Sakramentar Heinrichs II.

Sakramentar Heinrichs II. – Faksimile Verlag – Clm 4456 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)

Benediktinerabtei von St. Emmeram, Regensburg (Deutschland) — 1007–1014

Politisches Statement im goldenen Gewand für den König und späteren Kaiser Heinrich II.: Das mit Elfenbein geschmückte Meisterwerk der ottonischen Buchmalerei aus dem Kloster Sankt Emmeram in Regensburg

  1. Ein Höhepunkt der ottonischen Kunst mit einem weltberühmten Widmungsbild, auf dem König Heinrich II. (973–1024) vom Himmel gekrönt wird

  2. Mit 35 Prunkseiten und 350 Schmuckinitialen, entstanden im berühmten Kloster von Sankt Emmeram in Regensburg

  3. Geschmückt wird der Buchschatz von einer dreidimensionalen Elfenbeinszene in goldenem Rahmen

Sakramentar Heinrichs II.

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Preiskategorie: €€€€€
(über 10.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Sakramentar Heinrichs II.

Das prachtvolle Sakramentar Heinrichs II. entstand im berühmten Skriptorium des Regensburger Klosters St. Emmeram. Der spätere römisch-deutsche Kaiser Heinrich II. stiftete die mit einer aufwendigen Elfenbeinarbeit geschmückte Prachthandschrift dem von ihm 1007 gegründeten Bistum Bamberg. Im dortigen Dom wurde der Buchschatz bei festlichen Gottesdiensten verwendet und bis zur Säkularisation entsprechend seines Wertes im Domschatz aufbewahrt. Neben den reichlich ornamental und üppig mit Gold gestalteten Kalenderseiten und Texten der Hochgebete sind es besonders die 14 meisterlichen Bildseiten und die fast 350 Schmuckinitialen, die den künstlerischen Wert dieses bedeutenden Werkes ottonischer Buchkunst ausmachen.

Sakramentar Heinrichs II.

Das prachtvolle Sakramentar stiftete der spätere römisch-deutsche Kaiser Heinrich II. dem von ihm 1007 gegründeten Bistum Bamberg. Im dortigen Dom wurde die Prunkhandschrift bei festlichen Gottesdiensten verwendet und bis zur Säkularisation im Domschatz aufbewahrt. Neben den reichlich ornamental und üppig mit Gold gestalteten Kalenderseiten und Texten der Hochgebete sind es besonders die 14 Bildseiten, die den künstlerischen Wert dieses bedeutenden Werkes ottonischer Buchkunst ausmachen.

Ein königlicher Stifter

Das bemerkenswerte Krönungsbild macht die königliche Stiftung auf den ersten Blick deutlich: Christus selbst krönt Heinrich, den die heiligen Bischöfe Ulrich und Emmeram stützen, während Engel ihm die heilige Lanze und das Reichsschwert reichen. Das Thronbild zeigt den König in seiner vollen Pracht und Macht. Und das Autorenbild von Gregor dem Großen, dem legendären Verfasser des Sakramentars, stellt einen weiteren großen Namen in diese Reihe. Dass der spätere Kaiser Heinrich II. hier noch als REX bezeichnet wird, lässt Rückschlüsse zur Datierung der Prachthandschrift zu. Der Codex muss vor 1014 ausgestaltet worden sein, dem Jahr der Kaiserkrönung. Anlass des Auftrags zu einem solch prunkvollen königlichen Werk könnte die Gründung des Bistums Bamberg im Jahr 1007 durch Heinrich selbst gewesen sein. Dem dortigen Dom stiftete der König das Sakramentar, das im Skriptorium der Regensburger Abtei St. Emmeram gefertigt wurde und vermutlich ursprünglich für den Regensburger Dom vorgesehen war.

Meisterwerk aus dem bayerischen Zentrum der Buchmalerei

In der Donaustadt Regensburg befand sich zu ottonischer Zeit eines der bedeutendsten Zentren der Buchmalerei im süddeutschen Raum. Das Skriptorium von St. Emmeram, dessen Kloster selbst über umfangreiche Bestände an kostbaren Handschriften verfügte, brachte so großartige Werke hervor wie den berühmten Uta-Codex und das Sakramentar Heinrichs II.
Diese Prachthandschrift aus der Blütezeit der Regensburger Buchmalerei glänzt besonders mit seinem reichen Bilderschmuck. Insgesamt 14 Bilderseiten - darunter die schon erwähnten Krönungs-, Thron- und Autorenbilder - neben 12 Kalenderseiten und 9 gerahmten und in Goldtinte geschriebenen Textseiten mit den Hochgebeten entfalten eine Pracht, die einer königlichen Stiftung würdig ist. Breite Schmuckrahmen, zierliches Ornament, eine Vielfalt an bunten geometrischen und floralen Mustern und nicht zuletzt die wertvollen Goldflächen bilden den Grundstock für das Aufgebot an künstlerischem Können, das die Buchmaler ausgeschöpft haben. Bei den Bildkompositionen orientierten sie sich auch an karolingischen Vorbildern. Der künstlerische Schmuck wird vervollständigt durch die unzähligen großen und kleineren Initialen, die die Textseiten verzieren.

Der kostbare Einband

Geschützt werden die Seiten der Prachthandschrift durch einen Einband, der dem Inhalt des Buches würdig ist. In einer Goldfassung ist auf der Vorderseite ein Elfenbeinrelief eingelassen, das zeitlich wohl kurz vor der Handschrift zu datieren ist. Zum Thema hat es im oberen Register die Kreuzigung Christi und zeigt darunter die Szene der Frauen am Grabe. Die Rückseite des Einbandes wird geschmückt durch eine teilweise vergoldete Silberarbeit, die den schon im Buch dargestellten Papst Gregor den Großen zeigt.
Das kostbare Sakramentar fand zu den höchsten Feiertagen bei den Messen im Bamberger Dom Verwendung und war die folgenden Jahrhunderte über Teil des Bamberger Domschatzes. 1803 gelangte es in Folge der Säkularisation nach München, wo es heute von der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt wird.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Regensburger Sakramentar
Umfang / Format
718 Seiten / 29,5 × 24,2 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1007–1014
Sprache
Buchschmuck
21 Seiten mit atemberaubender Ornamentik, 14 ganzseitige Miniaturen (einige von ihnen auf Purpurgrund), fast 350 Schmuckinitialen in Gold und Silber
Auftraggeber
Heinrich II., Römisch-deutscher Kaiser (972–1024)
Vorbesitzer
Bamberger Dom

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Sakramentar Heinrichs II. – Faksimile Verlag – Clm 4456 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)
Faksimile Verlag – München, 2010
Limitierung: 333 Exemplare
Detailbild

Sakramentar Heinrichs II.

Zwei Marien am Grab

Am Tag nach dem Sabbat begaben sich laut dem Evangelisten Matthäus zwei Marien zur Grabstätte Jesu, die hier als mächtiger Schrein in Anlehnung an die Heilig-Grab-Ädikula in Jerusalem dargestellt ist. Die Frauen tragen Gefäße mit Ölen und Spezereien mit sich, als sie das Grab bis auf Christi Leichentuch leer vorfinden. Auf der rechten Seite erscheint ein Engel mit Botenstab, der ihnen von der wundersamen Auferstehung berichtet und aufträgt, die frohe Botschaft in die Welt zu tragen.

Sakramentar Heinrichs II. – Faksimile Verlag – Clm 4456 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)
Einzelseite

Sakramentar Heinrichs II.

Krönungsminiatur

Dies ist die bekannteste Darstellung Heinrichs II. (972–1024) überhaupt sowie das bedeutendste Bild im ganzen Manuskript. Unglaublich reich an Verzierungen, unglaublich raffiniert in der künstlerischen Ausführung, ist die symbolische Bedeutung der Szene am wichtigsten. Christus schwebt in seiner Herrlichkeit über Heinrich in einer Mandorla und krönt ihn. Damit liegt hier eines der ersten Beispiele aus dem Westen für die Legitimation von Herrschaft aus ihrem göttlichen Ursprung vor.

Die Banderole identifiziert Heinrich als REX, was bedeutet, dass dieses Bild vor seiner Kaiserkrönung entstand. Der König steht mit ausgestreckten Armen vor vier Fenstern und hält das kaiserliche Schwert in der einen und die heilige Lanze in der anderen Hand, die durch das kleine Kruzifix und die goldene Kugel ganz oben als Baum des Lebens erkenntlich ist. Zwei Bischöfe stützen symbolisch Heinrichs Arme.

Sakramentar Heinrichs II. – Faksimile Verlag – Clm 4456 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)
Faksimile-Editionen

#1 Sakramentar Heinrichs II.

Faksimile Verlag – München, 2010

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Faksimile Verlag – München, 2010
Limitierung: 333 Exemplare
Einband: Der Einband wurde dem der Originalhandschrift nachempfunden: Prachteinband auf rotem Samt. Den Vorderdeckel schmückt ein großartiges, von Goldblech gerahmtes Elfenbeinrelief (Replik), das die Kreuzigung Christi und die drei Marien am leeren Grab kompositorisch miteinander vereint. Der schlichtere, aber nicht weniger imponierende Rückdeckel ist mit einer durchbrochen gearbeiteten, teilvergoldeten Silberplatte beschlagen, die Papst Gregor den Großen als göttlich inspirierten Autor zeigt. Die Buchdeckel werden von zwei goldenen Metallschließen zusammengehalten. Der Buchblock wurde per Hand geheftet und der Schnitt mit einem Rankenornament veredelt.
Kommentar: 1 Band (168 Seiten) Rolf Griebel, Brigitte Gullath, Martina Pippal, Stefan Weinfurter und Erich Renhart
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€€€€
(über 10.000€)
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