Die Reise ins Heilige Land

Die Reise ins Heilige Land

Erschien in 13 Auflagen in 30 Jahren: Bernhard von Breydenbachs bebilderter Reisebericht zu seiner 1483–1484 unternommenen Pilgerreise nach Jerusalem

  1. Bernhard von Breydenbach (ca. 1440–1497) erzählt in einem Bestseller von seiner Pilgerreise nach Jerusalem in den Jahren 1483–84

  2. Die spanische Übersetzung wurde am 16. Januar 1498 von Pablo Hurus (gest. 1505) in Saragossa veröffentlicht

  3. Unter den Holzschnitten von Erhard Reuwich (ca. 1450 - ca. 1505) sind eine Reihe von "Uraufführungen" in der Geschichte der Grafik

Die Reise ins Heilige Land

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Die Reise ins Heilige Land

Ein berühmter spätmittelalterlicher Reisebericht von Bernhard von Breydenbach (um 1440-1497), einem Politiker aus dem Kurfürstentum Mainz, wurde 1486 sowohl in lateinischer als auch in deutscher Sprache veröffentlicht und berichtet von dessen Pilgerreise nach Jerusalem in den Jahren 1483-84. Er war ein sofortiger Erfolg und erschien im Laufe der nächsten 30 Jahre in mindestens 13 Auflagen, darunter in zahlreichen Übersetzungen. Die Holzschnitte von Erhard Reuwich (ca. 1450 - ca. 1505) sind kunsthistorisch bedeutsam, da sie für die Grafik eine Reihe von Premieren bieten. Sie wurden für die zahlreichen Ausgaben, die den lateinischen und deutschen Originalen folgten, quer durch Europa verschickt und später auch für andere bedeutende Werke übernommen. Die vorliegende spanische Ausgabe von Die Reise ins Heilige Land aus dem Jahr 1498 ist wohl die umfangreichste und am reichsten illustrierte Ausgabe dieser meistverkauften Inkunabel, einem Buchdruck von vor 1501.

Die Reise ins Heilige Land

Reiseberichte gehörten zu den beliebtesten literarischen Gattungen des Mittelalters, einer Zeit, in der man als Weltreisender alleine schon wegen der vielfältigen Schwierigkeiten und Gefahren, die vom Wetter bis zu Banditen reichten, sich großes Ansehen erwarb. Ein hochberühmter spätmittelalterlicher Reisebericht des Bernhard von Breydenbach (ca. 1440-1497), eines Politikers aus dem Kurfürstentum Mainz, erschien 1486 sowohl in lateinischer als auch in deutscher Sprache und berichtet von dessen Pilgerreise nach Jerusalem 1483-84. Ursprünglich betitelt als Peregrinatio in Terram Sanctam oder "Pilgerfahrt ins Heilige Land", könnte die Erzählung von Breydenbach (auch: Breidenbach) einem Mönch diktiert worden sein. Es war ein sofortiger Erfolg und erschien im Laufe der nächsten 30 Jahre in mindestens 13 Ausgaben, darunter in zahlreichen Übersetzungen. Die Holzschnitte von Erhard Reuwich (ca. 1450 - ca. 1505) sind kunsthistorisch bedeutsam und wurden später von Michael Wolgemut (1434-1519) für die Schedel’sche Weltchronik von 1493 bearbeitet. Diese Reisebeschreibung war also ein Bestseller und ist eine der bedeutendsten frühen Errungenschaften in der aufkommenden Kunst des Buchdrucks.

Eine prächtige spanische Ausgabe

Diese spanische Übersetzung von Martín Martínez de Ampiés (gest. ca. 1513), einem katalanischen Adeligen, Soldaten und Autor, wurde am 16. Januar 1498 von Pablo Hurus (gest. 1505) in Zaragoza veröffentlicht und bewahrt die meisterhaften und historischen Holzschnitte des deutschen Originals zusammen mit der gotischen Schrift. Der spanische Übersetzer und der deutsche Verleger arbeiteten um die Wende zum 16. Jahrhundert gemeinsam an zahlreichen Luxus-Codices. Dieses Werk ist die einzige Ausgabe, die ein Stadtbild Roms enthält, das mit einem Holzschnitt aus der Schedelschen Weltchronik in Beziehung steht. Das Werk enthält auch eine Liste der Pilger ins Heilige Land, die im Laufe der folgenden zwei Jahrhunderte beigefügt wurde. Damit ist dies wohl die ** umfassendste und am reichsten illustrierte Ausgabe dieser meistverkauften Inkunabel** (einem Buch, das vor 1501 gedruckt wurde).

Revolutionäre Holzschnitte

Erhard Reuwich (ca. 1450 - ca. 1505), ein niederländischer Künstler und Drucker, der in den 1480er Jahren in Mainz tätig war, stammte aus einer Malerfamilie in Utrecht. Er zeichnet verantwortlich für die Holzschnitte, die den Text zieren und Breydenbach ins Heilige Land begleiteten. Seine Holzschnitte stellen für sich genommen schon einen künstlerischen Meilenstein dar. Reuwichs Holzschnitte waren so hoch angesehen, dass sie für die verschiedenen Übersetzungen des Textes in andere Teile Europas verschifft wurden - es gab einfach nichts, was die lokalen Künstler Besseres hätten finden können, denn die fähigsten Stecher dieser Zeit waren fast ausschließlich Deutsche. Selbst das Kolophon enthält einen kleinen künstlerischen Meilenstein: Das Wappen des Erzbischofs von Mainz zeigt die erste Kreuzschraffur in einem Holzschnitt. Mainz ist zusätzlich in einer allegorischen Szene dargestellt. Neben der realistischen Darstellung von Städten in Stadtansichten wie auch in Architekturszenen, die eine überraschende perspektivische Genauigkeit besitzen, sind die Holzschnitte auch wegen ihrer Größe bemerkenswert: Es gibt 8 ausklappbare Holzschnitte, der größte ist ein Panorama von Venedig im Format 160 x 30 cm. Weitere bemerkenswerte Holzschnitte sind eine dreiblockige Karte von Ägypten und Palästina, die auch die älteste erhaltene gedruckte Karte von Jerusalem darstellt, sowie fünf weitere Stadtbilder prominenter zeitgenössischer Mittelmeer-Metropolen: Iraklion, Modon, Rhodos, Korfu und Parenzo. Da der Reisebericht fast einer Studie des Nahen Ostens gleichkommt, enthält er auch 14 kunstvolle Darstellungen der lokalen Kleidung und der Tiere (obwohl nicht alle von ihnen echt waren), sowie das erste gedruckte arabische Alphabet. 66 Holzschnitte mit biblischen Szenen runden die Ausschmückung dieser begehrten Inkunabel ab.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Viaje de la Tierra Sancta. Tratado de Roma

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Die Heilige Reise der Erde – Inc. 727 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Vicent Garcia Editores – Valencia, 1997
Limitierung: 3160 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Viaje de la Tierra Sancta. Tratado de Roma

Vicent Garcia Editores – Valencia, 1997

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Vicent Garcia Editores – Valencia, 1997
Limitierung: 3160 Exemplare
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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