Die Reisen des Sir John Mandeville

Die Reisen des Sir John Mandeville – Vicent Garcia Editores – R/13148 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)

Valencia (Spanien) — 13. Oktober 1524

Von wundersamen Kreaturen in fernen Ländern: Eine wertvolle valenzianische Inkunabel der spanischen Übersetzung des berühmt gewordenen Reiseberichts des bis heute rätselhaften Pseudonyms Jean de Mandeville

  1. Die 30-jährige Weltreise eines englischen Adligen mit einer Vielzahl an wichtigen, richtigen und fantastischen Begebenheiten und Beobachtungen

  2. Abgesehen davon, dass es sich um einen englischen Ritter handelt, bleibt die wahre Identität hinter dem Pseudonym Jean de Mandeville rätselhaft

  3. Auch nach der Blütezeit der Buchmalerei erfreute sich dieses Werk großer Beliebtheit

Die Reisen des Sir John Mandeville

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(unter 1.000€)
  1. Beschreibung
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  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Die Reisen des Sir John Mandeville

Die Reisen des Sir John Mandeville war einer der beliebtesten mittelalterlichen Reiseberichte und lässt den Leser von Anfang an wissen, was auf ihn zukommt: "Wer viel von der Welt wissen will, sollte dieses Buch kaufen und wird Dinge erfahren, die ihn erschrecken werden." Der ursprünglich im 14. Jahrhundert erschienene Reisebericht nimmt den Leser mit auf eine 30 Jahre lange Reise ins Heilige Land und darüber hinaus in die fernsten und exotischsten Gefilde der damals bekannten Welt. Der Reisende und Autor des Werks war John Mandeville, ein kultivierter Engländer, dessen Identität noch immer Rätsel aufgibt. Seine wundersamen Erzählungen erfreuten sich auch noch im Spanien des 16. Jahrhunderts großer Beliebtheit, wie dieser spanische Druck von 1524 eindrücklich zeigt. Es handelt sich um die zweite Auflage der spanischen Übersetzung, die von Juan Navarro in Valencia gedruckt wurde und mit zahllosen spaltenbreiten Holzschnitten illustriert ist, die dem Leser die wundersamen Geschöpfe nahebringen, die der Autor beschreibt.

Die Reisen des Sir John Mandeville

Das Einzige, was noch rätselhafter ist als all die Wunder, die in diesem Reisebericht beschrieben werden, ist die Identität des Autors selbst. Alles, was wir von ihm wissen, ist, dass Jean de Mandeville (ca. 1300–1372) Engländer war, außergewöhnlich kultiviert, wahrscheinlich an einer Universität studiert hat und Reisen durch Europa und darüber hinaus unternahm, die ein Vierteljahrhundert dauerten. Die Reisen des Sir John Mandeville waren im Mittelalter weit verbreitet und gehörten von der Mitte des 14. bis zum 16. Jahrhundert zu den meistgelesenen Werken in Europa, zusammen mit Marco Polos Buch der Wunder und der Wallfahrt ins Heilige Land von Bernhard von Breidenbach (ca. 1440–97), Werke, die von Mandeville beeinflusst waren. Christopher Columbus (1451–1506) war nicht nur mit diesem Werk vertraut - er hatte ein Exemplar davon in seiner Bibliothek.

Ein mittelalterlicher Bestseller

Die außerordentliche Wirkung von Die Reisen des Sir John Mandeville zeigt sich in der großen Anzahl handschriftlicher Kopien, Übersetzungen und Drucke, die im 15. und 16. Jahrhundert angefertigt wurden, die das Interesse der Leser auch nach den geographischen Entdeckungen im späten 15. Jahrhundert entzündeten. Der Mandeville-Text erschien in zahlreichen Inkunabeln, der ersten Generation gedruckter Bücher überhaupt: 1480 in Lyon und Mailand, 1482 in Augsburg, 1484 in Straßburg, 1492 in Florenz, 1494 in Antwerpen und 1534 in Venedig. Diese spanische Ausgabe von 1524 basiert auf einer aragonischen Übersetzung, die auf das Jahr 1380 zurückgeht.

Die einflussreiche spanische Übersetzung

Die spanischen und katalanischen Übersetzungen des Textes wurden im 15. und 16. Jahrhundert weit verbreitet, vor allem dank der großen Aktivität der spanischen Drucker in dieser Zeit. Er wurde erstmals in Valencia gedruckt: die erste und die dritte Auflage wurden 1521 bzw. 1531 in der Werkstatt von Jorge Costilla hergestellt. Die vorliegende zweite Auflage wurde am 13. Oktober 1524 von Juan Navarro gedruckt, die vierte Auflage stammt aus dem Jahr 1540. Das vorliegende Exemplar wurde im Jahr 1900 von der Spanischen Nationalbibliothek erworben.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Libro de las Maravillas del Mundo
Travels of Sir John Mandeville
Libro de las Maravillas of 1524
Umfang / Format
136 Seiten / 27,0 × 19,0 cm
Herkunft
Spanien
Datum
13. Oktober 1524
Sprache
Buchschmuck
131 Holzschnitte und Dutzende Initialen
Inhalt
Reisebericht eines englischen Reisenden, der sich auf eigene Erfahrungen und auf schriftliche Quellen der antiken und mittelalterlichen Traditionen stützt
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Die Reisen des Sir John Mandeville – Vicent Garcia Editores – R/13148 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Vicent Garcia Editores – Valencia, 2002
Limitierung: 3160 Exemplare
Detailbild

Die Reisen des Sir John Mandeville

Einfüßler

Der Einfüßler ist eine der ikonischsten Kreaturen, die John Mandeville in seinem fantasievollen Reisebericht beschreibt. Das menschenähnliche Fabelwesen besitzt nur ein Bein mit einem riesenhaften Fuß, mit dem es nicht nur ungeheuer schnell laufen, sondern mit dem es sich auch noch selbst wunderbar Schatten spenden kann. Die entsprechende Pose ist in diesem Detail von der Titelseite dieser gedruckten Ausgabe zu sehen.

Die Reisen des Sir John Mandeville – Vicent Garcia Editores – R/13148 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Einzelseite

Die Reisen des Sir John Mandeville

Das teuflische Ungeheuer von Cathailye

Diese Seite erzählt von einer untergegangenen Stadt auf einer verlassenen Insel irgendwo zwischen Rhodos und Zypern namens Cathailye und den ungeheuerlichen Geschehnissen, die sich der Legende nach dort ereignet haben sollen. Alles fing damit an, dass die Geliebte eines jungen Mannes der Stadt überraschend starb. Ihr Leichnam wurde daraufhin in einem marmornen Sarkophag beigesetzt.

Von seiner Lust getrieben, besuchte der Mann sie des nachts in ihrem Grabe und „legte sich zu ihr“. Nach neun Monaten befahl ihm eine rätselhafte Stimme, das Grabmal erneut zu öffnen. Er gehorchte und es kam ihm eine teuflische Schlangengestalt entgegen. Sie flog aus dem Grab heraus und brachte großes Unheil über die Stadt – die Strafe für die ruchlose Tat des jungen Mannes.

Die Reisen des Sir John Mandeville – Vicent Garcia Editores – R/13148 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Faksimile-Editionen

#1 Libro de las Maravillas del Mundo

Vicent Garcia Editores – Valencia, 2002

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Vicent Garcia Editores – Valencia, 2002
Limitierung: 3160 Exemplare
Einband: Pergamenteinband auf Holzdeckeln. Das Faksimile wird in einer leinenbezogenen Kassette mit goldgeprägtem Lederrücken präsentiert (28,3 × 21 × 3,2 cm).
Kommentar: 1 Band
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Das Faksimile wurde auf speziell hergestelltem geripptem Papier gedruckt. Eine wissenschaftliche Einführung in das Werk ist in dem spanischsprachigen Sammelband „Bibliofilia antigua VIII“ verfügbar, der separat erworben werden kann.
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