Die Regeln der Ritterlichkeit. Statuten des Ordre du Nœud

Die Regeln der Ritterlichkeit. Statuten des Ordre du Nœud

Frankreich — 1352–1354

  1. König Ludwig I. von Neapel (1320-62) schuf 1352 den Ordre du Nœud oder "Orden des Knoten"

  2. Die Regeln und Rituale des Ordens sind in einer prächtig illuminierten gotischen Handschrift festgehalten

  3. 17 farbenfrohe Miniaturen mit Blattgold und floralen Rankenbordüren zieren die Ordensstatuten

Die Regeln der Ritterlichkeit. Statuten des Ordre du Nœud

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Beschreibung
Die Regeln der Ritterlichkeit. Statuten des Ordre du Nœud

Der an Pfingsten 1532 gegründete Ordre du Nœud oder "Orden des Knotens" war ein Ritterorden, der von König Ludwig I. von Neapel (1320-62) zum Gedenken an seine eigene Königskrönung gestiftet wurde. Prachtvoll koloriert und mit Blattgold verziert, illustrieren 17 Miniaturen die Handschrift, die die Ordensregeln enthält und Abbildungen wichtiger Zeremonien und tapferer Taten einschließt. Die Statuten des Ordre du Nœud sind eine wunderbare gotische Handschrift, die sich später im Besitz von König Heinrich III. von Frankreich (1551-89) befand.

Die Regeln der Ritterlichkeit. Statuten des Ordre du Nœud

Ritterorden waren im Spätmittelalter in aller Munde und verschiedene Dynastien schufen sogar ihre eigenen Orden, von denen einige noch heute existieren, wie etwa der 1348 von König Edward III. von England (1312-77) gegründete Hosenbandorden. Zweifellos von diesem und anderen Ritterorden inspiriert, schuf König Ludwig I. von Neapel (1320-62) 1352 den Ordre du Nœud oder "Orden des Knotens". Wenn auch der Orden selbst nicht lange bestand, ist dennoch die Handschrift, die die Statuten des Ordre du Nœud enthält, als meisterlich illuminiertes, beispielhaftes Zeugnis der Rituale und Heldentaten eines jeden Ritterordens erhalten geblieben. 17 farbenfrohe Miniaturen mit Blattgold, die an Giotto (ca. 1267-1337) erinnern, darunter eine ganzseitige Kreuzigungsszene, schmücken den Text zusammen mit prächtigen Blumenrankenbordüren, die mit Vasen, Tieren und Vögeln gefüllt sind.

Ein neapolitanischer Ritterorden

Am Pfingstfest des Jahres 1352 wurde Ludwig von Tarent an der Seite seiner Gemahlin, Königin Johanna I. (1325-82), zum König Ludwig I. von Neapel gekrönt. Zu diesem Anlass gründete er einen ritterlichen Orden - den Ordre du Nœud. Die Gründung eines Ritterordens diente der Legitimation des Königs als christlicher Herrscher und Verteidiger der Kirche, der Bereitstellung eines Kerns von 300 Elite-Rittern für seine Armeen und der Schaffung einer vertrauenswürdigen Gruppe von Beratern. Die Mitglieder des Ordens wurden ausschließlich vom König ausgewählt und ernannt, der selbst zugleich als Ordensmeister fungierte, und trugen weiße Gewänder, um den Glauben und die Ehre der Ritter zu symbolisieren. Ein Knoten aus purpurnen und gold-roten Seidenfäden, der nach dem Treueeid an Brust oder Arm des Ritters befestigt wurde, war ihr einziger Schmuck.
Bilder der Ritterlichkeit
Nach den Statuten konnten bestimmte **Taten der Tapferkeit
einem Ritter erlauben, seinen Knoten zu lösen. Der gelöste Knoten wurde etwa nach der Pilgerfahrt nach Jerusalem am Heiligen Grab mit der Inschrift seines Namens an prominenter Stelle angebracht. Erst dann konnte der Knoten wieder gebunden werden, nun mit einer Feuerzunge darauf und mit dem Namen des Ritters unter dem neuen Motto: a pleut à Dieu oder "Gott hat es gewollt". Dieser Brauch und andere ritterliche Traditionen wurden jedoch nie vollständig verwirklicht, da sich der Orden nach dem Tod seines Gründers im Jahr 1362 bald auflöste. Die Statuten des Ordre du Nœud sind dennoch als ein schön illuminiertes Zeugnis der Ritterorden im Spätmittelalter erhalten geblieben. Szenen, die verschiedene Rituale und Zeremonien darstellen, bieten einen wertvollen Einblick in das Innenleben dieses Ordens, was der Grund dafür sein mag, dass die Handschrift einst im Besitz von König Heinrich III. von Frankreich (1551-89) war.

Ein Widerhall von Giotto

Cristoforo Orimina war ein italienischer Buchmaler des 14. Jahrhunderts, der am Königshof von Neapel tätig war und aus einer neapolitanischen Patrizierfamilie stammte. Er galt als einer der großen Meister des Trecento und die Miniaturen, die Orimina für diese Handschrift schuf, erinnern stark an den großen Giotto. Darüber hinaus interpretiert Orimina Giotto gemäß den stilistischen Merkmalen von Pietro Cavallini (1259 - 1330) neu und verleiht ihm eine prachtvolle und elegante Bildsprache. Von der Plastizität der Figuren bis zur Räumlichkeit der sie enthaltenden Szenen handelt es sich um ein einzigartiges und intaktes Exemplar, das beispielhaft für die Kunst mittelalterlicher Miniaturen ist.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Le Regole della Cavalleria. Statuti dell'Ordine del Santo Spirito dal Giusto Desiderio
Ordre du S.-Esprit au Droit-Désir
The rules of chivalry. Statutes of the Ordre du Nœud
Umfang / Format
11 Blätter / 35,6 × 25,8 cm
Herkunft
Frankreich
Datum
1352–1354
Stil
Buchschmuck
17 Miniaturen, darunter eine ganzseitig, dekorativer Bordüren
Inhalt
Regeln des Ordre du Noeud (oder Order of Saint Esprit au Droit Désir), 1352 gegründet von Ludwig von Tarent, Fürst von Tarent
Auftraggeber
Ludwig von Tarent
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Heinrich III. von Frankreich
Königliche Bibliothek
François Roger de Gaignières

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Le Regole della Cavalleria. Statuti dell'Ordine del Santo Spirito dal Giusto Desiderio
Istituto dell'Enciclopedia Italiana - Treccani – Rom, 2019
Limitierung: 299 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Le Regole della Cavalleria. Statuti dell'Ordine del Santo Spirito dal Giusto Desiderio

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 299 Exemplare
Kommentar: 1 Band von Alessandro Barbero, Marco Cursi, Giovanni Palumbo und Alessandra Perriccioli Saggese
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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