Evangeliar von Korça

Evangeliar von Korça Faksimile

Türkei — 10. Jahrhundert

Der Text des Evangeliums in Kreuzesform angeordnet und in Albanien jahrhundertelang als heiliges Buch verehrt: Ein prächtiges byzantinisches Manuskript aus der Zeit der mazedonischen Renaissance

  1. Vier Porträts zeigen die Verfasser der Evangelien in türkisfarbenen Tuniken und rosa Gewändern

  2. Nahezu jede Seite des Codex ist mit floralen, zoomorphen und architektonischen Motiven verziert

  3. Der Text wurde in Form eines Kreuzes angeordnet, was bei byzantinischen Handschriften selten ist

Evangeliar von Korça

93 Central State Archive of Albania (Tirana, Albanien)
  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Evangeliar von Korça

Das Staatsarchiv von Tirana, Albanien, beherbergt ein wunderbares Sortiment von rund 100 byzantinischen und postbyzantinischen Manuskripten. Nummer 93 dieser Sammlung, das sogenannte Evangeliar von Korça, ist ein prächtiges Evangelienbuch aus dem 10. Jahrhundert, das während der makedonischen Renaissance entstand, einer Blütezeit der byzantinischen Kunst und Kultur im 9. bis 11. Jahrhundert, die mit der Wiederherstellung der Vormachtstellung des Byzantinischen Reichs einherging. Ursprünglich in Konstantinopel hergestellt, wurde das Evangeliar in der Metropole Korça im heutigen Albanien jahrhundertelang als heiliges Artefakt benutzt und verehrt. Während für die Überschriften der Kapitel rote Tinte und Gold verwendet wurde, ist der Text in brauner Tinte geschrieben und in der Form eines Kreuzes gestaltet, was bei byzantinischen Manuskripten selten ist. Sechs Kanontafeln eröffnen das Manuskript und vier Evangelistenportraits zeigen die Autoren der Evangelien in rosa- und türkisfarbenen Gewändern. Nahezu jede Seite dieses prächtigen Manuskripts ist mit floralen, zoomorphen und architektonischen Motiven geschmückt.

Evangeliar von Korça

Das Evangeliar von Korça ist ein wertvolles religiöses und historisches Erzeugnis, das den Kunsthistorikern gleichzeitig einen Einblick sowohl in die zeitgenössischen Tendenzen der Skriptorien von Konstantinopel** als auch in das dauernde kulturelle Erbe von Byzanz im modernen Albanien gewährt. Der Text des Evangeliums, der ein seltenes kreuzförmiges Format aufweist, wurde von einem meisterlichen Kalligraphen in einer runden Minischrift namens Bouletée geschrieben. Es handelt sich um ein einzigartiges Werk der byzantinischen Buchkunst und ist Ausdruck des Wiederauflebens der byzantinischen Macht, des Reichtums und des Selbstbewusstseins während des 9., 10. und 11. Jahrhundert. Das Evangeliar wird seit Jahrhunderten, lange nach dem Zusammenbruch des byzantinischen Reiches, als besonderer Schatz in Albanien aufbewahrt und ist trotz seiner regelmäßigen Nutzung in bemerkenswert gutem Zustand erhalten.

Ein beispielhaftes Exemplar byzantinischer Kunst

Der Codex beginnt mit sechs Kanontafeln des Eusebius, die in zwei Spalten geschrieben sind, flankiert von drei Spalten mit dekorativen Kapitellen, Bögen und Überschriften, die mit Gold bemalt sind. Diese architektonischen Elemente werden von floralen und zoomorphen Motiven wie etwa Pfauen begleitet. Vier ganzseitige Miniaturen zeigen die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes am Anfang ihrer jeweiligen Evangelien als Schreiber, die ihre Werke verfassen. Jeder von ihnen ist sitzend dargestellt, wie er goldene Majuskeln in ein aufgeschlagenes Buch auf seinem Schoß abschreibt. Dabei dient ihm ein anderes Buch als Vorlage, das auf einem Lesepult ruht. Die Evangelisten sind farbig gekleidet in türkisfarbene Togen und rosa Gewänder vor goldenem Hintergrund.

Ein authentischer byzantinischer Einband

Der byzantinische Bucheinband zeichnet sich unter anderem durch seine unterscheidenden äußeren Merkmale und die dekorativen Motive auf den Einbänden aus. Dieser Codex besteht aus 308 dünnen, gut verarbeiteten, weiß gefärbten Pergamentblättern im Format 153 x 120 mm. Als der Codex im 16. oder 17. Jahrhundert neu gebunden wurde, geschah dies mit einem authentischen Einband im byzantinischen Stil, der aus lederbezogenen Holzplatten besteht, die kaum größer als die Seiten sind. Die Einbände sind mit Motiven geprägt, die aus einem zentralen Rahmen mit dekorativen Blumenbändern am oberen und unteren Rand bestehen. Dieser authentische byzantinische Einband wurde für die Faksimile-Ausgabe sorgfältig nachgebildet.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Gospels of Korça
Codex of Korça 93
Four Gospels of Korça
To Tetraeuaggelion tes Korutsas
Katërungjillëshi i dekoruar i Korçës
Herkunft
Türkei
Datum
10. Jahrhundert
Sprache

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Evangeliar von Korça – 93 – Central State Archive of Albania (Tirana, Albanien) Faksimile
Militos – Athen, 2012
Limitierung: 1300 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Katërungjillëshi i dekoruar i Korçës : (kodiku i Korçës nr. 93)

Militos – Athen, 2012

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Militos – Athen, 2012
Limitierung: 1300 Exemplare
Einband: Das Faksimile kommt in einem Etui (44 × 24 × 8 cm), das das Faksimile, einen kombinierten Kommentarband und ein Vergrößerungsglas enthält.
Kommentar: 2 Bände von Sokol Çunga, Andi Rëmbeci, Agamemnōn Tselikas and Ioannis Vitaliotis
Sprachen: Englisch, Albanisch

Die Faksimile-Edition enthält einen kombinierten Kommentarband, der beide Bände enthält.
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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