerkunst” lautet, wurde 1540 posthum in Venedig veröffentlicht. Aufgrund des großen Erfolgs wurde 1550 eine zweite und 1559 sogar eine dritte Ausgabe mit dem Kurztitel Pirotechnia nachgedruckt. Die zweite Ausgabe, die hier vorliegt, ist hinsichtlich ihres Formats, ihrer Struktur, Holzschnitte und Holzschnittinitialen mit der ersten identisch. Verschiedene Verfahren und technologische Grundlagen werden darin anhand von 84 detaillierten und genau gearbeiteten Holzschnitten illustrativ erläutert.

De la Pirotechnia – Zweite Ausgabe

Das erste gedruckte Buch, das sich der Metallurgie widmete, stammt von Vannoccio Biringuccio (ca. 1480-ca.1539), einem italienischen Metallurgen aus der toskanischen Stadt Siena. Es ist in italienischer Sprache verfasst und wurde 1540 nach dem Tod des Autors bei Folio zu Venedig veröffentlicht, allerdings ohne den Namen des Verfassers. Das Werk war so erfolgreich, dass der Verleger 1550 eine zweite und 1559 eine dritte Ausgabe nachdrucken ließ, die den Kurztitel Pirotechnia trug. Übersetzungen in andere Sprachen erschienen im 20. Jahrhundert: Cyril Stanley Smith** (1903–1992), ein britischer Metallurge, Wissenschaftshistoriker und leitender Chemiker des Manhattan Projekts, publizierte 1979 die englische Übertragung unter dem Titel „The art of fire“, die erste deutsche Übersetzung von Otto Johannsen erschien 1925 in Braunschweig unter dem Titel „Vanoccio Biringuccios zehn Bücher von der Feuerkunst“. „De la Pirotechnia“ ist weltweit die erste Abhandlung über Bergbau und Metallurgie und gilt als eines der ersten technischen Lehrbücher. Biringuccio fasste darin das Wissen, das sich über Jahrhunderte im Bereich der Bergbau- und Hüttenkunde akkumuliert hatte, zusammen und reicherte es mit seinen persönlichen Erfahrungen an, die er als experimentell arbeitender Metallurge gesammelt hatte. Anhand von **84 detaillierten und genau gearbeiteten Holzschnitten werden verschiedene Verfahren und technologische Grundlagen erläutert. Die zweite Ausgabe, die hier vorliegt, ist hinsichtlich ihres Formats, ihrer Struktur, Holzschnitte und Holzschnittinitialen mit der ersten identisch. Was die Rezeption des Werkes angeht, so wurde es unter anderem auf den ausdrücklichen Wunsch König Philipps II. von Spanien (1527–98) bei einer Versteigerung der Bibliothek des Honorato Juan, dem Bischoff von Osma (gest. 1566), im Jahr 1567 erworben. Das Werk ist in geprägtes graugrünes Kalbsleder gebunden und seit 500 Jahren ein hochgeschätzter Besitz der Königlichen Escorial-Bibliothek, die von König Philipp II. im selben Jahr 1567 angelegt wurde.

Metallurge der Renaissance

Biringuccio wurde in Siena geboren und am 20. Oktober 1480 als Sohn von Paolo Biringuccio und Lucrecia di Bartolomeo getauft. Sein Vater, ein Architekt, war im städtischen Baugewerbe von Siena tätig und eng mit der Familie Petrucci, einer diktatorisch in Siena herrschenden Adelsfamilie, verbunden. Mit der Unterstützung von Pandolfo Petrucci (1452–1512) begann Biringuccio zunächst eine Ausbildung in den Eisenerzminen von Bocchenggiano und übernahm später die Leitung der Silberminen am Avanzoberg in den Karnischen Alpen. In den Jahren 1507–1508 bereiste er Italien und Deutschland, besuchte die großen Bergbauzentren und beobachtete alles, was mit der Metallurgie, dem Gießen und sogar der Alchemie zu tun hatte, um anschließend eigene Experimente durchzuführen. Nach dem Tod von Pandolfo Petrucci im Jahr 1512 ernannte ihn dessen Sohn Borghese im Jahr 1513 zum Leiter des städtischen Arsenals. Im darauffolgenden Jahr übernahm er die Leitung der Münze der Stadt Siena für fünf Jahre. Ein Aufstand gegen den Despoten im Jahr 1515 zwang Biringuccio mit den Mitgliedern der Herrscherfamilie Petrucci aus Siena zu fliehen. Es folgte ein Wanderleben, das ihn nach Rom, Neapel und schließlich 1517 nach Sizilien führte. Nach der Wiedereinsetzung Fabio Petruccis in Siena durch den Papst kehrte auch Biringuccio im Jahr 1523 in die Stadt zurück und wurde erneut Werkmeister. Um 1524 wurde ihm ein Monopol für die Salpeterproduktion in Siena bewilligt. Als es zwei Jahre später am 25. Juli 1526 zu einem erneuten Aufruhr gegen den Gewaltherrscher kam übernahm Biringuccio die Leitung der Artillerie und versuchte, die Heimatstadt in einem Angriff auf das Stadttor Porta Camolia zurückzuerobern. Alle Bemühungen von Seiten der Petrucci blieben letztendlich erfolglos. So folgte Biringuccios zweite Emigration, u. a. nach Deutschland, bevor er sich in der Republik von Florenz niederließ und sich dort für die Verbesserung der Artillerie einsetzte. Im Jahr 1530 kehrte er nach Siena zurück und wurde dort Senator. Im Jahr 1535 ernannte ihn Papst Paul III. (1468–1549) zum Architekt und Dombaumeister des Petersdoms, woraufhin er im Jahr 1536 nach Rom übersiedelte und dort bis 1538 die päpstliche Gießerei und das Munitionsdepot leitete. Kurz darauf muss er unerwartet verstorben sein, der genaue Sterbeort und Todestag sind unbekannt.

Die Feuerkunst in zehn Büchern

Die Pirotechnia besteht aus zehn Büchern, die wiederum in Unterkapitel eingeteilt sind.
Buch I. Allgemeine Regeln für die Entdeckung metallischer Minerale, Techniken des Minenbaus, und die erforderlichen Instrumente. Widerlegung von Behauptungen der Alchemie bezüglich der Umwandlung von Metallen.
Buch II. Die Halbmineralien: Quecksilber, Magnetstein, Bergkristall, Edelsteine und Glas. Die Herstellung von Glas.
Buch III. Das Probieren und Vorbereiten der Erze zum Schmelzen.
Buch IV. Die Trennung des Goldes vom Silber und dessen Umwandlung in Feingold.
Buch V. Die Legierungen der Metalle: Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zinn.
Buch VI. Über die Gießkunst im Allgemeinen und im Besonderen: Bronzegussformen für Geschütze und Glocken.
Buch VII. Die Metallschmelzverfahren
Buch VIII. Die Kleingießerei, die Kunst des “piccola del gitto“.
Buch IX. Die Technik verschiedener Feuerarbeiten: alchimistische Kunst, Destillierkunst, Gold-, Kupfer-, Eisenschmiedekunst, Töpferkunst, Münzprägung und Herstellung von Metallspiegeln
Buch X. Die künstlichen Brandstoffe und die Herstellung der sogenannten Feuerwerkskörper zum Schutz und Trutz im Kriege und zur Belustigung bei Festlichkeiten

Kodikologie

Alternativ-Titel
De la Pirotechnia - Second Edition
Umfang / Format
334 Seiten / 19,7 × 14,5 cm
Herkunft
Italien
Datum
1550
Sprache
Buchschmuck
84 große, illustrative Xylographien und diverse Zierinitialen
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
De la Pirotechnia - Zweite Ausgabe – Circulo Cientifico – RBME Mª 8-II-3 – Real Biblioteca del Monasterio (San Lorenzo de El Escorial, Spanien)
Circulo Cientifico – Madrid, 2010
Limitierung: 999 Exemplare
Detailbild

De la Pirotechnia - Zweite Ausgabe

Wasserrad und Blasebalg

Als die mittelalterliche Metallurgie fortschritt, benötigten die Schmiede immer höhere Temperaturen. Wasserräder wurden zum Antrieb der Blasebälge in Hochöfen verwendet, die erstmals um 1100 in Skandinavien auftauchten. Sie dienten in erster Linie der Herstellung von Gusseisen, das vielfältig eingesetzt wurde – von einfachen Werkzeugen bis hin zu Türen, Kanonen und sogar ganzen Brücken. Dem glühenden, geschmolzenen Eisen konnten Legierungselemente wie Kohlenstoff und Silizium zugesetzt werden, um seine Eigenschaften zu verändern. Außerdem machte das Wasserrad ungelernte Arbeiter für die Bedienung des Blasebalgs überflüssig.

De la Pirotechnia
Einzelseite

De la Pirotechnia - Zweite Ausgabe

Titelseite

Der lange und ausführliche vollständige Titel des Werks wird auf dieser wunderschön verzierten Seite mit unzähligen metallurgischen Instrumenten und Kreationen sowie heraldischen Elementen präsentiert, darunter ein Löwe mit einer Banderole im unteren Teil der Seite und eine gekrönte weibliche Figur am oberen Rand der Seite mit dem Namen VENETIA. Sie hält eine Waage und scheint auf einem Löwenpaar zwischen einem Segelschiff und einer klassischen Rüstung zu sitzen.

Der Rest der Holzschnittleiste zeigt die verschiedenen Anwendungen der "Pyrotechnik" für den Bergbau, die Verhüttung und verschiedene andere Gewerbe. Zu den Objekten gehören Handwerkzeuge, eine Schubkarre, Glocken, Destillierapparate aus Kupfer, Kanonen und ein Amboss. Diese wunderbar detaillierte und vielseitige Zusammenschau von Gegenständen aus dem Bereich der Metallurgie ist ein grandioses Zeugnis all dessen, was mittelalterliche Schmiede zu leisten imstande waren.

De la Pirotechnia
Faksimile-Editionen

#1 De la Pirotechnia

Circulo Cientifico – Madrid, 2010

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Circulo Cientifico – Madrid, 2010
Limitierung: 999 Exemplare
Einband: Geprägtes Leder
Kommentar: 1 Band von José Carrasco Galán, Eleonora Arrigoni, Enrique De Miguel Fernández, Alejandrino Gallego Rodríguez und José L. G. Sánchez-Molero
Sprache: Spanisch

Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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