Codex Guta-Sintram
Der Codex Guta-Sintram ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit, die einen einzigartigen Einblick in die Welt eines romanischen Klosters gewährt. Er wurde 1154 von der Kanonikerin Guta von Schwarzenthann und dem Kanoniker Sintram, beide Mitglieder des Augustinerordens der Abtei Marbach im Elsass, fertiggestellt. Neben Gebetstexten, Rechtsentscheidungen und wichtigen Informationen über das klösterliche Leben enthält das Werk auch medizinische Ratschläge und ist vor allem für seinen reich verzierten, humorvollen Monatskalender berühmt. Es ist reich verziert mit 230 farbigen Miniaturen, darunter 3 ganzseitige Miniaturen, 26 historisierte Initialen und zahlreiche kleinere Initialen. Es gibt 35 doppelseitige Illustrationen, die mit großen Initialen, Banderolen, Tierkreiszeichen und Personengruppen geschmückt sind. Der Codex Guta-Sintram ist eine der wertvollsten elsässischen Handschriften, die je geschaffen wurden, und gilt aufgrund seines Alters, seiner außergewöhnlichen romanischen Buchmalerei und seines Inhalts als ein Schatz der europäischen Kultur.
Codex Guta-Sintram
Etwa um 1154 entsteht im Kloster Marbach im Oberelsass eine unvergleichliche Handschrift. Sie vereint in sich ein Gebetbuch, ein Rechtsbuch, ein Totenverzeichnis, eine Sammlung von Predigten und ein besonders aufwendig gestaltetes Kalendarium. Die 326 Seiten des Werkes sind reich verziert und im Mittelpunkt steht der 70 Seiten umfassende Monatskalender mit medizinischen Ratschlägen, der ein wahres Kunstwerk der frühen Buchillustration darstellt. Der Codex ist die wohl kostbarste Handschrift des Elsass und gehört zu den Kulturschätzen des europäischen Mittelalters.
Ein begabtes Duo
Der Codex Guta-Sintram entstand in einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit und wurde nach seinen beiden Autoren benannt. Das Duo bestand aus Guta von Schwarzenthann, einer Chorfrau und dem Chorherrn Sintram, die beide dem Augustinerorden des Klosters Marbach im Elsass angehörten. Guta ist für die schöne Schrift verantwortlich, während die wundervollen ganzseitigen Illustrationen und unzähligen Schmuckinitialen von Sintram stammen. Sie vollendeten ihr Werk 1154 und weihten es des Jungfrau Maria. Das Kloster Marbach existiert seit 1089 und war Ausgangspunkt für wichtige Klostergründungen am Oberrhein, in Süddeutschland und der Schweiz.
Eine überraschende Fülle an Informationen
Der Codex wurde ursprünglich als Gebetbuch für die Frauen des Klosters Schwarzenthann verfasst. Er bot aber und bietet noch immer weit mehr als nur eine Sammlung von Gebeten und lithurgischen Texten. Das Werk enthält Hinweise zum Lebensstil der Klosterfrauen, er beinhaltet eine Abschrift päpstlicher Privilegien für das Konvent und bietet somit eine Rechtsgrundlage, ein Verzeichnis von Märtyrern und anderen Heiligen sowie ein Verzeichnis der im Kloster verstorbenen Äbte, Pröpste, Mönche, Prionrinnen und Nonnen. Desweiteren findet sich eine Sammlung von Predigten zum Tagesevangelium im Werk und eine Sammlung der üblichen Sitten und Gebräuche des Klosters. Es gibt kein weiteres Werk dieser Zeit, das einen so genauen Einblick in den damaligen Klosteralltag ermöglicht.
Kunstwerke der Buchmalerei
Es finden sich viele bewundernswerte, teils ganzseitige Miniaturen von außerordentlicher Qualität im Buch wieder, aber bei der Gestaltung des Kalenders stellte der Chorherr Sintram wirklich sein ganzes Talent unter Beweis. Die 35 Doppelseiten sind mit großen Initialen, ausgestalteten Spruchbändern, Tierkreiszeichen und Personengruppen geschmückt. Die Spruchbänder beschreiben Vorschriften für den Aderlass, geben diätische Ratschläge oder empfehlen pflanzliche und tierische Arzneimittel. Der Monatskalender ist mit Witz und Humor liebevoll gestaltet und stellt einen wahrhaft einmaligen Einblick in die klösterliche Medizin des Mittelalters dar.
Kodikologie
- Alternativ-Titel
- Guta-Sintram Codex
- Umfang / Format
- 326 Seiten / 35,5 × 27,0 cm
- Herkunft
- Frankreich
- Datum
- 1154
- Epoche
- Stil
- Sprache
- Schrift
- Protogotisch
- Buchschmuck
- 230 farbige Miniaturen, darunter 3 ganzseitige Miniaturen, 26 historisierte Initialen, zahlreiche kleinere Initialen
- Inhalt
- Umfassender Monatskalender mit medizinischen Ratschlägen, Gebetstexten und Predigten; Rechtsentscheidungen, Privilegien und Urkunden; Martyrologium; Nekrolog, Sitten und Gebräuche des Klosters
- Künstler / Schule
- Guta von Schwarzenthann (Schreiberin)
Sintram von Marbach (Buchmaler) - Vorbesitzer
- Kloster Schwartzenthann
Abtei Marbach
Codex Guta-Sintram
P-Initiale mit Kletter-Drachen
Abgesehen von den humorvollen Kalenderseiten der Handschrift und den aufwändigen ganzseitigen Miniaturen ist auch der Dekor der Textseiten außergewöhnlich. Hier sehen wir eine goldene P-Initiale mit drei silbernen Rechtecken mit Rautenmuster vor filigranem Hintergrund aus Grün, Blau und Rot. Der Drache neben der Initiale hat Flügel sowie einen zweiten Kopf am Ende seines Schwanzes und klettert zwischen den Textspalten eingequetscht sichtlich angestrengt nach oben. Der klare, einheitlich geschriebene Text in schwarzer und roter Tinte vervollständigt die Perfektion dieses romanischen Meisterwerks.

Codex Guta-Sintram
Portrait des heiligen Augustinus’
Diese Handschrift stammt aus dem Oberelsass, näherhin aus Marbach, einem Stift der Augustinerchorherren. Daher finden wir hier diese obligatorische Miniatur, die dem Gründer des Ordens, dem heiligen Augustinus (354-430), gewidmet ist. Auch wenn der Orden formal natürlich in einem ganz anderen Jahrhundert gegründet wurde, enthält dieses Manuskript aus dem 12. Jahrhundert unter anderem die Regel des hl. Augustinus.
Dieses seltene romanische Portrait erinnert an Bildnisse der Evangelisten im Stil der britischen Inseln und zeigt den Heiligen, der von zwei Nonnen und zwei Mönchen mit Tonsur flankiert wird. Im Vergleich zu seinen kleineren, nur leicht schattierten Begleitfiguren links und rechts ist der hl. Augustinus durch seine zentrale Stellung in der Mitte der Seite und die satten Grundfarben hervorgehoben. Seine Augen sind nach oben gerichtet und sein Ausdruck ist erhaben.

#1 Codex Guta-Sintram
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