Gynaeceum, sive Theatrum mulierum

Gynaeceum, sive Theatrum mulierum Faksimile

Frankfurt am Main (Deutschland) — 1586

Frauenmode im Original des 16. Jahrhunderts: 122 Holzschnittillustrationen von Frauen aus verschiedenen Nationen, Schichten und Klassen, von der Kaiserin bis zur Dienerin

  1. Gynaeceum stammt aus dem antiken Griechenland und bedeutet wörtlich "von oder zu Frauen gehörend".

  2. Der Text war eine Zusammenarbeit zwischen Conrad Lautenbach (1534-95) und Franciscus Modius (1556-97)

  3. Es wurde von Jost Amman (1539-91), einem der letzten großen Hersteller von Holzschnitten für Bücher, verziert.

Gynaeceum, sive Theatrum mulierum

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Gynaeceum, sive Theatrum mulierum

Das Gynaeceum, sive Theatrum mulierum ist ein umfassender Katalog weiblicher Trachten aus ganz Europa, der von dem schweizerisch-deutschen Künstler Jost Amman und dem flämischen Dichter Franciscus Modius erstellt wurde. Er wurde 1586 in Frankfurt am Main veröffentlicht und ist laut der Einleitung "der durchlauchtigsten Frau Isabella von Österreich, Königin von Frankreich" gewidmet. Der Begriff Gynaeceum stammt aus dem antiken Griechenland und bedeutet soviel wie "den Frauen vorbehaltener Teil des Hauses" oder wörtlich "von oder zu den Frauen gehörend". Das Werk ist Teil der Literaturgattung Theatrum, die enzyklopädische Werke zu verschiedenen Themen umfasst. Auch wenn das Werk einen sehr paternalistischen Blick auf Frauen propagiert, ist es dennoch eine nützliche Quelle über die Kleidung der europäischen Frauen im 16. Jahrhundert.

Gynaeceum, sive Theatrum mulierum

Obwohl dieses moralisierende Werk ausdrücklich an Frauen gerichtet ist, wurde es nur von Männern geschrieben, herausgegeben und illustriert. Es ist keine Huldigung an die weibliche Schönheit, sondern interpretiert die Kleidung als Zeichen der Sitten und stellt die Frauen entsprechend ihrem Stand, ihrem Rang, ihrer Region und ihrem Land dar. Das Werk wurde von Franciscus Modius (1556-97) und Conrad Lautenbach (1534-95) geschrieben und mit 122 Holzschnitten von Jost Amman (1539-91) ausgestattet. Zwei Fassungen des Werks wurden 1586 von Sigmund Feyrabend (1528-90) veröffentlicht, eine in lateinischer Sprache für ein gelehrtes Publikum und die andere in deutscher Sprache für die breite Öffentlichkeit. Modius war für den eleganten, formal ausgefeilten lateinischen Text verantwortlich, der hier vorgelegt wurde, während Lautenbach den liebenswert einfachen deutschen Text schuf. Unabhängig von der Sprache handelt es sich um ein Bildwerk, das die Holzschnitte über den Text stellt und damit ein genaues Bild der Frauenmode im Europa des späten 16. Jahrhunderts vermittelt.

Ein geschlechtsspezifisches Moralprogramm

Im Vorwort des lateinischen Textes wird eine Geschichte der Kleidung dargestellt, beginnend mit den ersten Feigenblättern, die Adam und Eva im Garten Eden benutzten, um ihre Nacktheit zu verbergen, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten. Unter Rückgriff auf die Theologie warnt der Autor vor der Versuchung des Teufels und empfiehlt, dass fromme Frauen versuchen sollten, ihren Männern durch Opulenz und Pracht zu gefallen. Die Frauen werden ermahnt, reinen Herzens, keusch, tugendhaft und bescheiden zu sein, Gott zu fürchten und sich der Hand- und Hausarbeit zu unterwerfen. Anständige Frauen brauchen also anständige Kleidung. Wie üblich werden die Personen in absteigender Reihenfolge ihres Ranges vorgestellt, d. h. es beginnt mit einer Kaiserin, bevor es zu Königinnen, Prinzessinnen und Herzoginnen übergeht. Dieses Kostümbuch ist zwar unterhaltsam und zeigt, was Frauen in dieser Zeit trugen, aber vor allem sollte es den Frauen sagen, wie sie sich zu verhalten haben, und preist die weibliche Konformität in der Rolle der sittsamen, ergebenen Ehefrau und Mutter.

Die steile Karriere von Jost Amman

Jost Amman wurde als Sohn eines Professors für Klassische Philologie und Logik in Zürich geboren und war ein gebildeter Künstler, der 1560 nach Nürnberg übersiedelte, wo er das Bürgerrecht erhielt und den Rest seines Lebens verbrachte. Während seines Aufenthalts in der inoffiziellen Hauptstadt der deutschen Renaissance war er bemerkenswert produktiv und schuf etwa 1 500 Drucke. Er war einer der letzten Künstler, die Holzschnitte für Bücher herstellten, da diese allmählich durch Kupferstiche ersetzt wurden. Obwohl er sich in der Regel auf einen spezialisierten Formschneider verließ, um den Holzblock seiner Zeichnung gemäß schneiden zu lassen, schnitt er gelegentlich seine eigenen Blöcke selbst, was durch das Vorhandensein sowohl eines Federkiels als auch eines Messers in der Signatur seiner Drucke angedeutet wird. Dieses Kostümbuch war nur eine von zahlreichen Kooperationen zwischen Amman und Sigmund Feyrabend. Amman ist bekannt für seine realistischen und temperamentvollen Zeichnungen sowie für seine minutiöse und genaue Darstellung der Details eines Kleidungsstücks.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Im Frauwenzimmer wirt vermeldt von allerley schönen Kleidungen unnd Trachten der Weiber ...: sampt einer kurtzen Beschreibg. durch den wolgelehrten Thrasibulum Torrentinum Mutislariensem
Herkunft
Deutschland
Datum
1586
Sprache
Buchschmuck
122 Holzschnitte
Inhalt
Moralisierendes Traktat über Frauentrachten
Künstler / Schule
Faksimile-Editionen

#1 Im Frauwenzimmer wirt vermeldt von allerley schönen Kleidungen unnd Trachten der Weiber ...: sampt einer kurtzen Beschreibg. durch den wolgelehrten Thrasibulum Torrentinum Mutislariensem

Insel Verlag – Frankfurt, 1971

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Insel Verlag – Frankfurt, 1971
Kommentar: 1 Band
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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