Astronomicon

Astronomicon

Padua (Italien) — um 1460

  1. Basinio da Parma (1425-57) veröffentlichte 1455 eine detaillierte Beschreibung des Kosmos

  2. Sie wurde um 1460 auf Geheiß des englischen Gelehrten und Earl of Worcester John Tiptoft (1427-70) abgeschrieben

  3. Der Tiptoft-Meister stattete das Werk mit 38 Miniaturen von Sternbildern und Abbildungen des Kosmos aus

Astronomicon

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Astronomicon

Gedichte, die dem Kosmos gewidmet sind, haben eine Tradition, die bis in die klassische Antike zurückreicht. In dieser Tradition arbeitete der italienische Humanist und Dichter Basinio da Parma (1425-57), als er sein Astronomicon schrieb. Er veröffentlichte es 1455, während er am Hof der Malatesta in Rimini lebte und arbeitete. Um 1460 wurde das Werk von Angelo Aquilano abgeschrieben. Der sogenannte Tiptoft-Meister verwandelte mit seiner Illumination den Text in ein wunderschönes Manuskript, indem er es mit 38 Miniaturen von Sternbildern und Himmelsdiagrammen ausstattete. Der für den Meister namensgebende Auftraggeber war der englische Gelehrte und Earl of Worcester, John Tiptoft (1427-70).

Astronomicon

Bevor er im Alter von 32 Jahren viel zu früh starb, war Basinio da Parma (1425-57) ein italienischer Humanist und Dichter, der mehrere wichtige Werke verfasst hatte, die bis in die Gegenwart überleben sollten, darunter sein Astronomicon. Sein Werk, das er während seines Aufenthalts am Hof der Familie Malatesta in Rimini** verfasste, wurde erstmals 1455 veröffentlicht. Basinio da Parma schrieb das erste astronomische Gedicht des italienischen Humanismus in der Tradition anderer Astronomicon-Texte des antiken Roms: Ahnliche astronomische Gedichte waren von Marcus Manilius und Gaius Julius Hyginus in den Jahrzehnten zuvor gerade wiederentdeckt worden. Das als Bodley 646 bekannte Manuskript ist eines der schönsten und faszinierendsten Exemplare des Werks in lateinischen Hexametern, das den Aufbau des Kosmos, die Sternbilder und ihre Sterne sowie die Bewegungen der Sonne und der Planeten detailliert beschreibt.

Der Auftrag eines englischen Grafen

Der Codex wurde von Angelo Aquilano** (der in der Handschrift namentlich zu finden ist) gegen 1460 im Auftrag des englischen Gelehrten und Earl of Worcester John Tiptoft (1427-70) abgeschrieben. Aquilano transkribierte während seines Aufenthalts in Italien eine Reihe von Werken, die er dann 1461 nach seiner zweijährigen Reise mit nach England zurückbrachte. Die 38 Miniaturen der Sternbilder im Text basieren eindeutig auf Vorbildern aus der Antike und sind das Werk des sogenannten Tiptoft-Meisters. Die Sternbilder sind in leuchtenden Farben gehalten und mit Sternen aus Blattgold umgeben. Weitere Miniaturen sind zwei Himmelsdiagramme, die die Beschreibung des Himmels und der Planeten enthalten, sowie ein Diagramm der Himmelskreise. Ein prachtvolles Frontispiz leitet das Werk ein und zeigt den Titel und den Autor des Werkes in Großbuchstaben, geschrieben mit goldener Tinte. Hinter der Inschrift wächst eine Palme, die von zwei Putten hochgehalten wird, flankiert von roten Amphoren, aus denen ein Girlandenbogen wächst. All dies ruht auf einem Marmorsockel, in dessen Mitte das Wappen von John Tiptoft angebracht ist. Die Handschrift wurde später von Sir Richard Worsley im 17. Jahrhundert der Bodleian Library gestiftet.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Astronomicon Libri
Astronomicon. Manoscritto Bodley 646
Umfang / Format
70 Seiten / 18,9 × 12,1 cm
Herkunft
Italien
Datum
um 1460
Sprache
Buchschmuck
38 Miniaturen von Sternbildern und Sternzeichen, 2 astronomische Diagramme
Inhalt
Astronomicon von Basinio de' Basini von Parma
Auftraggeber
John Tiptoft, Graf von Worcester
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Sir Richard Worsley

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Astronomicon. Manoscritto Bodley 646
Istituto dell'Enciclopedia Italiana - Treccani – Rom, 2017
Limitierung: 599 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Astronomicon. Manoscritto Bodley 646

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 599 Exemplare
Kommentar: 1 Band von Giordana Mariani Canova, Donatella Frioli und Anna Gabriella Chisena
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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